Das zweite Treffen von katholischen Bloggern mit hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirche.

„Miteinander reden statt übereinander schreiben“ war das Motto des zweiten Treffens von Mitgliedern der katholischen Blogger beginnend am 10. Mai mit einigen hauptamtlichen Verantwortlichen für die Medienarbeit in der Kirche in Bonn. Klingt gut und wird auch von Teilnehmern positiv beurteilt; so von Peter Winnmemoeller auf seinem katholon-blog, blog.peter-winnemoeller.de vor allem aber von Monika Metternich in „Die Tagespost“ vom 16.5.2013, die einen guten und ausführlichen Bericht über das Treffen gibt. Reibungspunkte zwischen den Bloggern und den Hauptamlichen gab und gibt es genug. Um so begrüßenswerter die Absicht, miteinander ins Gespräch zu kommen. Ein Versuch der katholischen „papsttreuen“ Publizisten mit dem Chef der Katholischen Nachrichtenargentur KNA in ein positives Gespräch zu kommen war auf dem jährlichen Treffen der „papsttreuen“ Publizisten mit Erzbischof Gänswein in Rom im Palazzo Cesi gescheitert. Wir haben darüber hier am 26.2.2013 berichtet und den Vorgang kommentiert. Dieser Kommentar wurde auch von kath.net übernommen.
Das Bloggertreffen in Bonn kam zustande durch die Initiative des Leiters des Referates Medienpastoral der Erzdiözese Freiburg Dr. Norbert Kebekus in Kooperation mit dem offiziellen kirchlichen Internetportal katholisch.de, dessen Geschäftführer David Hober und der Chefredakteur Steffen Zimmermann sowie ein weiterer Mitrabeiter teilnahmen sowie der Sprecher der Deutschen Bischofkonferenz Matthias Kopp und der Publzist Dr. Andreas Püttmann.
Wir wollen das Treffen nicht weiter kommentieren, weil niemand von uns dabei war. Aber wir wollen uns mit Monika Metternich und Peter Winnemoeller freuen, dass dieser  Meinungsaustausch in guter Atmosphäre stattfand und hoffen auf gute Ergebnisse.
Zwei Dinge allerdings fallen uns auf. Der Sprecher der DBK Matthias Kopp gab an, wie Monika Metternich berichtet, die katholische Bloggersezne bisher noch nicht gekannt zu haben. Das ist so erstaunlich für den Sprecher der deutschen Bischöfe, dass man es kaum glauben kann, zumal es sich hier um das zweite Treffen handelte. Die deutschsprachige katholische Bloggerszene mit ihrer äusserst lebendigen zeugnishaft-katechetischen und missionarischen Ausrichtung ist so bedeutend und groß und wird im Internet mehr beachtet als die offziellen kirchenamtlichen Portale, dass ihr Nichtkennen durch den Sprecher der Bischöfe wirklich überrascht und ein bezeichnendes Licht auf die Tätigkeit vieler Hauptamtlicher wirft. War doch die Bloggerszene bereits vor gut zwei Jahren in den Vatikan zu einer Konferenz geladen. Darüber ist sogar auf katholisch.de heute noch ein Bericht einzusehen. Erfreulich ist, dass Kopp nun zusagte, die deutsche Bloggerszene besser kennenlernen zu wollen. Das wird auch höchste Zeit; denn die kirchliche Presse geht dramatisch zurück und die Bloggerszene sowie nichtkirchenamtliche große Portale wie kath.net und andere laufen den mit vielen kirchensteuerlichen Mitteln ausgestatteten kirchenamtlichen Medien aus gutem Grund den Rang ab. Auf der anderen Seite wurde von einigen Bloggern mitgeteilt, dass sie die amtliche katholische Seite „katholisch.de“ so gut wie nicht kennen. Allen Bloggern sei dringend empfohlen, sich dort gründlich umzusehen. (z.B. „Auf dem Weg mit Heeg“)
Dass die guten Vorsätze, die  in Bonn gefasst wurden, nun auch in die Realität umgesetzt werden, kann man nur wünschen und hoffen. Bis heute abend, am 16.5.2013, also 5-6 Tage nach Bonn konnten wir auf katholisch.de keinen Bericht über dieses Treffen entdecken. Dabei hatte doch der Chefredakteur Zimmermann laut Monika Metternich die „Möglichkeit der gelegentlichen Zusammenarbeit von Bloggern und katholisch.de“ erwägen wollen. Die Suchmaschine gab aber unter „blogger“ und „zweites Bloggertreffen“ nichts her. Auch auf der Seite des einladenden Erzbistums Freiburg war ebenfalls keine Meldung zu entdecken .Wir wollen aber weiter annehmen, dass die anwesenden hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirche nicht nur die Szene umarmen wollen, um sie dann beiseite zu schieben – was ja gar nicht mehr möglich ist – oder sie aufzuweichen, sondern dass hier eine wirklich gute Zusammenarbeit zum Wohle der Kirche und ihrer Glaubensverkündigung beginnt und fortgeführt wird, „damit alle eins sind“.

Michael Schneider-Flagmeyer

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3 Antworten auf Das zweite Treffen von katholischen Bloggern mit hauptamtlichen Mitarbeitern der Kirche.

  1. Herzlichen Dank für den guten und sachlichen Bericht über das Treffen katholischer Blogger in Bonn!
    Ich möchte mich meinem Vorkommentator anschließen: Es war nicht Herr Kopp, sondern Herr Hober, einer der beiden Geschäftsführer von katholisch.de, der sein Kurzreferat mit der Bemerkung eröffnete, bis zur Einladung zum Bloggertreffen durch Herrn Kebekus (s.o.) hätte er noch garnicht gewusst, dass es eine solche Blogoezese (katholische Bloggerszene) gebe. In der Tat entstand während des Gesprächs der Eindruck, dass man teilweise doch sehr unterschiedliche Vorstellungen von katholischer Publizistik und dem (offiziellen) Auftreten der Kirche im Netz hatte. Beklagt wurde vor allem, dass katholisch.de mehr eine mainstream-mäßige Berichterstattung zu aktuellen Themen bieten würde, währenddessen der spezifisch katholische Standpunkt weniger oder nicht dargestellt werde. Auch seien sachliche Fehler in der Darstellung katholischer Inhalte zu häufig.

    Trotzdem wurde einhellig festgestellt, dass sich das äußere Erscheinungsbild des offiziellen Internetauftritts der Kirche in Deutschland sehr verbessert habe und durchaus ansprechend wirke.

    Wer mehr zum Bloggertreffen lesen möchte, dem seien die Beiträge verschiedener Blogger dazu (s. Link) empfohlen. Auch erlaube ich mir, diesen Beitrag zu verlinken:
    http://frischer-wind.blogspot.de/2013/05/wir-vom-seelsorgeamt.html

  2. Eine wichtige, wenn auch leider späte Korrektur (von einem, der dabei gewesen ist!): Es war NICHT M. Kopp, der geäußert hat, er kenne die Blogoezese/Bloggerszene bis dato nicht! Er hatte sich vielmehr erkennbar auf das Treffen vorbereitet, es war ein gutes, aufschlußreiches Gespräch für beide „Seiten“.

    Die Aussage: „Kenne ich eigentlich nicht.“ kam vom Geschaäftsführer von katholisch.de (der Name entfällt mir gerade 😉 ), wobei hier dazu gesagt sein muß, daß die Kommunikation mit seinen Mitarbeitern (=“die, die die Arbeit machen“) dann recht ordentlich verlief.

    Daß davon nichts auf katholisch.de gekommen ist, nun ja, man kann sich seinen Teil denken.

    Danke für den guten Bericht!

    Gruß

    GL

    • Dr. Michael Schneider-Flagmeyer sagt:

      Danke Herr Lamers,
      für die sachliche Richtigstellung der Meldung in der „Tagespost“.
      Hinweisen möchte ich noch auf Ihren blog:
      www. pulchra-ut-luna.de

      Besonders angerührt hat mich als alten Karl May Fan das schöne bisher unbekannte „Ave Maria“ von Karl May, das auf Ihrem blog auch anzuhören ist.
      Gruß
      M.Schneider-Flagmeyer

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