Fatamorgana ist kein Ersatz für die Wirklichkeit

Bischöfe sind nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil die Erstverantwortlichen für den Glauben in der Diözese. Unklare, zweideutige Aussagen, die dem Zeitgeist und den Medien ihre Referenz erweisen, sind verheerend. Wie sollen sich Gläubige entscheiden, wenn sogar Bischöfe die kirchliche Lehre relativieren oder sich um klare Aussagen herumdrücken? Wenn Bischof Franz-Josef Bode von Osnabrück äußert, wir sollten „über den Diakonat der Frau nachdenken“ oder „eine Zulassung von Frauen zur Priesterweihe stehe zurzeit (!) nicht zur Diskussion“ (Konradsblatt 24.2017, S. 4) provoziert das die Frage: Kennt der Bischof die Lehre der Kirche nicht oder hat er nicht den Mut, dazu zu stehen?
Was die Zulassung der Frauen zur Priesterweihe betrifft, hat Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben „Über die nur Männern vorbehaltene Priesterweihe“ vom 22. Mai 1994 die Lehre der Kirche erneut bekräftigt. Dort heißt es: „Damit also jeder Zweifel bezüglich der bedeutenden Angelegenheit, die die göttliche Verfassung der Kirche selbst betrifft, beseitigt wird, erkläre ich Kraft meines Amtes, die Brüder zu stärken (vgl. Lk 22,32), dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden, und dass sich alle Gläubigen der Kirche endgültig an diese Entscheidung zu halten haben.“ Das gilt auch für Bischof Bode. Im Katechismus der katholischen Kirche steht: „Die heilige Weihe empfängt gültig nur ein getaufter Mann“ (CIC, can. 1024, Ziff 1577).
Der Katechismus der katholischen Kirche hat außerdem deutlich gemacht (Ziff 1536), dass das Priesteramt dreigestuft ist in Diakonat, Priester- und Bischofsamt. Deswegen braucht Bischof Bode nicht weiter über den Diakonat der Frauen nachzudenken.
Es ist verständlich, dass der Osnabrücker Bischof versucht, die Lücken bei den nichtbesetzten Priesterstellen zu füllen. Wird doch im Jahr 2017 kein einziger Neupriester aus seiner Diözese geweiht werden. Aber er sollte nicht mit Vorschlägen kommen, die unerfüllbare Erwartungen erwecken – auch wenn sie bei manchen gut ankommen – die aber ins Leere gehen, weil sie der Lehre der Kirche nicht entsprechen.

Hubert Gindert

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