Pfarrer Häfner: Eine gültig geschlossene Ehe ist unauflöslich

Dass die katholische Kirche eine gültig geschlossene Ehe nicht auflösen kann, haben im Lauf der Geschichte schon viele Märtyrer mit ihrem Blut bezeugt. Am bekanntesten von ihnen sind wohl Erzbischof John Fisher und der englische Lordkanzler Thomas Morus. Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten auch in Deutschland Priester wie beispielsweise die Pfarrer Otto Neururer und Georg Häfner ihre Treue zum Sechsten Gebot, zum Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe, mit ihrem Leben bezahlen.
Georg Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg gegoren. Seine nicht begüterten Eltern hatten es nicht leicht, das damals übliche Schulgeld und die Internatskosten zu finanzieren. Nach dem Abitur 1918 wurde Häfner noch kurz zum Kriegsdienst eingezogen. 1924 wurde er zum Priester der Diözese Würzburg geweiht. Nach zehn Kaplansjahren wurde er zum Pfarrer in Oberschwarzbach bestellt. Dort ließ sich der Forstwart und hohe Parteifunktionär der NSDAP Michael Wünsch von seiner Ehefrau scheiden und heiratete eine andere Frau. Sein Austritt aus der Kirche wurde in der Öffentlichkeit sehr beachtet. Als Herr Wünsch jedoch 1940 ernstlich erkrankte und ihm die Ärzte keine Hoffnungen mehr machten konnten, wollte er die Sterbesakramente empfangen und eine kirchliche Beerdigung haben. Dieses Begehren konnten ihm Pfarrer Häfner und sein Kaplan Haun gemäß der Lehre der Kirche nur unter der Bedingung zusagen, dass er sich wieder zu seiner ersten Ehe bekennt und seine zweite Ehe bedauert. Um im Angesicht des Todes wieder zur vollen Gemeinschaft der Kirche zu gehören, ging Herr Wünsch auf diese Bedingung ein. Bei der Beerdigung mussten die Geistlichen die Rückkehr des Verstorbenen in die Kirche bekannt geben, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Kirche hätte bei einem prominenten Nationalsozialisten eine Ausnahme gemacht. Diese öffentliche Rückkehr in die Kirche haben die nationalsozialistische Partei und der Staat als Niederlage empfunden. Deshalb waren für Pfarrer Häfner die Tage in Freiheit gezählt. Am 31.Oktober 1941 wurde er auf Anordnung des Reichsführers der SS verhaftet und bald darauf in das KZ Dachau überstellt. Man warf ihm vor, die Bevölkerung aufgehetzt und das Priesteramt zur Schädigung des Ansehens der Partei und des Staates missbraucht zu haben. Am 20. August 1942 starb Pfarrer Häfner an den Folgen von Misshandlung und Hunger. Seine Mitbrüder im KZ haben seinen Tod tief betrauert und seine Frömmigkeit und seinen Opfersinn einhellig bezeugt. In seinem Elend hat er nicht geklagt, sondern still gelitten und gebetet. 2011 wurde Georg Häfner von Papst Benedikt XVI. in die Liste der Seligen der Kirche aufgenommen. Möge die Kirche das Zeugnis ihrer vielen Märtyrer, die wegen ihres Eintretens für die uneingeschränkte Gültigkeit der Zehn Gebote sterben mussten, nie vergessen.

Eduard Werner

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