General Groppe – der „schwarze General“ oder der katholische Hund.

Graf Stauffenberg ist wohl der einzige Offizier, dessen Heldentat von der linken Propaganda nicht aus dem kollektiven Gedächtnis getilgt werden konnte. Er ist jedoch bei weitem nicht der einzige Offizier, der sein Leben aufs Spiel setzte, um seinem Gewissen zu folgen. Es waren Tausende von Offizieren, die aus Gewissensgründen Verfolgung auf sich nahmen, um dem Unrecht zu wehren. Glücklicherweise fielen nicht alle dem Henker oder den Erschießungskommandos zum Opfer. Einer von ihnen ist der „schwarze General“ Theodor Groppe, der nach dem 20. Juli 1944 zunächst in Gestapohaft war und dann im Januar 1945 in die Festungshaftanstalt Küstrin überführt wurde.
Er ist am 18. August 1882 als Sohn eines Verlegers in Trier geboren. Als Soldat im Ersten Weltkrieg erhielt er neben anderen Auszeichnungen den höchsten Orden, den Pour le Merite. Nach dem Ersten Weltkrieg blieb er bei der damaligen Reichswehr der Weimarer Republik und wurde unmittelbar nach der „Machtergreifung“ Hitlers als Generalmajor entlassen, weil seine kompromisslos katholische Weltanschauung nicht zum Nationalsozialismus passte. Als bekennender Katholik hatte er im vorwiegend preußisch-protestantischen Offizierskorps einen schweren Stand. Seine Gegner nannten ihn den schwarzen General oder auch den katholischen Hund. Weil man angesichts der sprunghaften Vergrößerung der Armee auf kriegserfahrene Offiziere nicht verzichten wollte, wurde Groppe Ende 1933 wieder als Divisionskommandeur eingestellt. Die Geheime Staatspolizei und die SS beobachteten den General jedoch misstrauisch, weil er den Gruß „Heil Hitler“ konsequent verweigerte und seine Kinder nicht zu Veranstaltungen der so genannten „Hitler-Jugend“ gehen ließ. Am 12.12.1939 befahl die Nationalsozialistische Arbeiterpartei (NSDAP) „spontane Volkskundgebungen“ gegen die Juden im Bereich der Division. Da erließ General Groppe sofort den Befehl, Ausschreitungen gegen Juden notfalls mit Waffengewalt zu verhindern. Tatsächlich fanden deshalb keine Ausschreitungen statt. Da die Partei (NSDAP) und die SS bereits ihre Aufpasser in der Armee hatten, wurde über das Vorgehen Groppes sofort an den Reichsführer SS, Heinrich Himmler, berichtet. Dieser wollte nun Groppe endgültig ausschalten. Dabei kam ihm Groppes Protest gegen Himmlers Fortpflanzungsbefehl sehr gelegen. Heinrich Himmler, hatte am 28.Oktober 1939 den SS-Männern und der Polizei befohlen, auch außerhalb der Ehe Kinder zu zeugen, damit sie vor ihrem möglichen Tod im Krieg noch dazu beitragen, der „Volksgemeinschaft“ möglichst viel „wertvolles“ Blut zu erhalten. Als General Groppe von diesem SS-Befehl erfuhr, kritisierte er ihn bei Offiziersbesprechungen als schamlos. General Groppe wusste, dass dieser Protest nun seinen Tod bedeuten könnte. Aber er wollte Gott und seinem Sittengesetz mehr gehorchen als den damaligen Machthabern. Jetzt wollte Himmler den General vor den Volksgerichtshof bringen. Da jedoch die Vorgesetzten Groppes, die damaligen Generalobersten von Witzleben und Ritter von Leeb, ihn verteidigten, hatte Himmler nicht sofort Erfolg. Auch der Chef der Heeresjustiz, Generalstabsrichter Dr. Karl Sack, setzte sich unerschrocken für General Groppe ein. Von Witzleben und Dr.Karl Sack endeten nach dem 20. Juli selber am Galgen. Dieses Schicksal blieb Theodor Groppe erspart. Er wurde von Hitler degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und verhaftet. Zweimal gaben der Chef der Gestapo, Kaltenbrunner, und Himmler den Befehl zur Liquidierung Groppes. Aber der Kommandant der Haftanstalt, Major Dr. Leussing, verhinderte dies durch kluge Maßnahmen und Täuschung, so dass neben General Groppe auch seine Mithäftlinge im April 1945 im Dörfchen Umau in Baden von den Franzosen befreit werden konnten. Generalleutnant Theodor Groppe starb erst am 28.04 1973 in Trier. Seine Seelengröße hat die nationalsozialistische Zeit überdauert.

Eduard Werner

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