Kraft für unser Handeln aus dem Wort Gottes

Der Beginn eines neuen Jahres ist in allen Kulturen ein Ereignis, das spektakulär und mit Lärm gefeiert wird; bei uns mit Neujahrsansprachen, Feuerwerk und Sportereignissen. Sie haben so viel Zukunftsbedeutung, wie die guten Vorsätze, die meist den ersten Januar nicht überleben.
Kardinal Sarah sagt in seinem Buch „Kraft der Stille“: „Unsere Welt hört Gott nicht mehr, da sie ununterbrochen mit rasantem Rhythmus und Redefluss spricht und dabei doch nichts sagt. Die moderne Zivilisation kann nicht schweigen. Sie führt nach wie vor ein Selbstgespräch“ (S. 73).
In Berlin soll eine neue Bundesregierung entstehen. Zukunftsvisionen scheinen nicht auf. In den bisherigen Koalitionsverhandlungen standen Klimaschutz, Digitalisierung, der Soli und Rentenabsicherung im Vordergrund, nicht aber so existenzielle Fragen wie die demographische Entwicklung und eine neue Familienpolitik, damit Menschen heranwachsen, welche die Versäumnisse der Vergangenheit und die Probleme schultern können. Die Gemütslage in einer überalterten Bevölkerung wird nicht in den Blick genommen. Man fühlt sich an das Bild vom „Schrei auf der Brücke“ von Edvard Munch erinnert.
Das hat auch damit zu tun, dass eine kraftlos gewordene Kirche im Westen nicht mehr die Hoffnung und die Kraft ausstrahlt, die Menschen aufrichtet. Die „Light-Version des Evangeliums“, wie sie im Interview mit BDKJ-Bundespräses Pfarrer Bingener deutlich wird (Tagespost 11.11.17), lässt von dieser Seite wenig Hoffnung für die Zukunft aufkommen. Nach Neuevangelisierung sieht das nicht aus. Ist das aber das ganze Mosaik, das die deutsche Ortskirche an der Wende von 2017/2018 bietet? Nein!
Kardinal Sarah sagt im o.a. Buch „Die Kraft der Stille“: „Die schönsten Dinge des Lebens ereignen sich in der Stille“ (S. 44). Was im Stillen, meist in kleinen, aber vitalen geistlichen Gemeinschaften und in „Hauskirchen“ heranreift, im Kontrast zum Bild der „Volkskirche“, passt nicht zu dem, was uns die Medien gerne als „Kirche“ servieren: nämlich das Bild, das eine Zeitung in der Zeit der Säkularisation bereits mit einem „stinkenden Kadaver, der nur noch nicht verwesen kann“, verglichen hat. Kirche passt für viele Medien nicht mehr in diese Zeit. Sie möchten ihr endlich das Requiem singen.
Katholiken, die Christus nachfolgen wollen, sind nicht ohne Hirten. Ihre Aufgaben hat Bischof Voderholzer auf der Herbstkonferenz der deutschen Bischöfe in Fulda in Erinnerung gerufen: … „Nur wer mit seiner ganzen Person für den Glauben einsteht, nur wer zu erkennen gibt, dass er sich als Bote dem sendenden Gott und nicht dem Zeitgeist, den Erwartungen der Medien oder sonstigen vorläufigen Instanzen verantwortlich weiß, wird bei anderen Glauben wecken. Kirchliches Leben braucht mehr als nur Sympathisanten. Leitbilder sind gefragt, Menschen die brennen und so das Feuer des Glaubens weitergeben können.“
Christen stellen das neue Jahr nicht unter irgendein Symbol oder unter das Zeichen von Geschöpfen, wie z.B. Chinesen oder Inder, sondern unter das Kreuz. Von ihm sagt Paulus: „Das Wort vom Kreuz ist denen, die verloren gehen eine Torheit. Uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft“ (1 Kor. 1,18). Mit dieser Kraft kommen wir sicher durch das Jahr 2018.

Hubert Gindert

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