Aus den Pfarrnachrichten der katholischen Propstei Werl/Nordrheinwestfalen

Einer unserer Gemeindepriester schreibt ein Erlebnis in Werl vom Oktober 2017 auf. „Ich stelle mich Samstag am frühen Nachmittag nach erfolgtem Einkauf an die Kasse im Lidl/Werl, um zu bezahlen. Bekleidet war ich mit der üblichen priesterlichen Alltagsdienstkleidung, also als Priester erkennbar. Der Supermarkt war recht gut gefüllt, und wenn ich richtig gesehen habe, waren alle Kassen geöffnet. Vor mir waren noch drei Kunden und hinter mir noch ein weiterer Kunde. Direkt vor mir war eine alte Dame … mit einem langen beige-braunen Mantel bekleidet und einem dunkelbraunen Kopftuch. Sie legte gerade die Ware auf das Kassenband. Plötzlich kam (offensichtlich) der Ehemann dieser Frau hinzu. Als er mich sah, begann er mich in seiner Muttersprache zu beschimpfen. Dass es eine Beschimpfung war, war eindeutig! Ich habe darauf in keiner Weise reagiert. Dann aber fasste der besagte Mann an meinen Einkaufswagen und schüttelte/schob selbigen hin und her, während er weiter schimpfte. Daraufhin fühlte ich mich aufgefordert zu reagieren und sagte dem Herrn mit normal höflichem Ton, dass er ruhig in deutscher Sprache mit mir sprechen könne, da ich die durchaus verstünde. Er schaltete direkt um und schimpfte wie folgt: „Du Ungläubiger!“, „Du Schwein!“ Sofort wählte ich ohne Kommentar mit dem Handy die Nummer der Polizei, die sich aber nicht zuständig sah. Von den Umstehenden hat niemand etwas dazu gesagt.“
Bernhard Mihm kommentiert diesen Vorgang und sagt: „Er offenbart gleich dreierlei:
1. die Einstellung von mitten unter uns lebenden Muslimen
2. die Reaktion des Publikums, das dergleichen schon für alltäglich hält
3. die Verweigerung polizeilichen Einschreitens, aus welchen Gründen auch immer“.

Hubert Gindert

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*