Nicht vorzeitig in die Katakomben gehen

Wir leben (noch) in einer freien Gesellschaft mit Meinungs- und Redefreiheit, die uns die Verfassung garantiert.
Natürlich gibt es Gegenwind, wenn z.B. Zeitungen in einer Selbstzensur Vorgänge, die dem vorherrschenden Mainstream entgegenstehen, verschweigen, wenn Medien die Regierung nicht mehr kontrollieren, wenn Rechtsbrüche der Regierung, z.B. bei der Masseneinwanderung 2015, unerwähnt bleiben.
Aber es gibt, wie nie zuvor, die Möglichkeit seine Meinung in den sozialen Netzwerken zu äußern. Vor die Frage gestellt, ob Hassrede oder Verleumdung notfalls drastisch geahndet werden sollten oder die Meinungsfreiheit eingeschränkt werden sollte, müssen sich die Freunde der Freiheit für drakonische Strafen aussprechen, vorausgesetzt, dass klar definiert ist, was Hassrede oder Verleumdung ist.
Eines muss klar sein, wer in den sozialen Netzwerken schreibt, der urteilt. Das ist das gute Recht in einer freien Gesellschaft. Wer über Sachverhalte oder Personen schreibt, sollte seine Meinung begründen und belegen können und mit vollem Namen dafür gerade stehen. Wer mit einem Pseudonym arbeitet – von Anonymität wollen wir nicht reden – scheut eine offenen Auseinandersetzung.
Arthur Schopenhauer stammt aus einer anderen Zeit. Aber ist deswegen falsch, was er in seiner Schrift „Über Schriftstellerei und Stil“ anführt (Seite 18)? „Ein offener, dem Gesicht sich stellender Gegner ist ein ehrlicher, gemäßigter, einer mit dem man sich verständigen, vertragen, aussöhnen kann; ein versteckter hingegen ist ein niederträchtiger, feiger Schuft, der nicht so viel Herz hat, sich zu dem zu bekennen, was er urteilt“ …
Man mag diese Aussage für hart halten. Aber mit einem Pseudonym zu kämpfen ist, wie wenn einer in den Untergrund geht, wenn die bürgerlichen Freiheiten in der offenen Arena zu verteidigen sind.

Hubert Gindert

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4 Antworten auf Nicht vorzeitig in die Katakomben gehen

  1. Peter Weyk sagt:

    „Aber es gibt, wie nie zuvor, die Möglichkeit seine Meinung in den sozialen Netzwerken zu äußern.“

    Natürlich nur, wenn es die richtige Meinung ist. In Wahrheit wird nirgendwo so viel zensiert, wie auf Seiten, die eine angebliche Zensur bejammern. Gegenreden stören halt in der eigenen Echokammer.

    Schade, dass mein Kommentar nicht veröffentlicht wird. „Meinungs- und Redefreiheit“ halt, gelle?

    • Die Redaktion sagt:

      Das ist doch nur eine Behauptung. Wenn ein Kommentar zum Artikel in angemessenem Ton sachlich begründet geschrieben wird, warum soll er dann nicht veröffentlicht werden?
      Veröffentlicht werden nicht Beschimpfungen, Hassreden oder ganze Romane, die an dem zu kommentierenden Artikel vorbeigehen.

  2. Nur eine Nachfrage: sind mit besagter „offener Arena“, wo die „bürgerlichen Freiheiten“ verteidigt werden sollen, Demonstrationen gemeint, die – wie jüngst beim Frauenmarsch gegen Gewalt in Berlin – von der Polizei gegen militante Linksextreme nicht mehr geschützt werden?
    Oder hat man die von George Soros gesponserte Presse (sog. „Project Syndicate“,in Auswahl: Süddeutsche Zeitung, Die Welt, Handelsblatt, Wirtschaftswoche, Capital) darunter zu verstehen, European Data News Hub -EDNH – ( https://kirchfahrter.wordpress.com/2017/04/06/dpa-und-spon-lassen-sich-von-der-eu-kommission-bezahlen/) nicht zu vergessen?
    Oder vielleicht auch „unsere“ allerchristlichsten Politiker, die sich nach der „Ehe für Alle“ jetzt gerne beim § 219 StGB überstimmen lassen? Fragen über Fragen….

  3. Mathias Wagener sagt:

    Das ist sicher alles richtig. Zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz (Das Wortungetüm wird NetzDG abgekürzt) bedarf jedoch noch der Erwähnung aus juristischer Betrachtung. Es ist in der derzeitigen Ausgestaltung inakzeptabel, da es Privaten eine Machtposition zuweist, die nur dem staat zusteht, gegen den sich die Betroffenen auch alsgleich wehren können.

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