Leserbrief An den Münchner Merkur zu „Marx wirft Söder Spaltung vor.“am 30.04.2018 Seite 1

Ein Bischof, der ausgerechnet in Jerusalem sein Amtskreuz in der Tasche versteckt und dann auch noch wahrheitswidriger Weise behauptet, das hätten die Israelis von ihm verlangt, hat schon jede Glaubwürdigkeit verloren. Jetzt will er – wieder nicht ganz ehrlich – den Ministerpräsidenten absichtlich missverstehen, als würde dieser das Kreuz nur als Symbol christlicher Kultur verstehen und nicht auch als religiöses Markenzeichen des Christentums. Diese Unterstellung ist unbegründet, denn das Kulturzeichen lässt sich doch gar nicht vom christlichen Erlösungszeichen trennen. Dieses bewusste Missverstehen ist wenig vornehm. Damit kann sich Marx um eine inhaltliche Aussage zum Kreuz selber drücken. In der Zeit des Nationalsozialismus haben sich Bischöfe und Laien noch unter Lebensgefahr zum Kreuz bekannt. Wie viele Christen kamen ins KZ, weil sie die Schulkreuze nicht abhängen ließen. Leutnant Kitzelmann aus Horben wurde zum Tode verurteilt, weil er gesagt hatte: „Daheim reißen sie die Kreuze aus den Schulen und hier an der Ostfront macht man uns vor, wir würden gegen den gottlosen Bolschewismus kämpfen.“ In der Verfolgung wusste man noch, dass die Wahrheit spaltet. Arme Kirchen, in der Bischöfe das nicht mehr wissen. In allen Ländern, in denen die Kreuze abgehängt wurden, ist das den Völkern sehr schlecht bekommen.

Dr. Eduard Werner

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Eine Antwort auf Leserbrief An den Münchner Merkur zu „Marx wirft Söder Spaltung vor.“am 30.04.2018 Seite 1

  1. Herbert Klupp sagt:

    Was für ein wertvoller Leserbrief ! Herrn Marx möchte man zusätzlich an Jesu Wort erinnern, wonach er will, daß wir uns zu ihm bekennen. „Denn wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner … schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.“

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