Die hartnäckige, aber durchsichtige Strategie der Kirchenveränderer

Was haben die Leitung einer Pfarrgemeinde durch Laien oder die Zulassung geschiedener Wiederverheirateter zur Kommunion mit der Verwaltung diözesaner Gelder zu tun? Nichts!
Es ist nur der durchsichtige und hartnäckig verfolgte Versuch, jedes kirchliche Problem mit den Zielen der Kirchenveränderer zu verbinden, um die Kirche endlich dort hin zu bringen, wo man sie schon lange haben möchte, nämlich auf den Pfad des Relativismus. Zu diesem Zweck werden die finanziellen Probleme in den Diözesen Eichstätt, Freiburg und Hamburg instrumentalisiert. Alois Knoller von der Augsburger Allgemeinen Zeitung überschreibt seinen Beitrag (22.2.18) mit „Auch für die katholischen Bischöfe endet die Zeit der Alleinherrschaft“. Der Untertitel lautet: „Der Eichstätter Finanzskandal hat der Bischofskonferenz in Ingolstadt ein Thema aufgedrängt, das einen tiefgreifenden Wandel im Führungsstil verlangt.“
Hier werden die o.a. Ziele wie „Leitung von Pfarrgemeinden durch Laien“, „Kommunion für geschiedene Wiederverheiratete“ wieder aufgekocht und die Basis, „die sich nach Reformen sehnt“, bemüht. Tatsächlich sehnen sich allenfalls bezahlte Kirchenfunktionäre nach mehr Demokratie in der Kirche. Nicht bezahlte Mitarbeiter, wie z.B. die Pfarrgemeinderäte, werden mit der Lupe gesucht und gedrängt, sich doch für die Mitarbeit zur Verfügung zu stellen.
Im Übrigen ist der Redakteur Alois Knoller nicht gut informiert, was seine Behauptung im gleichen Artikel betrifft, wo es heißt: „Vereinzelt wagen Bischöfe einen mutigen Vorstoß wie etwa der Münchner Kardinal Reinhard Marx in der Frage der Segnung von homosexuellen Paaren.“ Denn Kardinal Marx war schon vor Erscheinen dieses Artikels heftig zurückgerudert. Er dementierte (Tagespost 22. Februar 18, S. 12): „Von Segnung homosexueller Paare öffentlich habe ich überhaupt nicht gesprochen“. Es gehe vielmehr „um die Begleitung von Homosexuellen, die Christen sein wollen und die für ihr Leben auch Zuspruch suchen“.
Der Durchbruch im Sinne des Relativismus gelingt nicht, wenn wir uns vor Augen führen, was Kardinal Ratzinger am 18. April 2005 dazu geäußert hat: „Einen klaren Glauben nach dem Credo der Kirche zu haben, wird oft als Fundamentalismus abgestempelt, wohingegen der Relativismus, das sich ‚vom Windstoß irgendeiner Lehrmeinung Hin- und Hertreiben-Lassen‘, als die heutzutage einzige zeitgemäße Haltung erscheint. Es entsteht eine Diktatur des Relativismus, die nichts als endgültig anerkennt und als letztes Maß nur das eigene Ich und seine Gelüste gelten lässt.“ Auch die Ziele der Kirchenveränderer lassen sich m.E. alle auf „die Idee zurückführen, dass es keine unbestreitbaren Wahrheiten gibt, die unser Leben lenken, und deshalb der menschlichen Freiheit keine Grenzen gesetzt sind“ (Papst Franziskus: Enzyklika „Laudato Si“, Ziff 6 Der Papst zitiert hier Benedikt XVI.)

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Die hartnäckige, aber durchsichtige Strategie der Kirchenveränderer

  1. Richtig, eine Strategie. Eine Strategie, welche – nach der Liturgie – nunmehr auch die Struktur der Kirche an den Protestantismus angleichen soll: Zölibatswegfall, Gemeindereferentin in der Rolle der „Wort-Gottes-Feier“-Gestalterin als de-facto-Pfarrerin, laiengeführte Pfarrgemeinde, interkonfessioneller Religionsunterricht in NRW, Interkommunion. Kurz: postkatholische Restrukturierung.

    Von langer Hand geplant und über viele Jahrzehnte geduldig umgesetzt. Erst wurde die Liturgie protestantisiert, dann zunehmend deutlich in den Priesterseminaren die Weichen gestellt für die Ausbildung künftiger „Pastoralteamleiter“, die Gläubigen wurden schleichend umerzogen und nun ist man halt folgerichtig im Protestantismus angekommen. Sowas kommt von sowas…

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