Komm, Heilger Geist, kehr bei uns ein…“

Das Forum Deutscher Katholiken wünscht allen Freunden, Lesern und allen Menschen dieser Welt ein gesegnetes Pfingstfest.
Ein indischer Bischof hat einmal vor vielen Jahren in einer Predigt in Friedrichshafen ungefähr (aus der Erinnerung) Folgendes gesagt:
Die Deutschen sind ein wunderbares Volk, sie organisieren alles perfekt.
Stellen Sie sich vor: es klopft an Ihrer Tür, Sie öffnen und der Heilige Geist steht vor Ihrer Tür und möchte eintreten. Sie freuen sich und begrüßen Ihn und sagen: Das wollte ich doch schon immer, dass der Heilige Geist zu mir kommt. Bitte treten Sie ein, putzen Sie sich aber die Schuhe gut ab; dort drüben ist das Gästezimmer. Bitte stören Sie unsere Ordnung nicht und halten Sie sich möglichst im Gästezimmer auf. Um 18:00 Uhr gibt es Abendessen.
Und beim Abendessen stellen Sie fest, dass der Heilige Geist still und leise wieder gegangen ist. Soweit der Bischof.
Wir Christen neigen dazu, dem Heiligen Geist Geleise zu legen, auf denen er fahren soll, Aber ER fliegt immer nebenher. So hat einmal ein römischer Kardinal gesagt.
Er tritt eben nicht bei uns ein, um ein braver und unauffälliger, nichts störender Gast zu sein, sondern um uns zu verändern und den ganzen Gelsenkirchener Rhein-Ruhr-Barock, d.h. unsere Kompensationen, die wir uns so mühsam aufgebaut haben, abzuräumen und aus dem Fenster zu werfen. Und dann richtet ER unsere Herzenswohnung mit dem himmlischen Mobiliar ein, so dass wir im Frieden Christi und in Freude leben können; denn ER nimmt nur etwas, um es durch die himmlischen Gaben zu ersetzen. Und wenn wir diesen Gast so in unseren Herzen wohnen lassen, dann können wir auch wirklich das Leben in Fülle haben, wie es uns Christus verheißen hat. ER überwindet unsere Ängste und hilft uns, dem Herrn der Kirche auf Seinem Weg zu folgen. Es ist ein schöner Gedanke von Papst Franziskus, den Pfingstmontag der ewigen Braut des Heiligen Geistes als Mutter der Kirche, als unserer Mutter zu weihen. Deshalb beten wir voll Zuversicht und Hoffnung:
„Komm, Heiliger Geist, erfülle die Herzen Deiner Gläubigen ( und aller Menschen), entzünde in uns das Feuer Deiner Liebe. Sende Deinen Geist aus, und alles wird neu erschaffen, und Du erneuerst das Antlitz der Erde.“

(Text von Michael Schneider-Flagmeyer von unserer Facebook-Seite übernommen)

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2 Antworten auf Komm, Heilger Geist, kehr bei uns ein…“

  1. Herbert Klupp sagt:

    Lieber hochgeschätzter Herr Schneider-Flagmeyer,
    diese 1950er-Jahre-ff-Mahnung hätte man nicht bringen sollen. Dieses ( zugegeben damals kritisierenswerte ) deutsche Akuratesse-Syndrom gibt es doch längst nicht mehr. Heute sind wir „weiter“. Der Deutsche weiß heute normalerweise überhaupt nicht mehr, was „Heiliger Geist“ etwa sein soll. Die es wissen – das eine Prozent in Deutschland ( oder wie anders sollte man das abschätzen ???) das den Heiligen Geist kennt, freut sich mit ihm ( und leidet mit ihm an den Zuständen – bspw der Merkel-Politik oder den Marx-Worten ). Die irgendwie schräge Kritik des „indischen Bischofs“ hat ja auch unsere „liberalen Freunde“ verwirrt, und sie haben danach – ganz gegen den Heiligen Geist – das Programm erfunden, wonach in der Kirche erst mal alles verändert werden muß. Eine Veränderung, die eher mit Zerstörung korreliert, und eher mit einem „Geist von unten“. Die Freiheit jedoch, die Gottes Geist in Wirklichkeit schenkt, ist so groß, daß der, der sie erfährt, dazu dieses Übermaß an Liebe, daß er „locker“ bereit ist, die „gute bewährte Hausordnung“ der 2000jährigen Kirche nicht nur einzuhalten sondern freudig zu leben.

    • Michael Schneider-Flagmeyer sagt:

      Lieber Herr Klupp,
      in Anamnese und Diagnose stimme ich Ihnen zu. Um so mehr halte ich es für wichtig, diese Predigt des indischen Bischofs aus dem Beginn der neunziger Jahre nicht zu vergessen; denn die Krankheit besteht seit 2000 Jahren (oder noch länger: siehe Buch der Weisheit) und hat sich lediglich verschlimmert. Die meisten Menschen in der Kirche haben nie gewusst, wer der Heilige Geist ist, sondern ihn immer mit ihrem eigenen Geist verwechselt. Und selbst in der Kirche wurde immer versucht, den Heiligen Geist zu organisieren. Auch der Spruch des römischen Kardinals gilt nach wie vor.

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