Katholikentagssplitter

Zustimmung oder Ablehnung zu Referaten oder Podiumsdiskussionen sagen etwas aus über die Gesinnung der Zuhörer. Die Befindlichkeit des Katholikentags-Publikums bei der Diskussion zwischen Kardinal Woelki und dem evangelischen Kabarettisten Eckard von Hirschhausen über das Thema „Wann stört Religion? Was stört an Religion?“ ist sehr aussagekräftig. Eckard von Hirschhausen, der mit einer katholischen Frau verheiratet ist und eine gemeinsam veranschlagte Kirchensteuer für die katholische Kirche zahlt, forderte in dieser Diskussion: „Dafür will ich auch eine Oblate, wenn ich mit meiner Frau zur Messe gehe“ (Kathnet 12.05.2018).
„Hirschhausen wurde für seine Polemik vom Publikum gefeiert“! Kardinal Woelki hielt dagegen, dass die „Eucharistie das Allerheiligste ist, die auch eine bekenntnishafte Dimension habe“.
Ob die Lehre der Kirche einem solchen Publikum noch zu vermitteln ist, darf bezweifelt werden. Die katholische Lehre sagt: „Die Eucharistie als Sakrament der Sakramente nimmt eine einzigartige Stellung ein: Alle Sakramente sind auf sie als Ziel hin geordnet“ (KKK 1211) … „Die Teilnahme am göttlichen Leben und die Einheit des Volkes Gottes machen die Kirche zur Kirche; beide werden durch die Eucharistie sinnvoll bezeichnet und wunderbar bewirkt“ (KKK 1325) … „Die Eucharistie ist also der Inbegriff und die Summe unseres Glaubens“ (KKK 1327) … „Eine besonders schwere Sünde ist das Sakrileg dann, wenn es sich gegen die Eucharistie richtet, denn in diesem Sakrament ist der Leib Christi substantiell gegenwärtig“ (KKK 2120).
Vielleicht sind Bischöfe, Priester und katholische Laien am Zustand dieses Katholikentags-Publikums mitschuldig, weil sie die deutsche Ortskirche noch immer als Volkskirche sehen, die mit dem großen Mercedes der 24 Millionen Kirchensteuerzahler daherkommt. Tatsächlich wird sie weder in der Politik, noch in der Gesellschaft für wichtig angesehen. Die deutsche Ortskirche sollte realistischer Weise in den kleinsten fahrbaren Untersatz der 1-5 Prozent der Katholiken umsteigen, die noch bereit sind, ihr Leben an der Lehre der Kirche auszurichten. So könnte sie vielleicht wieder zum Licht auf dem Berg und zum Salz der Erde werden.

Hubert Gindert

Erschienen in der Juliausgabe der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Eine Antwort auf Katholikentagssplitter

  1. Das einzig erfreuliche an dieser unsäglichen Geschichte ist, dass hier einmal die Trennlinie zwischen Katholiken und denen, die dies nicht sind, klar erkennbar wird. Für die einen ist „die Oblate“ ein Teil der „Serviceleistung“, welche durch den „Mitgliedsbeitrag“ ja wohl abgedeckt ist, für die anderen der real präsente HERR.
    Es wird sich jeder zu entscheiden haben: Joh 3,18…

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