Resolution des Forums Deutscher Katholiken beim Kongress „Freude am Glauben“ 2018: „Der Mensch sehnt sich nach Orientierung.“

„Der Mensch ist orientierungslos geworden und sehnt sich als Gläubiger besonders nach einer geistlichen Führung durch die Priester“. Dies forderten die Teilnehmer des 18. Kongresses „Freude am Glauben“ am letzten Wochenende in Fulda, der unter dem Motto stand: „Selbstbewusst mit Christus“, bei dem die Frage, was die größten Herausforderungen seien, mit denen sich der Mensch heute auseinandersetzen müsse, im Mittelpunkt stand.
In Referaten und Podiumsdiskussionen wurde festgestellt, dass ihm von einer selbsternannten gesellschaftlichen Elite sozusagen als Leitgedanke die absolute Freiheit angeboten würde, weil sie ihn glücklich mache. Dies stimme aber nicht, sondern stattdessen würde dieser Ego-Kult sie unsicherer und orientierungsloser machen. Hierfür wurden vor allem folgende Beispiele genannt:
1. Eine jahrhundertealte Kulturtradition der selbstverständlichen Akzeptanz der zwei menschlichen Geschlechter männlich und weiblich wird durch die neue Ideologie Gender Mainstreaming ersetzt, die ein biologisches Geschlecht verneint und durch ein soziales ersetzt, das jeder Mensch für sich selber bestimmen müsste.
2. Jede moralische Bewertung der intimsten sexuellen Beziehung wird beseitigt. Sexualität wird als Ware angeboten, für die allein das Lustprinzip gelte.
3. Zur Unterstützung werden Konzepte der „sexuellen Vielfalt“ für Kitas und Schulen angeboten, ohne den jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder zu berücksichtigen.
4. Die seit Jahrhunderten von vielen Kulturen auf der Welt praktizierte heterosexuelle Ehe – denn Gott schuf Mann und Frau – wird ersetzt durch alle anderen Arten von Beziehungen, die dann als Ehe bezeichnet werden, wenn die Partner „gegenseitige Verantwortung“ übernehmen. In dieser sog. „Ehe für alle“ mit dem Recht, über Adoptionen und Leihmutterschaften auch Kinder zu bekommen, wird das Wohl der Kinder völlig ausgeklammert.
5. Die Betreuung der Kinder ab dem 1. Lebensjahr in einer staatlichen Einrichtung wird gegenüber der häuslichen Erziehung mit finanziellen Anreizen favorisiert, obwohl insbesondere die Hirnforschung eindeutig belegt, dass Bindung vor Bildung kommt.
6. Auch die Menschenwürde wird nicht mehr als christlicher Grundwert anerkannt, sondern bei Abtreibung und Präimplantationsdiagnostik (PID) wird das Recht der Mutter über den Schutz des ungeborenen Lebens gestellt. Auch den Zeitpunkt seines Todes und eine Hilfe dabei („Assistenz“) soll der Mensch selbst bestimmen können.

In dieser von Gottesferne bestimmten teuflischen Angebotspalette, die man „modern“ nennt, kann sich der Mensch nicht mehr alleine zurechtfinden. Er braucht zur eigenen Orientierung einen Priester, der ihm als „guter Hirte“ zur Seite steht und ihn auf seinem Weg zu Gott begleitet. Nur wer auf der Grundlage der Wahrheit Jesu Christi zu leben versuche, würde Halt und Sicherheit finden. Deshalb sei allen Bischöfen und Priestern zu danken, die die Laien durch ihre klare christliche Position auf diesem Wege unterstützen würden.Diese Vermittlung an junge Menschen ist jedoch nur möglich, wenn die erwachsenen Vorbilder in allen Bereichen selbst begeistert und mitreißend wirken, wenn fundiertes Glaubenswissen vermittelt wird und das Brennen für den Glauben sichtbar ist.
Wir rufen daher die erwachsenen Christen auf, den Aufbau dieser besseren Welt glaubwürdig vorzuleben und weiterzutragen. Wir brauchen mutige, gebildete, engagierte Eltern und Lehrkräfte, wir brauchen begeisterte Geistliche.
Wir brauchen Vorbilder, die all dies auf normale Art und Weise einfach tun, damit die Jugend dieses Vorbild aufnehmen und selbst verwirklichen kann und damit das christliche Wirken auch in der heutigen Gesellschaft wieder so normal wird, wie es eigentlich ist.

Print Friendly
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Presseerklärungen veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Resolution des Forums Deutscher Katholiken beim Kongress „Freude am Glauben“ 2018: „Der Mensch sehnt sich nach Orientierung.“

  1. Peter Werner sagt:

    Peter Werner (Bad Harzburg/ Niedersachsen)Ich weiss, dass die nachfolgenden Zeilen nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit
    dem Ausgangstext stehen. Weil die veröffentlichte Resolution aber auf dem letzten Kongress „Freude am Glauben“ beschlossen wurde und ich Facebook aus verschiedenen Gründen ablehne, möchte ich meinen Beitrag zur von Peter Winnemöllerauf „kath.net“ angestossenen Diskussion über die Zukunft des Kongresses gerne hier unterbringen. Auf der FB-Seite von „kath.net“ ist ja Michael Schneider-Flagmeyer
    der Ansprechpartner des Forums für die dort geäußerten Vorschläge. Vielleicht ist erja auch noch für diesen Blog zuständig, dann käme das Wenige, was ich beitragenkann, auch gleich zum zuständigen Forumsmitglied. Also, wenn es nach mir ginge, würde ich am Kongress gar nichts oder wenig ändern, denn ich finde ihn wirklich richtig gut, und zwar alles: die Vorträge, die Podien, die Heiligen Messen, die Anbetungen, die Möglichkeit des Empfangs des Bußsakramentes,die Ausstellung von Vereinen, Verbänden und Verlagen, die Möglichkeit zum Austausch, z.B. beim gemeinsamen Essen, nicht zu vergessen die Lichterprozession.
    Ich kann also eigentlich gar nicht nachvollziehen, dass das Interesse am Kongresssignifikant nachlässt. Natürlich ist auch mir nicht entgangen, dass beim Kongressdie älteren Semester in der eindeutigen Mehrheit sind. Mit meinen 55 Jahren bin
    ich ja selbst schon nicht mehr der Jüngste. Daher dürfte an der These, dass seit 2001 inzwischen nicht wenige schon zum Herrn gegangen sind, einiges dran sein.
    So kommt die Frage auf, wie auch jüngere Katholiken erreicht werden könnten. Gleichzeitig wird damit aber auch sofort klar: das ist keine Sache, die leicht durch schnelles Umstellen irgendeines Hebels bewerkstelligt werden könnte. Auf keinen Fall sollte durch aktionistische Schnellschüsse der klassisch-katholische Charakter des Kongresses auf’s Spiel gesetzt werden! Um es noch deutlicher zu sagen: ehe sich der
    Vorstand zu fragwürdigen Anbiederungen an den Zeitgeist hinreißen läßt, wie es
    auf Katholikentagen immer häufiger zu beobachten ist, wäre meiner Meinung nach
    eher eine Halbierung der Kongresshäufigkeit auf alle 2 Jahre akzeptabel. In der Werbebranche weiß man, Nachfrage u. Interesse können regelmäßig erhöht werden,
    wenn dem potentiellen Kunden suggeriert wird, dass dieses oder jenes Produkt knapp
    wird. In diesem Sinne will ich gar nicht unredlichen Marktpraktiken das Wort reden. Aber ist es nicht so, dass in der katholischen Kirche der westlichen Hemisphäre eine authentische, d.h. am KKK orientierte, Glaubensverkündigung immer seltener anzutreffen ist? Bei vielen Sonntagspredigten und „Worten zum Sonntag“ (ARD) ist
    diese traurige Erkenntnis doch unbestreitbar! Auch dieses kann mit Hinweis auf Kongress und seinen Veranstalter auf Flyern und Plakaten ruhig einmal thematisiert werden, auf dass die potentiellen Interessenten erkennen mögen, dass sie auf dem Kongress den echten katholischen Glauben erleben und erfahren können und dass solches heutzutage in Deutschland nicht mehr selbstverständlich ist.
    Auch sollte nicht der Versuchung erlegen werden, den katholischen Glauben durch zu konroverse Diskussionen zu zerreden (á´la Fernseh-Talkshows). Wichtig sollte auch in Zukunft sein, den katholischen Glauben und seine Implikationen in Politik, Ethik,
    Moral, Ehe, Familie, Arbeit usw. klar vorzulegen und zu erklären und zwar so, dass auch junge Menschen, die noch nicht viel Glaubenswissen erlangen konnten, die Schönheit u. den Wert des Glaubens für ein gelingendes Leben weniger durch theologische Deduktion als viel mehr durch die Erschütterung des Herzens erfahren können, um es mal mit Worten unseres Papa emerito Benedikt XVI. zu sagen.
    So sehe ich, wie gesagt, beim Kongress selbst wenig Änderungsbedarf, denn die Themen und Referenten, die ich bisher erleben durfte, waren wirklich Spitze. Überlegenswert fände ich, ob nicht als Parallelprogramm ein bestimmtes (wichtiges)
    Kapitel aus dem KKK mal Interessierten etwas genauer erklärt werden könnte, z.B. das Sakrament der Ehe, die 10 Gebote, was es heißt zu beten u.ä. Aber das muss sich natürlich nicht auf den KKK beschränken. Auch ein Evangelium oder ein anderer
    wichtiger Bibeltext könnte durch einen kompetenten Referenten den Leuten einmal etwas näher gebracht werden. Auch die Berührungspunkte zwischen Katholiken und Charismatikern bzw. Evangelikalen wären ein Thema, das auch jüngere Katholiken
    ansprechen könnte. Nicht zuletzt wird auch das 2. Vatikanische Konzil von liberalen,
    zum Teil kirchenfeindlichen Kräften immer wieder gern ins Feld geführt. Hier wäre eine kompetente Aufklärung der Unterschiede zwischen den Konzilsdokumenten und dem sogenannten Geist des Konzils sicher von großem Interesse.
    Interessante Referenten: Dr. Johannes Hartl (Gebetshaus Augsburg), („Don“) Reto Nay (CH) [Christoph Cassetti kennt ihn], Dominik Lusser (Stiftung Zukunft CH), Martin Grichting (Generalvikar Bistum Chur), Giuseppe Gracia (Medienbeauftragter Bistum Chur), Prof. Dr. Georg May (Mainz), Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst (Rom), Kardinal Rainer Maria Woelki (Erzbischof von Köln)
    Einen letzten aber meiner Meinung nach nicht unwesentlichen Ansatz will ich nochnennen. Es könnte nützlich sein interessierten Forumsmitgliedern eine Kurzausbildung (unabhängig vom Kongress) angedeihen zu lassen, wie diese in ihrem Umfeld, z.B. in ihrer Heimatpfarrei, ihrer Verwandschaft, Verein etc. den katholischen Glauben allgemein und das Forum wie auch den Kongress im besonderen so thematisieren können, dass die üblichen Vorurteile zumindest zum Teil überwunden und ehrliches Interesse geweckt werden kann. Wie halte ich ein Kurzreferat zu Glaubens- u. Kirchenthemen? Wie kann ich in Gesprächen und Diskussionen agieren? Kann ich als konservativer Katholik einigermaßen konfliktfrei bei Erstkommunion- u. Firmkatechese mitarbeiten? Wie trete ich an „Wellness-Katholiken“ und getaufte Heiden heran, wie an einen hyperliberalen Priester? Solche und ähnliche Fragen sollten Inhalt eines Sonderseminars sein, das, wie gesagt, außerhalb des Kongresses einmal angeboten werden könnte. Es würde natürlich nicht unmittelbar und sofort seine Auswirkung auf die Größe des Kongresses haben, langfristig könnte aber auch dadurch mit Gottes Hilfe das Interesse wieder steigen, eben aufgrund der Arbeit guter Multiplikatoren auf Pfarreiebene.
    Schließlich kann auch das verstärkte Verteilen von Flyern und Plakaten durch Forumsmitglieder (rechtzeitig vor einem Kongress) in den Pfarreien seine Wirkung haben. Man muss aber auch Realist sein: dies alles wird mühsame und schwere Arbeit sein, für jeden, der sich engagiert. Massenbekehrungen sind bei dem hohen Anteil an Zeitgeistkatholiken nicht zu erwarten. Dennoch sollten die Netze im Vertrauen auf Gottes Hilfe – er ist ja der eigentlich Agierende – mutig ausgelegt werden. Es klingt
    paradox, aber es ist so: die erste Aufgabe des Forums ist es, den katholischen Glauben in der eigenen Kirche treu zum Lehramt aller Zeiten zu verkünden, wenn es sein muss auch gegen den Widerstand von (zeitgeistigen) Priestern und Bischöfen.
    Um eines wird das Forum intern nicht herumkommen: um eine Klärung seiner Haltung zu umstrittenen Punkten des Lehramtes von Papst Franziskus (Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen in Einzelfällen zum Kommunionempfang [über Fußnotenakrobatik im 8. Kapitel von AL], Zulassung von evangelischen Ehepartnern inkonfessionsverschiedenen Ehen in Einzelfällen zum Kommunionempfang [per Unterschrift mit „F.“ unter eine Protokollnotiz von einem Gespräch mit EB Marx gegeneine entgegengesetzte Ausrichtung der eigenen Glaubenskongregation], offensicht-lich beabsichtigte Abschaffung des Zölibates auf der Amazonassynode im Oktober 2019). Auf dem letzten Kongress haben schon einige Teilnehmer beim Abspielen der Papsthymne aus Protest den Saal verlassen (ich auch). Hier muss Klarheit, z.B. über eine Resolution auf dem nächsten Kongress herbeigeführt werden. Will man gegen all die genannten Dinge sein, aber nur mit „der Faust in der Tasche“, weil man die Papsttreue auch unter einem Populisten wie „F.“ über alles stellt oder will man seinen
    Glauben bewahren und offen bekennen, dass man die Relativierungen in AL und in der Orientierungshilfe der DBK nicht akzeptieren kann, auch wenn man damit nicht papsttreu ist. Auch die Rehabilitierung des ZdK-Vereins Donum Vitae, der die Beratungsscheine zur straffreien Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche ausstellt, durch das Sekretariat der DBK (Brief von Marx an Sternberg von Anfang
    2018) gehört in einer Resolution klar und unmissverständlich und für die Öffentlichkeit sichtbar abgelehnt. Ein weiteres diplomatisches Larvieren ist hier fehl am Platz.

    Bad Harzburg, 02.08.18
    Peter Werner

  2. Gassenreh sagt:

    Gender Mainstreaming beachtet zu wenig gegebene Fakten und bedenkt nicht mögliche negative Folgen ihrer fraglichen Behauptungen und zwanghaften Implementierungen . So begeht z. B. die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neuro-physiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. zu negieren.
    Hinsichtlich von Gender Mainstreaming z. B. geforderter durchgehender Berufstätigkeit von Frauen weisen sorgfältige Recherchen überdies deutlich auf die beachtlichen Probleme der scheinbar alternativlos propagierten Krippe (Stresshormonausschüttung: Cortisol, Wachstumshormonreduktion infolge Schlafmangel, Zerstörung der für die frühkindliche Sprachentwicklung wichtigen Dyadenbindung an die Mutter, auf deren Stimme der Foet bereits ab der 20. Entwicklungswoche massiv fixiert ist) hin, wodurch z. B. mangelnde Stressresistenz und Angstbewältigung, Sprachentwicklungsstörungen (Lese- Rechtschreibstörungen) und auch ADHS teilweise zurückführbar sind. [Beleg: „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ in: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 6. Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-9814303-9-4 und „Es trifft Frauen und Kinder zuerst – Wie der Genderismus krank machen kann“, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2015: ISBN 978-3-945818-01-5

  3. Grzegorz Rapa sagt:

    Super! Ich danke Ihnen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*