Erklärung des Forums Deutscher Katholiken zur Diskussion über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche

Die deutschen Bischöfe befassen sich auf ihrer Herbstkonferenz mit dem Bericht der Missbrauchsfälle in der deutschen Ortskirche von 1946-2014
.Dieser Bericht kam vorzeitig (!) in die Presse. Er nennt 3677 sexuelle Missbrauchsfälle, die von 1670 Klerikern begangen wurden.
Das ist erschreckend und erfordert die volle Offenlegung, Verurteilung und – soweit noch möglich – Brestrafung. Diese Vorkommnisse sind Grund zur Scham für alle Katholiken.
Wir wenden uns aber dagegen, wenn diese Verbrechen dazu missbraucht werden, nicht nur die Schuldigen zu verurteilen, sondern damit die Kirche insgesamt zu treffen und die „mindestens 95 Prozent der Priester, die noch nie einen Missbrauchsdelikt begangen haben“ (kath.net 10. Sept. 2018) unter Generalverdacht zu stellen. Wir fragen, wann wird der sexuelle Missbrauch, der in Familien und Vereinen geschehen ist, mit gleicher Konsequenz angegangen?

Prof. Dr. Hubert Gindert, Vors. des Forums Deutscher Katholiken

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2 Antworten auf Erklärung des Forums Deutscher Katholiken zur Diskussion über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche

  1. Mathias wagener sagt:

    Nennen wir die Dinge doch beim Namen: Die Pädophilie war doch schon auf der Streichliste. Sie verdankt ihr Weiterleben doch nur dem Umstand, dass sie im Kampf gegen die Kirche instrumentalisiert werden kann, wobei noch Eiferer aus den eigenen Reihen ordentlich mittun. Der ganze Komplex ist derart mißlich, weil beim „Auftakt“ dieser Kampagne die Kirche nicht konsequent die Fälle untersucht hat. Zu schnell hat man alle Vorwürfe für wahr genommen und tut das auch heute noch. Ich wette, dass die Pädophilie kein Thema mehr ist, wenn die „richtigen“ Wissenschaftler herausfinden, dass sie dem Kindeswohl dient, was dann von Politik und Medien unisono nachgebetet wird.

  2. Herbert Klupp sagt:

    Es bedarf dingend (!) – wegen der Gefahr der Etablierung und Verfestigung einer großen Verleumdung der Kirche – der Differenzierung der Begriffe. „Sexueller Mißbrauch“ – ist das wirklich „sexuell“ oder werden die früher üblichen Körperstrafen ( Ohrfeigen etc ) ebenfalls darunter subsumiert ? Handelt es sich bei den vielen Fällen von „Mißbrauch“ um ( unbewiesene ) Anklagen, denen aber Versetzungen ( nicht Schuldeingeständnisse ) folgten ? Wird im „Bericht“ differenziert nach a) früher bereits „ausermittelten“ und „weltlich“ abgeurteilten Fällen – und b) nur kirchlich verurteilten Fällen und c) überhaupt nicht verurteilten Fällen oder d) die Zahl der Fälle, wo der Priester sich definitiv als „nicht schuldig“ bezeichnete ?
    Seit 2010 hat man das Gefühl, daß immer dieselben „uralt“-Fälle stets wieder „neu“ präsentiert werden, als ob es sich um bisher unbekannte Fakten handeln würde. Auch dieser Aspekt gehört in die Diskussion ! ( Beispiel Regensburger Domspatzen: da wurden doch auch bereits „hunderte Fälle“ behauptet – und diese sind doch sicherlich jetzt wieder enthalten – ZEIT ONLINE bspw schreibt am 18. Juli 2017: „Mindestens 547 Chorknaben wurden missbraucht“ )
    Sodann noch ein ganz heikler Gesichtspunkt, bei dem ich mich schäme, das überhaupt auszubreiten. Daher nur kurz: muß man nicht auch den Grad des sexuellen Mißbrauchs berücksichtigen ? Wie etwa beim Stehlen unterscheiden zwischen Raub, gewerbsmäßigem Stehlen, Kleptomanie, einem kleinen Gelegenheitsdiebstahl oder etwa „Mundraub“ ? Die weltlichen Ankläger sollten aber nicht davonkommen, indem sie unsere Schamhaftigkeit ausnutzen, um stets „alles“ in den einen Topf „unsäglicher sexueller Mißbrauch“ rühren zu können.
    Gibt es Fälle, wo ein Priester seine ( liebsten ) Ministranten liebevoll gedrückt und über den Kopf gestreichelt hat, und irgendjemand hat das zur Anklage gebracht ? Und der Priester wurde versetzt ? In welchen Fällen war es wie eine fehlgeleitete Liebe, heimlich und mit schlechtem Gewissen, oder wie oft wurde das mit gleichgesinnten Päderasten wie in einem Netzwerk dreckig und niederträchtig praktiziert ?
    Gibt es eine Zahl der wahrhaft schwarzen Schafe, die tatsächlich und bewiesenermaßen ( oder eingestandenermaßen ) „richtigen“ Geschlechtsverkehr mit den ihnen anvertrauten Kindern oder Jugendlichen begangen haben ?
    Sie sind natürlich „falsche Priester“ und es kann keine Entschuldigung mehr geben.
    Ich will keineswegs „alles wegreden“, aber ich verlange eine sorgfältige Differenzierung der Anklage, anstelle des medial immer wieder zu lesenden ( und zu hörenden ) „über tausend Priester haben sich in über 3000 Fällen an Kindern vergangen“

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