Das tägliche Gebet – der Rosenkranz

Mittelpunkt unserer Gebete steht der dreifaltige Gott, dem wir unsere kindliche Liebe, Hingabe und Anbetung durch das Rosenkranzgebet zeigen wollen. Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria nimmt uns bei der Hand und führt uns zu Gott. Im Laufe der Zeit entstanden weltweit immer mehr Gnadenorte und Anbetungskapellen. Das Vertrauen auf die Fürsprache und Hilfe der Mutter Gottes hat die Menschen immer wieder veranlasst, zu diesen Marienwallfahrtsorten zu pilgern. Wie viele Rosenkränze mögen vor den jeweiligen Gnadenbildern schon gebetet worden sein? Keiner war umsonst. Der Rosenkranz ist ein wunderbares und wirkmächtiges Gebet. Seine Entstehung geht bis in das 13. Jahrhundert zurück und nahm nach verschiedenen Veränderungen im 14. und 15. Jahrhundert die uns heute bekannte Form an. Der Hauptförderer war ein gewisser Alanus von Rupe, ein Dominikaner, auf den die Legende von der Übergabe des Rosenkranzes an den hl. Dominikus durch die Jungfrau Maria zurückgeht. Er war es auch, der die erste Rosenkranzbruderschaft 1470 ins Leben rief, der weitere folgten.
Was aber war der konkrete Anlass für die Entstehung eines eigenen Festes zur Ehren der Rosenkranzkönigin? Dazu müssen wir wieder in die Geschichte schauen. Das Christentum hat schon seit seiner Entstehung immer auch unter Verfolgung gelitten. Ab dem 14. Jahrhundert fand ein unaufhaltsamer Vormarsch der Türken in Südosteuropa statt. Mit ihrer überlegenen Kavallerie eroberten sie dort viele Gebiete westlich des Schwarzen Meeres, dazu Serbien und Ungarn; außerdem unterwarfen sie Syrien, Arabien, Ägypten und Persien. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453, der Besetzung der Hagia Sophia und deren Umwandlung in eine Moschee, bedrohten sie zunehmend das östliche Mittelmeer. Die Bedrohung durch die Türken war nicht nur politscher und militärischer Art. Ihr Vormarsch bedeutete auch eine religiöse Bedrohung. Der Islam hatte das Ziel, seine Herrschaft über das Abendland auszudehnen. Die christlichen Völker Europas erkannten sehr deutlich, dass es bei diesem Kampf auch um ihre Religion ging. Aus diesem Grund bemühte sich der hl. Papst Pius V. um ein Bündnis der Flotten von Spanien, Venedig, Genua und Malta. In der berühmt gewordenen Seeschlacht bei Lepanto wurden die Türken am 7. Oktober 1571 vernichtend geschlagen. 15.000 christliche Sklaven, die auf den türkischen Galeeren als Ruderer dienen mussten, wurden dabei gerettet. Dieser Sieg wurde dem gemeinsamen Rosenkranzgebet der Rosenkranzbruderschaften zugeschrieben, so dass Pius V. für den jeweiligen Jahrestag dieses Sieges zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria vom Sieg eine eigene Festfeier anordnete. 1575 gestattete Papst Gregor XIII. allen Kirchen, in denen sich ein Rosenkranzaltar befand, dieses Fest als Rosenkranzfest zu begehen. Der liturgische Titel, den das Fest heute führt – Fest der seligen Jungfrau Maria vom Rosenkranz – stammt vom hl. Papst Johannes XXIII. Leo XIII. weihte zuvor schon den Monat Oktober der Rosenkranzkönigin.
Der Rosenkranz wurde von den bedrängten Christen gebetet, da sie sich in dieser konkreten historisch politischen Situation nicht anders zu helfen wussten und die Gebete wurden erhört. Auch in unserer Zeit wird das Christentum bedroht. In vielen Ländern werden unsere Brüder bedrängt und verfolgt; in unseren westlichen einst christlich geprägten Gesellschaften bekämpft und untergräbt die teuflische Genderideologie die Gesetze und Gebote Gottes. Und auch bei uns ist der Islam auf dem Vormarsch. Ein Abendland, das weitgehend seine christlichen Wurzeln aufgegeben hat, darf sich nicht wundern, wenn es von einer anderen Religion, die durchaus missionarisch ist, langsam, aber sicher eingenommen wird. Es ist Zeit, auch den Rosenkranz hervorzuholen und zu beten. Die christliche Nächstenliebe verbietet uns, anderen Menschen, auch wenn sie in Irrtum und falscher Religion gefangen sind und eine gewisse Bedrohung darstellen, den Untergang zu wünschen. Ja, im Gegenteil, Christus lehrt uns sogar, unsere Feinde zu lieben und gerade deshalb wollen wir für ihre Bekehrung beten. Beten wir den Rosenkranz für die Verteidigung des katholischen Glaubens, beten wir ihn aber auch für die Bekehrung der Muslime. Gott ist Mensch geworden, um alle zu retten. Wir dürfen – beispielsweise angesichts der vielen muslimischen Flüchtlinge in unserem Land – keine Verachtung gegen sie in uns unterhalten, es muss uns ein aufrichtiges Anliegen sein, dass sie den einen und wahren Gott erkennen und zum Glauben an Ihn kommen. Die Mutter Gottes hat in Fatima nicht aufgehört, die Kinder aufzufordern, täglich den Rosenkranz für die Rettung der Seelen zu beten. Folgen auch wir diesem so wichtigen Aufruf Mariens. Unser emeritierter Papst Benedikt XVI. sagte einmal in einer Predigt: „Der Rosenkranz ist eine geistliche „Waffe“ im Kampf gegen das Böse, gegen jede Gewalt, für den Frieden in den Herzen, in den Familien, in der Gesellschaft und in der Welt“. Glauben wir daran, beten wir treu und eifrig dieses wunderbare Gebet.
Die Texte der Liturgie des Rosenkranzfestes sind gleichsam ein Kommentar und eine Ausweitung des Rosenkranzes. Die Hymnen und Antiphonen des göttlichen Offiziums folgen seinen verschiedenen Geheimnissen; die Lesungen singen sein Lob, und die vielen Hinweise auf die Jungfrau, die „aufblüht unter den Blumen, umkränzt von Rosen und Lilien des Feldes“, sind klare Anspielungen auf den Kranz mystischer Rosen, den die Andächtigen Maria flechten, wenn sie den Rosenkranz beten. Das Festgeheimnis will uns sagen, dass die Verehrung des Rosenkranzes zunächst einmal eine Verehrung Mariens ist; denn er ist nichts anderes als eine Betrachtung des Lebens der Gottesmutter und, wie wir noch sehen werden. ihres Sohnes, die von der Wiederholung des Englischen Grußes begleitet wird. Deshalb legt uns die Kirche dieses wertvolle Gebet so ans Herz. Im Tagesgebet (des alten lateinischen Ritus) flehen wir: „O Gott, durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat Dein eingeborener Sohn uns aufgetan die Schätze des ewigen Heiles; wir verehren diese Geheimnisse im Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria und bitten Dich: gib uns die Gnade, dass wir verwirklichen, was sie enthalten, und erlangen, was sie verheißen.“ Der Rosenkranz ist also zugleich Gebet und Schulung. Seine Geheimnisse lehren uns, dass im Leben Mariens alles in Beziehung zu Gott beurteilt wird: ihre Freuden bestehen in dem, was Gott gefällt, während ihre Leiden sich mit den Leiden ihres geliebten Sohnes innigst verbinden. Ihn verraten, gegeißelt, mit Dornen gekrönt, gekreuzigt zu sehen – alles zur Tilgung für der Menschen Schuld – ist ihr einziger Schmerz. Und die einzige Freude ihres mütterlichen Herzens ist Jesus: Ihm Mutter sein, Ihn mit ihren Armen umfangen, Ihn der Welt zur Anbetung darbieten, Ihn schauen in der Herrlichkeit der Auferstehung, Ihm im Himmel vereint sein. Das ist die erste Frucht, die wir aus dem Rosenkranzgebet gewinnen sollten: alle Ereignisse in unserem Leben in Beziehung zu Jesus sehen; sich an dem zu erfreuen, was Ihm gefällt, was uns Ihm näher bringt; aber leiden an der Sünde, die uns von Ihm trennen kann und Ursache für Sein Leiden und Sterben war. Die zweite Frucht, die der tägliche Rosenkranz uns schenkt, ist das allmähliche Eindringen in die Geheimnisse Christi selbst. Durch Maria und mit ihr, die uns das Tor aufschließt, hilft uns das Rosenkranzgebet in die unaussprechlichen Mysterien der Heilsgeschichte einzudringen. Niemand hat sie mehr erfasst und miterlebt als Maria und niemand anderer als sie vermag es deshalb, auch uns an ihnen teilnehmen zu lassen. Wenn wir uns beim Beten des Rosenkranzes darum bemühen, uns in geistigen Kontakt mit der Gottesmutter zu setzen, um sie auf ihren Lebenswegen zu begleiten, so können wir einiges von ihrer Herzensgesinnung bezüglich der großen Geheimnisse, deren Zeugin und oft auch Trägerin sie war, erfahren. Während unsere Lippen sprechen: „Gegrüßet seist du Maria“, bittet unser Herz: Lehre mich, Maria, Jesus so zu kennen und zu lieben, wie du es tust. Wir dürfen das Rosenkranzgebet noch anreichern, indem wir nach jedem Geheimnis die wunderbaren Worte Liebe und Hingabe, alles für Dich, o mein liebster Jesus und die ganze Menschheit beten.
In unserem Leben auf dieser Welt geht es einzig und allein darum, nach den Geboten und Gesetzen Gottes zu leben, zuzunehmen an Gottes- und Nächstenliebe, um das Ziel, das Ewige Leben in der Herrlichkeit des Himmels, zu erlangen. Das Sehnen unseres Herzens soll es sein, Gott einmal zu schauen von Angesicht zu Angesicht. Dies wollen wir nicht nur für uns erhoffen, sondern für alle Menschen, denn so will der Herr es auch. Wie wir gesehen haben, ist der Rosenkranz eines der vortrefflichsten Gebete, das uns gegeben ist. Die Heiligen wussten das. So schrieb der hl. Papst Johannes Paul II. einmal: „Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren. Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe.“ Und vom hl. Pater Pio erzählt man, dass er ununterbrochen den Rosenkranz gebetet hat. Ja, die Heiligen wurden durch den Rosenkranz nicht nur tiefer hineingeführt in die Geheimnisse des Glaubens, sondern durften auch immer wieder aus den Händen Mariens viele, viele Gnaden durch ihn empfangen. Ihnen allen wollen wir uns anschließen.
„Betet täglich den Rosenkranz“ bittet Maria in Fatima die Seherkinder. Nehmen wir uns vor, ihn treu täglich zu beten in den vielen drängenden Anliegen unserer Zeit, mit großem Vertrauen auf die liebe Gottesmutter, die am Throne ihres göttlichen Sohnes alles erbitten wird, um was wir mit kindlichem Herzen flehen. Vergessen wir aber auch niemals zu danken. Denn je mehr wir Gott danken, um so mehr wird er uns schenken.
Im Mittelpunkt unserer Gebete steht der dreifaltige Gott, dem wir unsere kindliche Liebe, Hingabe und Anbetung durch das Rosenkranzgebet zeigen wollen. Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria nimmt uns bei der Hand und führt uns zu Gott. Im Laufe der Zeit entstanden weltweit immer mehr Gnadenorte und Anbetungskapellen. Das Vertrauen auf die Fürsprache und Hilfe der Mutter Gottes hat die Menschen immer wieder veranlasst, zu diesen Marienwallfahrtsorten zu pilgern. Wie viele Rosenkränze mögen vor den jeweiligen Gnadenbildern schon gebetet worden sein? Keiner war umsonst. Der Rosenkranz ist ein wunderbares und wirkmächtiges Gebet. Seine Entstehung geht bis in das 13. Jahrhundert zurück und nahm nach verschiedenen Veränderungen im 14. und 15. Jahrhundert die uns heute bekannte Form an. Der Hauptförderer war ein gewisser Alanus von Rupe, ein Dominikaner, auf den die Legende von der Übergabe des Rosenkranzes an den hl. Dominikus durch die Jungfrau Maria zurückgeht. Er war es auch, der die erste Rosenkranzbruderschaft 1470 ins Leben rief, der weitere folgten.
Was aber war der konkrete Anlass für die Entstehung eines eigenen Festes zur Ehren der Rosenkranzkönigin? Dazu müssen wir wieder in die Geschichte schauen. Das Christentum hat schon seit seiner Entstehung immer auch unter Verfolgung gelitten. Ab dem 14. Jahrhundert fand ein unaufhaltsamer Vormarsch der Türken in Südosteuropa statt. Mit ihrer überlegenen Kavallerie eroberten sie dort viele Gebiete westlich des Schwarzen Meeres, dazu Serbien und Ungarn; außerdem unterwarfen sie Syrien, Arabien, Ägypten und Persien. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453, der Besetzung der Hagia Sophia und deren Umwandlung in eine Moschee, bedrohten sie zunehmend das östliche Mittelmeer. Die Bedrohung durch die Türken war nicht nur politscher und militärischer Art. Ihr Vormarsch bedeutete auch eine religiöse Bedrohung. Der Islam hatte das Ziel, seine Herrschaft über das Abendland auszudehnen. Die christlichen Völker Europas erkannten sehr deutlich, dass es bei diesem Kampf auch um ihre Religion ging. Aus diesem Grund bemühte sich der hl. Papst Pius V. um ein Bündnis der Flotten von Spanien, Venedig, Genua und Malta. In der berühmt gewordenen Seeschlacht bei Lepanto wurden die Türken am 7. Oktober 1571 vernichtend geschlagen. 15.000 christliche Sklaven, die auf den türkischen Galeeren als Ruderer dienen mussten, wurden dabei gerettet. Dieser Sieg wurde dem gemeinsamen Rosenkranzgebet der Rosenkranzbruderschaften zugeschrieben, so dass Pius V. für den jeweiligen Jahrestag dieses Sieges zu Ehren der Heiligen Jungfrau Maria vom Sieg eine eigene Festfeier anordnete. 1575 gestattete Papst Gregor XIII. allen Kirchen, in denen sich ein Rosenkranzaltar befand, dieses Fest als Rosenkranzfest zu begehen. Der liturgische Titel, den das Fest heute führt – Fest der seligen Jungfrau Maria vom Rosenkranz – stammt vom hl. Papst Johannes XXIII. Leo XIII. weihte zuvor schon den Monat Oktober der Rosenkranzkönigin.
Der Rosenkranz wurde von den bedrängten Christen gebetet, da sie sich in dieser konkreten historisch politischen Situation nicht anders zu helfen wussten und die Gebete wurden erhört. Auch in unserer Zeit wird das Christentum bedroht. In vielen Ländern werden unsere Brüder bedrängt und verfolgt; in unseren westlichen einst christlich geprägten Gesellschaften bekämpft und untergräbt die teuflische Genderideologie die Gesetze und Gebote Gottes. Und auch bei uns ist der Islam auf dem Vormarsch. Ein Abendland, das weitgehend seine christlichen Wurzeln aufgegeben hat, darf sich nicht wundern, wenn es von einer anderen Religion, die durchaus missionarisch ist, langsam, aber sicher eingenommen wird. Es ist Zeit, auch den Rosenkranz hervorzuholen und zu beten. Die christliche Nächstenliebe verbietet uns, anderen Menschen, auch wenn sie in Irrtum und falscher Religion gefangen sind und eine gewisse Bedrohung darstellen, den Untergang zu wünschen. Ja, im Gegenteil, Christus lehrt uns sogar, unsere Feinde zu lieben und gerade deshalb wollen wir für ihre Bekehrung beten. Beten wir den Rosenkranz für die Verteidigung des katholischen Glaubens, beten wir ihn aber auch für die Bekehrung der Muslime. Gott ist Mensch geworden, um alle zu retten. Wir dürfen – beispielsweise angesichts der vielen muslimischen Flüchtlinge in unserem Land – keine Verachtung gegen sie in uns unterhalten, es muss uns ein aufrichtiges Anliegen sein, dass sie den einen und wahren Gott erkennen und zum Glauben an Ihn kommen. Die Mutter Gottes hat in Fatima nicht aufgehört, die Kinder aufzufordern, täglich den Rosenkranz für die Rettung der Seelen zu beten. Folgen auch wir diesem so wichtigen Aufruf Mariens. Unser emeritierter Papst Benedikt XVI. sagte einmal in einer Predigt: „Der Rosenkranz ist eine geistliche „Waffe“ im Kampf gegen das Böse, gegen jede Gewalt, für den Frieden in den Herzen, in den Familien, in der Gesellschaft und in der Welt“. Glauben wir daran, beten wir treu und eifrig dieses wunderbare Gebet.
Die Texte der Liturgie des Rosenkranzfestes sind gleichsam ein Kommentar und eine Ausweitung des Rosenkranzes. Die Hymnen und Antiphonen des göttlichen Offiziums folgen seinen verschiedenen Geheimnissen; die Lesungen singen sein Lob, und die vielen Hinweise auf die Jungfrau, die „aufblüht unter den Blumen, umkränzt von Rosen und Lilien des Feldes“, sind klare Anspielungen auf den Kranz mystischer Rosen, den die Andächtigen Maria flechten, wenn sie den Rosenkranz beten. Das Festgeheimnis will uns sagen, dass die Verehrung des Rosenkranzes zunächst einmal eine Verehrung Mariens ist; denn er ist nichts anderes als eine Betrachtung des Lebens der Gottesmutter und, wie wir noch sehen werden. ihres Sohnes, die von der Wiederholung des Englischen Grußes begleitet wird. Deshalb legt uns die Kirche dieses wertvolle Gebet so ans Herz. Im Tagesgebet (des alten lateinischen Ritus) flehen wir: „O Gott, durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung hat Dein eingeborener Sohn uns aufgetan die Schätze des ewigen Heiles; wir verehren diese Geheimnisse im Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria und bitten Dich: gib uns die Gnade, dass wir verwirklichen, was sie enthalten, und erlangen, was sie verheißen.“ Der Rosenkranz ist also zugleich Gebet und Schulung. Seine Geheimnisse lehren uns, dass im Leben Mariens alles in Beziehung zu Gott beurteilt wird: ihre Freuden bestehen in dem, was Gott gefällt, während ihre Leiden sich mit den Leiden ihres geliebten Sohnes innigst verbinden. Ihn verraten, gegeißelt, mit Dornen gekrönt, gekreuzigt zu sehen – alles zur Tilgung für der Menschen Schuld – ist ihr einziger Schmerz. Und die einzige Freude ihres mütterlichen Herzens ist Jesus: Ihm Mutter sein, Ihn mit ihren Armen umfangen, Ihn der Welt zur Anbetung darbieten, Ihn schauen in der Herrlichkeit der Auferstehung, Ihm im Himmel vereint sein. Das ist die erste Frucht, die wir aus dem Rosenkranzgebet gewinnen sollten: alle Ereignisse in unserem Leben in Beziehung zu Jesus sehen; sich an dem zu erfreuen, was Ihm gefällt, was uns Ihm näher bringt; aber leiden an der Sünde, die uns von Ihm trennen kann und Ursache für Sein Leiden und Sterben war. Die zweite Frucht, die der tägliche Rosenkranz uns schenkt, ist das allmähliche Eindringen in die Geheimnisse Christi selbst. Durch Maria und mit ihr, die uns das Tor aufschließt, hilft uns das Rosenkranzgebet in die unaussprechlichen Mysterien der Heilsgeschichte einzudringen. Niemand hat sie mehr erfasst und miterlebt als Maria und niemand anderer als sie vermag es deshalb, auch uns an ihnen teilnehmen zu lassen. Wenn wir uns beim Beten des Rosenkranzes darum bemühen, uns in geistigen Kontakt mit der Gottesmutter zu setzen, um sie auf ihren Lebenswegen zu begleiten, so können wir einiges von ihrer Herzensgesinnung bezüglich der großen Geheimnisse, deren Zeugin und oft auch Trägerin sie war, erfahren. Während unsere Lippen sprechen: „Gegrüßet seist du Maria“, bittet unser Herz: Lehre mich, Maria, Jesus so zu kennen und zu lieben, wie du es tust. Wir dürfen das Rosenkranzgebet noch anreichern, indem wir nach jedem Geheimnis die wunderbaren Worte Liebe und Hingabe, alles für Dich, o mein liebster Jesus und die ganze Menschheit beten.
In unserem Leben auf dieser Welt geht es einzig und allein darum, nach den Geboten und Gesetzen Gottes zu leben, zuzunehmen an Gottes- und Nächstenliebe, um das Ziel, das Ewige Leben in der Herrlichkeit des Himmels, zu erlangen. Das Sehnen unseres Herzens soll es sein, Gott einmal zu schauen von Angesicht zu Angesicht. Dies wollen wir nicht nur für uns erhoffen, sondern für alle Menschen, denn so will der Herr es auch. Wie wir gesehen haben, ist der Rosenkranz eines der vortrefflichsten Gebete, das uns gegeben ist. Die Heiligen wussten das. So schrieb der hl. Papst Johannes Paul II. einmal: „Das Rosenkranzgebet hat mich in Augenblicken der Freude und der Prüfung begleitet. Viele Sorgen habe ich in dieses Gebet hineingelegt und habe dadurch stets Stärkung und Trost erfahren. Der Rosenkranz ist mein Lieblingsgebet. Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe.“ Und vom hl. Pater Pio erzählt man, dass er ununterbrochen den Rosenkranz gebetet hat. Ja, die Heiligen wurden durch den Rosenkranz nicht nur tiefer hineingeführt in die Geheimnisse des Glaubens, sondern durften auch immer wieder aus den Händen Mariens viele, viele Gnaden durch ihn empfangen. Ihnen allen wollen wir uns anschließen.
„Betet täglich den Rosenkranz“ bittet Maria in Fatima die Seherkinder. Nehmen wir uns vor, ihn treu täglich zu beten in den vielen drängenden Anliegen unserer Zeit, mit großem Vertrauen auf die liebe Gottesmutter, die am Throne ihres göttlichen Sohnes alles erbitten wird, um was wir mit kindlichem Herzen flehen. Vergessen wir aber auch niemals zu danken. Denn je mehr wir Gott danken, um so mehr wird er uns schenken. 

P. Dr. Dr. Andreas Hirsch FSSP

Foto: Forum Deutscher Katholiken

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