Es fehlt der Mut die Ursachen beim Namen zu nennen.

„Fachkräfte fehlen: Es klemmt beim Wohnungsbau“ heißt eine Artikelüberschrift in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 13.8.2018. Weiter: „Der Wohnungsbau in Deutschland wird ausgebremst, weil es im Handwerk zu wenig qualifizierte Leute gibt … Der Mangel an Fachkräften ist nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW die wichtigste Ursache für die schwache Dynamik am Bau … Und wir haben den Höhepunkt des Fachkräftemangels noch nicht einmal erreicht … Die Zahl der fehlenden Fachkräfte im Handwerk wird auf 200.000 bis 250.000 geschätzt“. Es fehlen aber nicht nur im Handwerk Facharbeiter. Sie fehlen insbesondere in den Pflegeberufen, im Schul- und Bildungsbereich und in der Verwaltung.
Verwunderlich ist aber das Erstaunen darüber. Wir haben seit 1968 eine ständig rückläufige Kinderzahl, d.h. seit 50 (!) Jahren. Die durchschnittliche statistische Kinderzahl pro Frau pendelt um 1,4. Hat das in diesem Zeitraum niemand bemerkt? Kein Politiker, welcher die Entwicklung beobachten sollte, um Sorge für die Zukunft eines Volkes zu tragen? Natürlich auch die Familien selbst, die wissen, dass es ohne Kinder keine Zukunft und keine gesicherte Altersversorgung geben kann. Die SPD will Thilo Sarrazin aus der Partei werfen, weil er mit Büchern, wie „Deutschland schafft sich ab“ unbequeme Wahrheiten auftischt, bzw. an Tabus rührt. Nur, auch ein Herausschmiss aus der Partei löst das Problem nicht.
Es kommt aber noch ein Tabu hinzu. Das ist die Abtreibung. In Deutschland werden jährlich, nach offizieller Statistik, rund 100.000 ungeborene Kinder abgetrieben. Die Dunkelziffer ist hoch. Fachleute schätzen die tatsächliche Zahl der im Mutterleib getöteten Kinder auf rund 200.000. Das wären alle fünf Jahre eine Million. Wir haben die bestehende Abtreibungsregelung seit 1994, d.h. seit rund 24 Jahren. Die Abtreibung ist, lt. Bundeskanzlerin, „gut geregelt“. Eine Änderung dieser Regelung wagt kaum ein Politiker anzusprechen. Es ist aber auch eine Frage, in der es um das Menschenrecht auf Leben geht. Hier ist auch die Kirche gefordert. Von der deutschen Ortskirche ist dazu wenig zu hören. Wenn aber die warnende Stimme fehlt, macht man sich an der Entwicklung mitschuldig!

Hubert Gindert

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Eine Antwort auf Es fehlt der Mut die Ursachen beim Namen zu nennen.

  1. Mathias Wagener sagt:

    Man darf bei der Betrachtung aber auch nicht übersehen, dass unter dem Mantel der „Bildung“ die Akademisierung derart propagiert wurde, dass es fast als Schande oder Versagen galt und gilt, wenn jemand ein Handwerk oder einen Pflegeberuf wählt. Diesen Aspekt wollte ich doch noch anfügen.

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