Der Aufschrei über die Aussagen von Papst Franziskus zur Abtreibung

Papst Franziskus behandelt zur Zeit in den Generalaudienzen die zehn Gebote. In der Katechese über das 5. Gebot, das in seiner ursprünglichen Form lautet: „Du sollst nicht morden“ hat Papst Franziskus auch über die Abtreibung gesprochen. Er sagte: „Ein widerspruchsvoller Gesichtspunkt besteht auch in der Tötung menschlichen Lebens im Mutterschoß im Namen des Schutzes anderer Rechte. Aber, wie kann ein Akt therapeutisch (heilbringend), zivilisiert und menschlich sein, der unschuldiges und ungeschütztes Leben in seiner Blüte tötet? Ich frage euch, ist es gerecht, ein menschliches Leben auszulöschen, um ein anderes Problem zu lösen? Ist es gerecht, einen Meuchelmörder (Sicario) zu nehmen, um ein Problem zu lösen?“
Franziskus hat nicht von Frauen gesprochen, wohl auch deswegen nicht, weil er weiß, hinter einer Abtreibung stehen oft der Freund, der Ehepartner, Familienmitglieder etc.. Franziskus hat nicht, wie die FAZ (siehe Konradsblatt, 43.2018, S. 2) behauptet „All jene Frauen, die sich im Zweifel gegen das Leben eines ungeborenen Kindes entschieden haben, mit kaltblütigen Killern gleichgesetzt“. Die FAZ sollte etwas genauer hinhören, was der Papst wirklich gesagt hat. Selbstverständlich brandmarkt die katholische Kirche Abtreibung ohne Abstriche. Das Zweite Vatikanische Konzil hat Abtreibung als „ein verabscheuungswürdiges Verbrechen“ bezeichnet. Der Katechismus der katholischen Kirche, KKK relativiert diese Aussage in den Ziffern 2270 bis 2275 nicht. Der Katechismus sagt in Ziff 2272: „Wer eine Abtreibung vornimmt, zieht sich mit erfolgter Ausführung die Tatstrafe der Exkommunikation zu (CIC, can 1398) sodass sie von selbst durch Begehen der Straftat eintritt“.

Warum erfolgt auf die Aussage von Papst Franziskus ein Aufschrei in den Medien? Wenn Franziskus vom Teufel spricht, so juckt sie das nicht, weil sie nicht an seine Existenz glauben und die Aussage für eine Marotte des Papstes halten. Wenn Franziskus die Genderideologie als „teuflisch“ brandmarkt, stört das schon wesentlich mehr. Es wird aber deswegen nicht groß thematisiert, weil die Genderideologie über die Hintertür durchgesetzt werden soll und eine Debatte darüber nur stört. Bei der Aussage zur Abtreibung sind aber viele Frauen und Handlanger der Kindstötung durch die jahrzehntelange Massenabtreibung unmittelbar betroffen, so dass sich der Aufschrei erklärt. Diejenigen, die Abtreibung relativieren oder sogar ein Recht auf Abtreibung fordern, sollten sich daran erinnern, dass Abtreibung nach wie vor eine „gesetzeswidrige, aber straffreie Tat“ ist! Dass der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) im Erzbistum Berlin eine Unterschriftenaktion für eine Petition zu dem Thema an Papst Franziskus durchführt, zeigt wieder einmal wie sich eine katholische Gemeinschaft an den Zeitgeist, nicht aber an die Lehre der katholischen Kirche hält (Konradsblatt 43.2018, S. 4).

Hubert Gindert

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2 Antworten auf Der Aufschrei über die Aussagen von Papst Franziskus zur Abtreibung

  1. Mathias Wagener sagt:

    Die antichristlichen Haltungen so mancher Verbände, die katholisch im Namen führen, ist einfach widerlich. Was denken sich diese Leute denn eigentlich, wenn sie für die rechtmäßigkeit oder weitere Relativierung der Tötung menschlichen Lebens plädieren ?
    Der Papst handelte, wie er nach dem Glauben zu handeln hatte. Da gibt es kein Vertun.

  2. Herbert Klupp sagt:

    Wir können sehr froh sein, daß es diese klaren glaubensgemäßen Aussagen von Papst Franziskus gibt. Die unzureichende bzw ( bewußt ? ) falsche und verdrehende Art der Wiedergabe seiner Worte in den Medien wird richtig beschrieben. Die Realität des heutigen Diskurses ist aber noch viel grausamer. Gerade haben die Jusos gefordert, Abtreibung bis zum neunten (!) Monat zu legalisieren. Mir fehlen die Worte. Ich spüre: das ist grausam, niederträchtig, hirnverbrannt, unmenschlich, teuflisch ….
    Und was machen die Medien ? Der Mainstream empört sich NICHT. Und das spricht auch Bände.

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