Friedlose Jagd nach Frieden

Jane ist ein weltweit gefeierter Film- und Fernsehstar. Ihr Lebensverständnis und ihr Selbstwertgefühl wurden bislang getragen von Publicity, Erfolg und Schönheit. Aus diesem Erleben heraus jagte sie von Erfolg zu Erfolg und sonnte sich in der Bewunderung der Menschen. Sie meinte und glaubte, Sinn und dauerhaften Frieden ihres Lebens gefunden zu haben.
Schwarze Tiefen der Lebensangst
Im Verlaufe der Zeit entdeckt sie an sich Spuren des Alterns: Falten im Gesicht, nachlassende Spannkraft des Körpers, eine härter werdende Stimme. Plötzlich steigt Angst in ihr auf: Beginn des Alterns, schwindende Attraktivität … Bald wird sie auf die Seite geschoben werden. Irgendwo lauert das Ende des Lebens …? Alles aus? Vorbei? Panik erfasst sie. Sollte ihr bisheriger Lebensinhalt entschwinden? Dann würde sie keinen Frieden mehr finden können. Sie vertuscht die Falten mit Schminke, behängt sich mit Schmuck und kleidet sich herausfordernd. Dann legt sie sich einen jungen Freund zu, nach kurzer Zeit weitere. Es folgen verzweifelte Versuche, wieder im Mittelpunkt des Bewundert-Werdens zu stehen und den plötzlich verlorengegangenen Frieden mit sich selbst wiederzufinden. Sie versucht es mit Alkohol und Drogen. Doch es endet alles im ernüchternden Erwachen. Sie muss sich eingestehen: Es wird nie wieder so sein wie früher. Das persönliche Lebenslimit steht wie ein drohendes Gespenst vor jedem neuen Tag. Hoffnungslosigkeit zersetzt das Denken. Panikartige Unruhe und Depressionen treiben sie in schwarze Tiefen von Lebens- und Todesängsten: Jane setzt sich in ihren Sportwagen und rast mit durchgedrücktem Gaspedal an eine Betonmauer. Tot, zerschmettert, entstellt …
Wie den Frieden finden?

Den Frieden des Herzens kannst du dir nicht kaufen. Es gibt auch keinen echten und tiefen Frieden, wenn er nicht aus der Zufriedenheit des Herzens kommt. Wie aber findest du diesen Frieden? Schaffe vor allem in drei Bereichen deines Lebens ordnende Harmonie: Bei dir selbst, in der Beziehung zu deinen Mitmenschen und in der Hinwendung zu Gott.
Um den Selbstbezug kreisen?
Beginne bei dir selbst. Nimm dich an, so wie Gott dich ins Leben gerufen hat. Sei nicht unzufrieden mit deinem Äußeren, deiner körperlichen Erscheinung oder deiner Begabung. Sie machen nicht den wahren Wert des Menschseins aus. Dieser gründet vielmehr in der Einmaligkeit deiner unsterblichen Seele. Daher können Stolz, Eitelkeit, Egoismus, Habsucht und Geiz nichts anderes als nur vordergründig dein Selbstbild aufpolieren. Diese Triebfedern des Verhaltens können niemals Seelenfrieden erreichen, sondern stacheln zu immer größerer Unzufriedenheit an. In ihrem Sog wirst du den beglückenden Endzustand des inneren Friedens nicht erreichen. Wer sein Denken um den eigenen Selbstbezug kreisen lässt, wird sich in der Unrast der Selbstsucht verstricken. Unzufrieden mit sich sein bringt friedlose Unruhe und quälende Zweifel an sich selbst. Dies kann in zerstörerischem Selbsthass enden.
Böse Regungen abwehren
Bemühe dich um ordnende Harmonie in der Beziehung zu deinen Mitmenschen. Die Unordnung böser Gedanken und Bestrebungen birgt die Gefahr in sich, dass du davon besetzt, gefangen und versklavt wirst. Spürst du in deinem Herzen Regungen wie Neid, Hass, Eifersucht, Rachsucht, Streit und Lüge, dann setze dich entschieden und ohne Selbstschonung mit ihnen auseinander. Entlarve sie als Angriffe des Bösen, die zu nichts anderem taugen, als in dir und bei deinen Mitmenschen Unfrieden zu stiften. Wehre solche Versuchungen ab! Befreie dich aus den Attacken ihrer Sklaverei. Dann kann sich der innere Friede stabilisieren.
Dein Herz für Gott öffnen
Die wichtigste Grundlage für harmonischen Frieden in der Tiefe der Seele sind Glaube, Hoffnung und Liebe in der Hinwendung zu Gott. Bleibe im ehrlichen Kontakt mit deinem Schöpfer. Lege ihm dein Herz offen, deinen guten Willen, deine Schwächen, dein tägliches Versagen. Binde dein Leben in bedingungsloses Vertrauen ein. Nähere dich Gott in der Demut deines Herzens und öffne es Seiner Liebe und Barmherzigkeit. Bald wirst du immer mehr erfahren, wie du in deiner Beziehung zu dir selbst, zu deinem Nächsten und zu Gott den wahren inneren Frieden findest.
Herr Jesus Christus,
du hast die Menschen mit den Worten angesprochen: „Der Friede sei mit dir!“ Dieser Friede ist nicht der erzwungene Abbruch hasserfüllter Kämpfe in einem mörderischen Konflikt oder ein satter Wohlstand innerhalb waffenstarrender Systeme. Nein, es ist der innere Friede des Herzens, der den Menschen wirklich glücklich macht. Doch diesen Frieden kann die Welt nicht schenken.
Herr, du kennst die rastlose Unruhe, die bisweilen in mein Leben einbricht. Das Bestreben, vordergründige Werte dieser Welt zu genießen besetzt dann mein Denken und Trachten. Immer wieder stehe ich vor der Versuchung, mein Selbst in den Mittelpunkt zu stellen, zu erhöhen und es zum Maßstab eines Scheinfriedens in Selbstzufriedenheit zu machen. Dabei verstricke ich mich in den Stolz der Selbstbezogenheit und in Bestrebungen, meine Mitmenschen in Neid, Eifersucht, Lüge und Rachsucht abzuwerten, um mich dabei zu erhöhen. Und schon bin ich in Gefahr, dass Streit die Nächstenliebe vergewaltigt und Unfriede sich in meinem Herzen einnistet.
Vater im Himmel, führ meinen Lebensweg zu Stationen der Selbsterkenntnis, des Leidens und menschlicher Ohnmacht, an denen die Kruste der Selbstbezogenheit gesprengt wird. Mache dadurch mein Herz bereit, sich deinem wahren Frieden öffnen und ihn aufnehmen zu können. Doch lasse in meiner Seele jene heilige Unruhe der Sehnsucht nach der ewig dauernden Vollendung des Friedens in dir, denn ich wünsche mir nichts so sehr, dass du mein Herz unruhig machst, bis es ruhen darf in dir.

Prof. Dr. Reinhold Ortner

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Eine Antwort auf Friedlose Jagd nach Frieden

  1. Herbert Klupp sagt:

    Ein wunderbarer Beitrag ! Danke Prof. Ortner ! Hinsichtlich der diversen Ansätze, Rat zu geben, würde ich gerne etwas ergänzen ( und dieses dann als allerersten Rat jedem Betroffenen geben wollen ): „Fang an zu hinterfragen, was „alle Welt“ dir als wichtig und gut vorgaukelt. Wenn der Mainstream dir das neueste „Nonplusultra“ aufschwätzen will, denk erstmal darüber nach. Begreife, daß vieles nur oberflächlicher Tand, wenn nicht Lug und Trug ist. Beginne, dich davon frei zu machen. Suche deinen Schöpfer“

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