Kein Mut die Wahrheit zu sagen

„Wirtschaft braucht Zuwanderer“ lautet die Überschrift in der AZ vom 13.2.2019. Dazu der Text: „Der deutsche Arbeitsmarkt braucht nach einer neuen Studie jedes Jahr mindestens 260.000 Zuwanderer. Das Angebot an Arbeitskräften werde Angesichts der alternden Gesellschaft ohne Migration bis zum Jahr 2060 um 16 Mio. schrumpfen (Coburger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung).
Um die Dringlichkeit des Themas zu unterstreichen, greift der Kommentar „Zuwanderung sichert Wohlstand“ auf Seite 1 der gleichen Ausgabe das Anliegen noch einmal auf“.
„Auch wenn das Rechtspopulisten nicht wahrhaben wollen: Eine vernünftige und geregelte Zuwanderung sichert Jobs und Wohlstand in Deutschland. Was im Umkehrschluss heißt: Hierzulande wurde Wachstum über Jahre hinweg fahrlässig verschenkt, weil ein sinnvolles Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz aus kurzfristig orientierten politischen Egoismen immer wieder auf eine noch längere Bank geschoben wurde“.
Abgesehen davon, dass wir nicht erfahren, was die „Rechtspopulisten“ genau sagen – was den Stil der Auseinandersetzung mit ihnen charakterisiert – besteht der eigentliche Skandal darin, dass die wesentliche Ursache des Arbeits-Fachkräftemangels verschwiegen wird, nämlich die Massenabtreibung, die jetzt einer demographischen Katastrophe zutreibt. Nach Aussagen von Fachleuten liegt die Abtreibungszahl in Deutschland bei rund 200.000 ungeborenen Kindern, die jedes Jahr getötet werden. Diese Zahl liegt nicht weit weg, von der der fehlenden Arbeitskräfte.
Die Lösung, die Grenzen weit aufzumachen, wie das die Bundeskanzlerin 2015 mit ihrer Willkommenskultur praktiziert hat, hat nicht zur Lösung des Problems beigetragen. Klaus Kelle hat in seinem Kommentar zu den „Werkstattgesprächen“ der CDU festgestellt: „Das Werkstattgespräch Migration war nicht der große Wurf… aber wir erleben ein erstes vorsichtiges Zeichen des Begreifens (kath.net 13.2.2019).
Um das Problem bei der Wurzel anzupacken, brauchen wir eine neue familien- und kinderfreundliche Politik, wie das Ungarn seit Jahren praktiziert und weiterentwickelt: „Die ungarische Regierung wird in Zukunft noch massiver Familien mit Kindert fördern… so soll in Zukunft jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit von 10 Mio. Forint (ca. 31.400 Euro) zur freien Verwendung bekommen. Die Rückzahlung soll erst nach drei Jahren beginnen. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen. Außerdem sollen Familien mit mindestens drei Kindern beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Mio. Forint (ca. 7.800 Euro) erhalten. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben, sollen in Zukunft bis an ihr Lebensende von der Einkommensteuer befreit sein“. (kath.net. 3.2.2019)

Hubert Gindert

Der Beitrag wird auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“ erscheinen.

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4 Antworten auf Kein Mut die Wahrheit zu sagen

  1. Mathias Wagener sagt:

    Der Wirtschaft fehlen doch immer Leute.Das kennen wir ja und die Gründe sind bekannt und zutreffend benannt worden.Ich will aber doch noch ergänzen,dass sehr viele junge Menschen in neu konstruierten Berufen sich etablieren,die gar keinen wirklichen Sinn außer der Umstrukturierung unserer Gesellschaft haben und von irgendwelchen Organisationen getragen werden,die der Steuerzahler letztlich finanziert.Wir haben ein Überangebot in etlichen vor allem akademischen und pseudoakademischen Bereichen.

    • Korrekt. Anhand dubioser EU-Durchschnittwerte („soft benchmarking“) wird von Bürokraten eine „Akademikerquote“ für Deutschland errechnet, welche dann umzusetzen ist. Der Qualitätsunterschied zwischen Universitäten und Fachhochschulen wird konsequent eingeebnet, zudem schaffen private, profitorientierte „Hochschulen“ oskure Pseudo-Studiengänge, welche komplett am Arbeitsmarkt vorbeigeplant sind, die Studenten (oder besser: Eltern) aber bis zu 3000 Euro kosten. De facto ohne Kontrolle des Staates werden Studiengänge „aufgelegt“ – die Lizenz, Geld zu drucken…
      Mit den ganzen „Bachelor in Ikebana“ hat man dann – wie gewünscht – ein unzufriedenes „Akademiker“-Proletariat, welches in der Arbeitswelt (wenn überhaupt) nur weit unter den eigenen Einkommenserwartungen beschäft werden wird.

  2. Die abgetriebenen Kinder werden vom Medienkartell eben als der notwendige Preis für eine fortschrittliche Gesellschaft betrachtet. Für den Fortschritt muß man Opfer bringen, auch die Brachial-Industrialisierung der Sowjetunion in der Stalinzeit kostete Millionen Menschen das Leben. Nicht schön, aber erforderlich, also geht der politisch-mediale Komplex mit Schweigen darüber hinweg. Wer ein Omlett backen will… und so weiter. Natürlich unschön, aber nicht zu ändern – so ist halt das Leben. Bringen wir im Fernsehen doch lieber „GNTM“, „GZSZ“ oder den FC Bayern in der Championsleague, das hält die Zuschauer bei Laune und vom Denken ab.

  3. Herbert Klupp sagt:

    Sehr richtig, Ungarn zeigt wie es gehen kann. Davon abgesehen sollte jeder die Arbeitnehmerfeindlichkeit der Zuwanderungs-Ideologen erkennen. Unbesetzte Arbeitsplätze sollen ein Problem darstellen ? Umgekehrt ist es richtig: Arbeitslosigkeit – also KEINE freien Stellen mehr – DAS ist das große Problem. Wohl der Wirtschaft, die unbesetzte Stellen hat. Die Unternehmen sollen die Gehälter dort erhöhen, wo es am meisten klemmt. Den Rest regelt der Markt – und zwar ARBEITNEHMERFREUNDLICH. Christlich gesprochen, zugunsten der „Kleinen“, und nicht der Großkonzerne !

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