Herzliche Einladung zum Kongress in Ingolstadt!

Herr Prof. Gindert, der Kongress des Forums Deutscher Katholiken findet vom 14. bis 16. Juni dieses Jahres im wunderschönen Ingolstadt statt. Er hat das Thema „Ohne Gott – keine Zukunft“! Ingolstadt war wichtiges Zentrum der Gegenreformation. Welche Impulse für das Glaubensleben erhoffen Sie sich von einem Katholikentreffen an diesem Ort?

Der Kongress „Freude am Glauben“ will an dem Ort, an welchem die Selbstreform der katholischen Kirche in der existentiellen Krise des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, dazu beitragen, dass sie in der heutigen Situation, die Kardinal Müller als „kirchengeschichtlich einmalige Krise“ bezeichnet hat, erneut aufblüht. Das spirituelle Rahmenprogramm mit Gottesdiensten, Katechesen, Vorträgen und der Prozession mit Marienweihe wird dazu Impulse setzen.
S. Exz. Bischof Gregor Maria Hanke wird im Münster „Zur Schönen Unserer Lieben Frau“ das Pontifikalamt zur Eröffnung halten. Wenn wir dort beten und mit der Haydn-Messe St. Joannis de Deo unseren Gott verehren sind wir auch ganz nahe den Grablegen von Dr. Johannes Eck und P. Jakob Rem.
Im Mittelpunkt des geistigen Ringens der Reformationszeit stand die Universität. Dort lehrte seit 1510 Prof. Johannes Eck, ein Universalgelehrter. Er gilt als einer der größten Theologen seiner Zeit. Eck war „der erste Vorkämpfer des Katholizismus in Deutschland. Er zwang Luther in der Leipziger Disputation von 1519 zur letzten Klarstellung“ – so der Historiker Benno Hubensteiner.
Von den Wittelsbachern berufen kamen 1549 mit Petrus Canisius und Jakob Rem die ersten Jesuiten. Sie waren erfüllt von rastlosem Seeleneifer.
Auf dem Weg zu unserem Tagungszentrum kommt man am Ickstatthaus vorbei. Wegen der höchsten Barockfassade Süddeutschlands ist es eine der vielen Sehenswürdigkeiten Ingolstadts. Über den Carraraplatz gelangt man zum Herzogskasten.

Dieses Herzogsschloss, 1255 von Ludwig dem Strengen gebaut, diente den reisenden Herzögen bis ins 15. Jahrhundert als Pfalz. Kann man in wenigen Zeilen den Einfluss der Wittelsbacher auf Deutschland und Europa umreißen?

Der Historiker Benno Hubensteiner sagt: „Es bleibt eine Tatsache von europäischer Auswirkung: Die Welle der Reformation, die alles mit sich riss, was ohnehin schon morsch gewesen war, brach sich an den altbayerischen Grenzen. Das war das Werk der Wittelsbacher. Für die Wittelsbacher war die Säkularisierung der vielen Klöster im Land, in denen die Reformation schon Fuß gefasst hatte, auch eine Versuchung, ihre Einnahmen aufzubessern und das Landgebiet abzurunden. Sie taten es nicht.“ Es waren keine politischen Gründe, sondern es entsprach ihrer religiösen Überzeugung.

Von der 1275 erbauten Franziskanerbasilika wird sich am Samstagabend die Prozession zur Marienweihe in St. Moritz begeben. Die ersten Jesuiten in der Stadt – Petrus Canisius, Jakob Rem – waren große Marienverehrer. Wie sehr hat ihre Liebe zu Maria die Arbeit und die Erfolge dieser Gegenreformatoren geprägt?

Petrus Canisius und Jakob Rem waren glühende Marienverehrer. Ihre marianische Einstellung führte zur Gründung der marianischen Kongregationen für Laien. Die Gegenreformation war insgesamt durch die marianische Haltung der Jesuiten charakterisiert. Es war, wie bei Maria, das absolute Vertrauen in Gott, das diese Reformatoren in der Kirche davor bewahrt hat zu resignieren, trotz der vielen Rückschläge, die sie erleben mussten.

Im Todesjahr von P. Rem begann der Dreißigjährige Krieg, der Europa in ein furchtbares Schlachtfeld verwandelt hat. Nahe der Franziskusbasilika steht das Tillyhaus, in dem der Feldherr der katholischen Liga 1632 an den Folgen einer Kriegsverletzung gestorben ist. Schräg gegenüber aber steht Maria de Victoria, eine Barockkirche mit einem Deckenfresko des berühmten Cosmas Damian Asam und mit der wertvollsten Monstranz der Welt. Werden wir sie sehen können und was macht die Lepanto-Monstranz so ungewöhnlich wertvoll?

Die Lepanto-Monstranz erinnert an den Sieg der katholischen Armada über die Türken in einer verzweifelten Situation. Das Geschehen wird auf der Monstranz in künstlerisch großartiger Form dargestellt. Der Sieg war nur möglich, weil die Rivalitäten zwischen den Kommandanten der katholischen Flotten überwunden wurden. Der Sieg von Lepanto brachte uns das Angelus-Gebet, das heute in der ganzen katholischen Welt gebetet wird.
Bei der Führung durch die Asam-Kirche am 16. Juni kann die Monstranz besichtigt werden.

S. Exz. Bischof Voderholzer wird am Sonntag das Pontifikalamt zum Abschluss des Kongresses halten. Welche Botschaft soll von diesen Tagen ausgehen? Was ist Ihre Hoffnung für die Kirche?

Die Botschaft von Bischof Voderholzer sehe ich in seiner Aussage zur Rückgewinnung des Vertrauens der Katholiken in die Kirche nach den sexuellen Missbrauchsfällen. Er sagt sehr deutlich: „Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an zeitgeistdiktierte Vorstellungen oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeige, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums, aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind.“
Dass diese Worte aufgegriffen werden und unser Kongress einen Beitrag dazu leistet, ist für mich eine Hoffnung für die Kirche!

Die Fragen stellte Ursula Zöller

Print Friendly, PDF & Email
Dieser Beitrag wurde unter Der Fels veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*