Wenn Brandstifter Biedermann spielen

Wir leben in einer Zeit der verkehrten Frontstellungen.
Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) brachte am 27.10.17 unter der Überschrift „Der Papst braucht Unterstützung“ ein Interview mit Christian Weisner. Im Untertitel heißt es : „Warum und wie Christian Weisner von „Wir sind Kirche“ Franziskus in seinem Reformkurs bestärken will“.
Christian Weisner und die Bewegung „Wir sind Kirche“ sind seit 1995, als sie das sogenannte „Kirchenvolksbegehren“ inszenierten, keine Unbekannten.
Dass ihr „Kirchenvolksbegehren“ 1995 mit seiner Unterschriftenaktion 1,8 Mio Stimmen erreicht hat, liegt an drei Umständen: Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) hatte mit seiner Agitation für „Demokratie in der Kirche“ , unter Anette Schavan als Vorkämpferin, Jahre vorher den Weg dafür geebnet. Die religiöse Unwissenheit des Großteils der Katholiken und die fehlende Bereitschaft der Bischöfe über die wahren Absichten der „Kirchenvolksbegehrer“ aufzuklären, ließ die Gläubigen ins Messer laufen. Dieses Verhalten der Bischöfe ist auch deswegen unverständlich, weil im Jahr zuvor in Österreich dieselbe Unterschriftenaktion mit einem Ergebnis von rd. 500.000 Stimmen über die Bühnen ging und alle Diözesanbischöfe von einer Gegeninitative angeschrieben und um eine Hirtenwort gebeten wurden, um die Gläubigen aufzuklären. Es geschah nichts. Ein Frau schrieb damals: „Sollen die Schafe die Hirten hüten?“ Hinzu kam die mediale Unterstützung der „Kirchenvolksbegehrer“ Selbst in lokalen und regionalen Blättern wurde ihre Botschaft ins letzte Dorf getragen und die Stellen angegeben, in denen man sich in die Unterschriftenlisten eintragen konnte. Weiterlesen

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Wir sind nur Gast auf Erden. Gedanken zu Allerseelen

Ein König gab eines Tages seinem Hofnarren einen Stab. „Sieh her“, sagte er, „das ist der Stab der Dummheit. Er gebührt dir. Wenn du aber meinst, es gäbe jemanden, der noch dümmer ist als du, gib ihm diesen Stab. Denn dann brauchst du nicht mehr als der Dümmste in meinem Reich zu gelten. Der Hofnarr nahm den Stab und machte sich auf den Weg. Lange Jahre suchte er. Aber er fand niemanden, der ein noch größerer Narr gewesen wäre als er selbst.
Überraschend wurde der König sehr krank und es hieß, dass er bald sterben müsse. Da ließ er seinen Hofnarren zu sich rufen und seufzte: „Ich gehe jetzt bald in ein fernes Land und kehre nie mehr zurück.“ Erstaunt fragte der Narr: „Hast du denn gewusst, dass du eines Tages in dieses ferne Land auswandern musst?“ – „Ja, das habe ich gewusst“, erwiderte der König. – „So hast du dich sicherlich gut vorbereitet und Vorsorge getroffen, dass du in diesem neuen Land eine gute Aufnahme findest und es dir dort gut geht?“ forschte der Hofnarr weiter. Da schüttelte der König traurig seinen Kopf. „Was, das hast du nicht?“ sagte der Narr. Und er griff in seinen Mantel, holte den Stab der Dummheit hervor und sprach zum König: „Da, nimm diesen Stab. Er gebührt dir. Du bist ohne Zweifel ein noch größerer Narr als ich.“
Erkenntnisse der Psychologie
Gleicht die Lebenseinstellung heutiger Menschen nicht dem kurzsichtigen Verhalten dieses Königs? Wie steht es mit dir? Läufst auch du ständig dem kurzlebigen Genießen und all den weltlichen Verlockungen des diesseitigen Lebens nach? Tust du so, als ob du für ewige Zeiten auf dieser Erde bleiben könntest? Verwendest du viel Zeit, Kraft und Denken darauf, nichts zu versäumen, was das Leben dir so bietet? Psychologische Studien kommen zu der Erkenntnis: Die Jagd nach Besitz, Macht, Konsum, Erleben und Genießen verhindert geistige Sammlung und Besinnung auf die echten Werte menschlicher Lebensbewältigung. Das ständige Schauen auf das, was du haben möchtest, verhindert den Blick in dein Herz, in das Gott die Sehnsucht nach den ewigen Werten wahrer Liebe gesenkt hat. Nur mit dieser Liebe, der Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen, wirst du die Bewährung deines Lebens bestehen können, nicht mit den Egoismen der Selbstbezogenheit. Weiterlesen

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Was das „Forum Deutscher Katholiken“ von einer neuen Bundesregierung erwartet

Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD sind in den Wahlen zum Bundestag in der Wählergunst abgestürzt. Parteifunktionäre fragen, wie kann eine Regierung trotz hoher Beschäftigung und boomender Wirtschaft so abgestraft werden? Die Antwort heißt: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“. Er hat noch Bedürfnisse und Sorgen, die für ihn zu kurz kamen, z.B. ausreichende Sicherheit, die Furcht vor Überfremdung durch Massenzuwanderung, drohende Altersarmut.
Das größte Zukunftsproblem stellt die demographische Entwicklung dar. Es kann nicht durch Roboter, Digitalisierung und ein Einwanderungsgesetz aus der Welt geschafft werden, mit dem wir bestimmen, welche Fachkräfte wir ins Land lassen. Global gedacht ist das auch nicht. Es sind nämlich jene Fachkräfte, die wir Ländern wegnehmen, die diese selber dringend brauchen.
Die demographische Entwicklung gehört zu den Fragen, die in einer unheiligen Allianz von Medien und Parteien bei den Wahlanalysen außen vorgelassen wurden, weil hier wesentliche Versäumnisse der Vergangenheit offenkundig geworden wären.
Wo liegt nun das Hauptversäumnis der bisherigen Regierung? In der vernachlässigten Familienpolitik und zwar in doppelter Weise: Die Leistungen der Familie für die Gesellschaft wurden nur brosamenhaft gefördert, das Sozialprestige der Familie wurde von Medien und Politik ausgehöhlt. Ideologen konnten sich austoben nach dem Motto „Frauen weg von Küche und Kind“.
Warum muss die Familie im Zentrum „einer Politik mit Zukunft?“ stehen? Familie ist der Ort, wo sich die Menschen regenerieren. In der Familie erholen sie sich von der Hektik des modernen Lebens und vom Stress des Berufslebens. Hier entsteht die psychische Stabilität, um Sorgen und Zukunftsängste zu bewältigen. In der Familie werden die sogenannten „Sekundärtugenden“ eingeübt, wie Zuversicht, Fleiß, Verzicht, mit denen wir die Aufgaben, die das Leben stellt, meistern.
Ehe und Familie stehen aus gutem Grund „unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ (Art. 6, Abs. 1, GG), weil sie mit ihren Kindern die Zukunft einer Gemeinschaft sichern. Weiterlesen

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Fortschrittsglaube statt gläubiger Hoffnung?

Wer in der Allerseelenzeit Friedhöfe aufsucht, findet viele Grabinschriften, die Hoffnung und Zuversicht auf ein Wiedersehen ausdrücken. Das war schon bei den ersten Christen so, denen Paulus zurief: „Unsere Hoffnung für euch steht fest!“ (2 Kor 1,7) oder wie es in der Todesanzeige für den verstorbenen Bischof von Köln heißt: „Christus, der den Tod überwunden hat, rief Joachim Kardinal Meisner in sein Reich des Lebens und des Friedens“.
Der Glaube, der sich hier als Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott ausdrückt, ist heute für viele nicht mehr nachvollziehbar, weil sie – wie Ergebnisse von Befragungen auch bei praktizierenden (!) Christen zeigen – gar nicht mit einem Weiterleben nach dem Tod rechnen. Sie wollen nicht das ewige, sondern das diesseitige Leben.
Das Wort … „denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt. Denn das ist der Sieg, der die Welt überwindet, unser Glaube“ (1 Joh 5,4) ist vielen unverständlich geworden. Deswegen ist ihnen auch nicht einsichtig, dass Christen ihres Glaubens wegen in KZs und Gulags gegangen sind und heute aus dem gleichen Grund in China oder Nordkorea im Untergrund ausharren oder in westlichen Ländern gesellschaftliche Nachteile dafür auf sich nehmen. Was die Leugner des jenseitigen Lebens tatsächlich wollen, ist die Wiederherstellung eines irdischen Paradieses.
Sie erwarten dieses Paradies nicht mehr von den Ideologien des 20. Jahrhunderts, sondern von den Wissenschaften und dem technologischen Fortschritt in Naturwissenschaften, Medizin, der Entschlüsselung der Gene, der Psychologie …
Dieser gottabgewandte Fortschrittsglaube ist in mehrfacher Hinsicht einäugig. Er lässt die negativen „Errungenschaften“ vom Giftgas bis zur Wasserstoffbombe außer Acht. Er blickt weg von nicht heilbarem Leid und vom Tod. Was er anzubieten hat, ist eine schmerzlose Entsorgung per assistiertem Suizid. Das sind die Kennzeichen einer vereinsamten Singlegesellschaft ohne Gott.
Aufgabe der Christen ist es, die Hoffnung und die Freude aus dem Glauben in Erinnerung zu bringen: „Diese große Hoffnung kann nur“ – wie Benedikt XVI. in seiner Enzyklika ‚Über die christliche Hoffnung‘ (Spe salvi) sagt „Gott sein, der das Ganze umfasst und der uns geben und schenken kann, was wir allein nicht vermögen“ (Ziff 31) … „Es ist die verlässliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können“.

Hubert Gindert

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Pfarrer Häfner: Eine gültig geschlossene Ehe ist unauflöslich

Dass die katholische Kirche eine gültig geschlossene Ehe nicht auflösen kann, haben im Lauf der Geschichte schon viele Märtyrer mit ihrem Blut bezeugt. Am bekanntesten von ihnen sind wohl Erzbischof John Fisher und der englische Lordkanzler Thomas Morus. Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten auch in Deutschland Priester wie beispielsweise die Pfarrer Otto Neururer und Georg Häfner ihre Treue zum Sechsten Gebot, zum Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe, mit ihrem Leben bezahlen.
Georg Häfner wurde am 19. Oktober 1900 in Würzburg gegoren. Seine nicht begüterten Eltern hatten es nicht leicht, das damals übliche Schulgeld und die Internatskosten zu finanzieren. Nach dem Abitur 1918 wurde Häfner noch kurz zum Kriegsdienst eingezogen. 1924 wurde er zum Priester der Diözese Würzburg geweiht. Nach zehn Kaplansjahren wurde er zum Pfarrer in Oberschwarzbach bestellt. Dort ließ sich der Forstwart und hohe Parteifunktionär der NSDAP Michael Wünsch von seiner Ehefrau scheiden und heiratete eine andere Frau. Sein Austritt aus der Kirche wurde in der Öffentlichkeit sehr beachtet. Als Herr Wünsch jedoch 1940 ernstlich erkrankte und ihm die Ärzte keine Hoffnungen mehr machten konnten, wollte er die Sterbesakramente empfangen und eine kirchliche Beerdigung haben. Dieses Begehren konnten ihm Pfarrer Häfner und sein Kaplan Haun gemäß der Lehre der Kirche nur unter der Bedingung zusagen, dass er sich wieder zu seiner ersten Ehe bekennt und seine zweite Ehe bedauert. Um im Angesicht des Todes wieder zur vollen Gemeinschaft der Kirche zu gehören, ging Herr Wünsch auf diese Bedingung ein. Bei der Beerdigung mussten die Geistlichen die Rückkehr des Verstorbenen in die Kirche bekannt geben, um nicht den Eindruck zu erwecken, die Kirche hätte bei einem prominenten Nationalsozialisten eine Ausnahme gemacht. Diese öffentliche Rückkehr in die Kirche haben die nationalsozialistische Partei und der Staat als Niederlage empfunden. Deshalb waren für Pfarrer Häfner die Tage in Freiheit gezählt. Am 31.Oktober 1941 wurde er auf Anordnung des Reichsführers der SS verhaftet und bald darauf in das KZ Dachau überstellt. Man warf ihm vor, die Bevölkerung aufgehetzt und das Priesteramt zur Schädigung des Ansehens der Partei und des Staates missbraucht zu haben. Am 20. August 1942 starb Pfarrer Häfner an den Folgen von Misshandlung und Hunger. Seine Mitbrüder im KZ haben seinen Tod tief betrauert und seine Frömmigkeit und seinen Opfersinn einhellig bezeugt. In seinem Elend hat er nicht geklagt, sondern still gelitten und gebetet. 2011 wurde Georg Häfner von Papst Benedikt XVI. in die Liste der Seligen der Kirche aufgenommen. Möge die Kirche das Zeugnis ihrer vielen Märtyrer, die wegen ihres Eintretens für die uneingeschränkte Gültigkeit der Zehn Gebote sterben mussten, nie vergessen.

Eduard Werner

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Herr Hitler, wer hat Sie gewählt? Eine Analyse, wie verzweifelte Wähler zu einer falschen Entscheidung kommen

»Sehr geehrter Herr Hitler!
Es ist nicht mein Beruf, Politik zu treiben. Ich habe das auch in diesem offenen Brief nicht im Sinn. Aber Ihre politische Tätigkeit hat eine Seite, die zutiefst in das Gewissen hineingreift, in die Verantwortung vor Gott. Daran sollen Sie in diesen Zeilen erinnert werden.
Als Sie in der Nacht vom 13. auf den 14. März hier in Eichstätt im Waldschlößchen waren, um, bewacht von zwanzig SA-Leuten, sich mit einem Freund Ihrer Bewegung zu besprechen, da kamen Sie müde und abgehetzt von Ihrer angestrengten Vortragsfahrt, doppelt müde und zerschlagen vom Ausgang der Wahl. Es wäre nicht notwendig gewesen, sich hier bewachen zu lassen, denn in unserer »schwarzen« Stadt tut Ihnen kein Mensch etwas, wenn auch Ihre Presse das bewußte Verleumdungswort von der »schwarz-roten Mörderbande« geprägt hat. Die Leute in der Stadt sagten: »Hitler ist auf der Flucht«. Sie waren nicht auf der Flucht, denn niemand hat Sie verfolgt. Sie konnten am Morgen ruhig in München Ihren müden Aufruf erlassen. Und doch sind Sie immer auf der Flucht: auf der Flucht vor Ihrem eigenen Gewissen. Sie gönnen sich keine besinnliche Stunde mehr und so kommt das Gewissen nicht mehr zu Wort.
Rastlos werden Sie in ganz Deutschland herumgejagt. Mit Mühe können Sie den Ort Ihres nächsten Redezieles erreichen. Die physischen Kräfte sind in denkbar höchster Anspannung und Ihr Aussehen ist naturgemäß angegriffen. Ihre Nerven lassen eine ruhige Gewissensprüfung nicht mehr zu.
Wo Sie hinkommen, werden Sie umschmeichelt, und der Rausch der Begeisterung, der Sie in Ihren Versammlungen umwogt, läßt Sie kaum mehr zu der Frage kommen, ob Ihre Arbeit vor Gott bestehen kann, denn Sie sind des Glaubens: Deutschland steht auf meiner Seite. Ihre Presse verherrlicht Sie in einer widerlichen Weise. Sie gelten als der große Erlöser aus der Not. Sie selbst sind auch davon überzeugt, denn Sie schreiben Ihrer einzigen Persönlichkeit all die Eigenschaften zu, die dazu erforderlich sind, Deutschland wieder aufzubauen. Sie brauchen in Zukunft nichts mehr, was Sie bindet. Ihr Wille soll für Deutschland genügen, und Ihr Befehl soll allein die Wege weisen. Hat Sie Ihr Gewissen schon einmal daran erinnert, welcher Grad von Selbsteinschätzung in diesem Urteil liegt? Wer aus Ihrer Gefolgschaft wagt, diesen Glauben zu zerstören? Weiterlesen

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Weihbischof Andreas Laun wurde 75 Jahre alt.

Der 13. Oktober 2017 ist ein besonderer Tag im Leben der Kirche und im persönlichen Leben des Salesianer-Paters Prof. Dr. Andreas Laun. Am 13. Oktober 1917 erschien die Gottesmutter den drei Seherkindern zum letzten Mal in Fatima und offenbarte ihnen, wer sie ist und bewirkte das große Sonnenwunder, das 70.000 Menschen noch in weiter Entfernung sahen und das in vielen Fotos festgehalten wurde. Ein wunderbarer Tag im Leben der Kirche, der für Portugal und die ganze Welt von größter Bedeutung wurde und es bis heute noch ist. Gerade an diesem Tag wurde 25 Jahre später Andreas Laun geboren, der als Salesianer-Pater und hochangesehener Professor für Moraltheologie und später als Weihbischof für Salzburg weit über sein Land hinaus für die Kirche von Bedeutung wurde und ist. Er wurde einer der mutigsten und kompromisslos bekennensten Bischöfe im deutschen Sprachraum, der auch durch seine regelmäßigen Stellungnahmen und Kommentare als „Klartext“ auf dem großen katholischen Portal kath.net einem breiten Publikum über den deutschen Sprachraum hinaus zum Vorbild im Glauben und als unerschrockener Zeuge für Christus und seine Kirche von Bedeutung wurde und ist. Dabei hat Unsere Liebe Frau von Fatima sicher mitgewirkt.
Das Forum Deutscher Katholiken ist und bleibt Weihbischof Laun als einem Mitglied unseres Kuratoriums „Freude am Glauben“ mit großem Dank verbunden und gratuliert ihm von Herzen mit dem Wunsch, dass unser Herr und Heiland ihn uns allen noch lange gesund erhalten wird und ihm „wie dem Adler die Jugend erneuern wird“, wie der Psalmist sagt. Da der Heilige Vater ihn – wie es in unserer Kirche Brauch ist – mit dem 75. Geburtstag als Weihbischof von seinen Salzburger Verpflichtungen entbunden hat, hat er nun Zeit seinen „guten Kampf“ mit der für ihn typischen Freude am Glauben etwas befreiter von amtlichen Verpflichtungen fortzusetzen, ja sogar noch zu intensivieren.
Unser Gebet, lieber Herr Weihbischof, gilt Ihrer Gegenwart und Zukunft im Weinberg des Herrn. Wir sind gewiss, dass Sie auch weiterhin unser Anliegen „Freude am Glauben“   mittragen werden. Wir freuen uns sehr auf Ihren Vortrag „Gewissenskonflikt als Katholik und Staatsbürger“ auf unserem nächsten Kongress vom 20.-22. Juli 2018 in Fulda.
Möge Unsere Liebe Frau von Fatima, die so bedeutend für Ihr Leben wurde, Ihnen und durch Sie auch uns, weiterhin Leitstern sein auf unserem Weg mit und zu Christus hin in die ewige Heimat, in der Gott alles vollenden wird.

Ihr Hubert Gindert und das Team des Forums Deutscher Katholiken.

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… auf dem Weg zur Diasporakirche

Sophie Dannenberg hat in der Septemberausgabe 2017 des „Cicero-Magazins“ ein Bild der evangelischen und katholischen Kirchen in Deutschland mit dem Titel „Bye Bye Transzendenz“ gezeichnet. Im Eingangsstatement heißt es summarisch dazu: „Spirituell ausgezehrt, finanziell gesättigt: Die Kirchen sind politische Akteure geworden. Umweltschutz und Flüchtlingshilfe verdrängen Gebet und Bekenntnis. Muss das so sein?“
Im Text befasst sich Sophie Dannenberg ganz überwiegend mit der evangelischen Kirche. Aber in trauter ökumenischer Gemeinsamkeit – siehe konfessionell gemeinsamer katholischer-evangelischer Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen, außer in der Diözese Köln – greift die beschriebene Tendenz auch auf die katholische Kirche um sich. Den Weg von der Volkskirche zur Diasporakirche kann jeder Interessierte überprüfen. So heißt es bei Sophie Dannenberg: „Es scheint, als befreie sich das neue Christentum von seinem ursprünglichen Referenzsystem. Nicht, dass die Heilige Schrift keine Verwendung mehr fände, aber die Bibel ist jetzt eher eine Hausapotheke für den politischen Alltagsgebrauch. Es spitzt sich auf einen Machtkampf zu – mit Gott. Als hätten sich die Christen von ihrem alten Herrn lange genug die Meinung geigen lassen. Vor allem die ‚Ehe für Alle‘ wirft die Frage auf, ob die Bibel noch à jour ist. Der Kampf innerhalb der Kirchen zu diesem Thema ist nicht ausgestanden, aber Bedford-Strohm wünscht sich auf Facebook schon mal ‚ein neues Bewusstsein‘“ und Dannenberg weiter: „Die Christen sind müde geworden, sie haben vergessen, wer sie sind. Sie retten keine Seelen mehr, nur noch die ganze Welt. Das ist immerhin etwas. Bye Bye Transzendenz.“
Dazu passt die Stellungnahme des Erzbischofs von Köln, Kardinal Wölki zur Bundestagswahl 2017: „Diese Wahl markiert eine Zäsur, fußend auf einem tiefen Vertrauensverlust. Dadurch stellt sich uns dringlicher als je zuvor die Grundsatzfrage: Wie verhindern wir ein Auseinandertriften der Gesellschaft? Was sind die Herausforderungen in unserer Demokratie? Wie bleiben wir dialogfähig? Die Aufgaben sind groß: Eine alternde Gesellschaft; Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt; Gestaltung der Migration; Zukunftsfähige Bildung; Bewahrung der Schöpfung – um nur die dringlichsten zu nennen. Wichtig ist jetzt, dass sich die Parteien in den anstehenden Sondierungs- und Koalitionsgesprächen diesen Sachfragen stellen. Frei von strategischem Kalkül. Die Antwort auf Vertrauensverlust ist die Übernahme von Verantwortung für die Zukunft. Wir leben in unserem Land aus der gestaltenden Kraft des Christentums. Die Kraft dieses Zeugnisses müssen wir einbringen in die Gestaltung dieser Aufgaben, die vor uns liegen. Die Kirche ist dazu bereit. Wir werden weiterhin und notfalls deutlicher vernehmbar unsere Stimme erheben, wenn wir Gerechtigkeit, Menschenwürde, Frieden oder Schöpfung in Gefahr sehen.“ (pek170925)

Hubert Gindert

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Land ohne Glauben – Fernseh-Themenwoche vom 12. bis 17. Juni 2017 bei ARD und ARD alpha

Zu Beginn wurde gezeigt, dass in den Ländern der ehemaligen DDR nur noch 20% der Bevölkerung an Gott glauben, während 80% Atheisten sind. Eine Fernsehreporterin, die in der DDR aufgewachsen war, sagte: in ihrem Leben sei Gott nicht vorgekommen, sie sei vollkommen gottlos aufgewachsen und habe deshalb auch keine Beziehung zu ihm, ja auch kein Bedürfnis nach Gott. Ostdeutschland ist heute die gottloseste Gegend Europas.
Es zeigt sich, dass es den Kommunisten in der DDR gelungen ist, den Menschen mit deutscher Gründlichkeit den Glauben auszutreiben. Aus meiner persönlichen Kenntnis weiß ich, dass es in Russland, wo der Kommunismus schon seit 1917 an die Herrschaft kam, prozentual viel mehr gläubige Christen gibt, als in der DDR, weil in den Familien, besonders von den Müttern und Großmüttern der Glaube bewahrt und weitergegeben wurde. Es wurde in der Fernsehsendung berichtet, dass sich in Westdeutschland, wo sich noch über die Hälfte der Menschen als gläubig bezeichnen, ca. 60% in ehrenamtlichen Tätigkeiten engagieren, während in dem Gebiet der ehemaligen DDR dies nur noch 37% tun.
Es wurde behauptet, eine Wiederkehr der Religion widerspräche allen soziologischen Erkenntnissen. In den Familien wird der Glaube nicht mehr gelebt. Es ist zu einem Traditionsabbruch gekommen und es breitet sich immer mehr eine Kultur der Religionslosigkeit aus. Einzelne Bräuche werden noch ohne Bezug zur Religion fortgeführt. So zündet man beispielsweise noch Osterfeuer an und macht dazu ein Volksfest, aber ohne jeglichen Bezug zum christlichen Osterfest. Man möchte auch in einem feierlichen Gebäude heiraten. Deshalb baut ein Paar in Kallenberg jetzt ein Haus, das aussieht, wie eine kleine Kirche mit Kirchturm, aber ohne christliche Symbole, dafür ist es mit Küche und Toiletten eingerichtet. Sie wollen es Konfessionslosen und Katholiken, die geschieden sind und noch einmal heiraten wollen, für Hochzeitsfeiern zur Verfügung stellen. Hier will man also einen Schein wahren und mit dem Haus Geschäfte machen, aber nicht ein Haus zur Ehre Gottes errichten.
Kirchen, in denen nur noch alle vier bis sechs Wochen ein Gottesdienst oder gar kein Gottesdienst mehr stattfindet, sollen noch als Ortsmittelpunkt eine Bedeutung haben und kulturell für Zusammenkünfte, bei Kaffee und Kuchen, für Konzerte und Lesungen erhalten werden. So sollen Kirchen auch von nicht konfessionell Gebundenen als kultureller Ortsmittelpunkt anerkannt und genutzt werden. Gezeigt wurde eine Kirche, die nach ihrer Profanisierung zuerst als Bauhof diente und heute als Restaurant verwendet wird. Weiterlesen

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Reisebericht aus dem Tur Abdin

Die Hauptaufgabe des türkischen Ministeriums für Kultur und Tourismus scheint die Verschleierung des monströsen Völkermords an den osmanischen Christen vor einhundert Jahren zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, werden Millionen gutgläubiger Menschen aus dem Westen, besonders aus Deutschland, einem Gehirnwaschprogramm unterzogen, welches auf den Samtpfoten extrem günstiger Pauschalreisen ins „Land der Sonne“ daherkommt.
Doch nicht nur das grausame Abschlachten friedlicher Völkerschaften soll vergessen gemacht werden, auch der heldenhafte Widerstand christlicher Dörfer gegen die muslimische Übermacht soll aus dem Buch der Geschichte ausradiert werden.
So ist das Ziel unserer kleinen Reisegruppe nicht der Schnäppchen-Urlaub in Fethiye, sondern das Tur Abdin, das Kerngebiet der Aramäer nahe der syrischen Grenze. Die Klöster des Tur Abdin gehören zu den ältesten der Welt, und die hochstehende Kultur der christlichen Bevölkerung gab es schon ein halbes Jahrtausend vor Mohammed. Doch wie die Armenier und Griechen des osmanischen Reiches, so fielen auch die meisten Aramäer dem Massenmord zum Opfer, der von der türkischen Regierung vor hundert Jahren befohlen wurde.
Enteignung und Entrechtung der letzten Aramäer werden jedoch bis in unsere Tage fortgeführt. So wurden kürzlich Ländereien des im vierten Jahrhundert nach Christus erbauten weltbekannten Klosters Mor Gabriel enteignet. Zudem ist der Unterricht der aramäischen Sprache, immerhin der Sprache Jesu, verboten. Auf Bücher mit aramäischen Schriftzeichen macht türkisches Militär und Polizei regelmäßig Jagd. Schikanöse Durchsuchungen der Klöster und Kontrollen ihrer Bewohner sind an der Tagesordnung.
Unsere Reiseführerin Hatune kennt die Gegend und ihre Geschichte gut. Immerhin stammt sie selbst aus einem der Dörfer. 1993, sie war gerade 9 Jahre alt, musste ihre Familie fliehen, um den Mordanschlägen der herrschenden kurdischen Aga-Sippe zu entgehen. Weiterlesen

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