Standfest wie die seligen Kinder von Fatima

Von den Seherkindern von Fatima ist bekannt, dass ihnen von staatlichen Behörden ein qualvoller Tod angedroht wurde, wenn sie an der Wahrheit festhielten, die Gottesmutter sei ihnen erschienen. Obwohl sie die angedrohte Gefahr als real ansahen, ließen sie sich nicht einschüchtern. Denn sie waren überzeugt, nach einem solchen Karfreitag erwartet sie das Leben bei Jesus. Und danach sehnten sie sich. Hinter diesem Glauben der Kinder von Fatima steckt das Geheimnis der Standfestigkeit, von den ersten Märtyrern bis zu den ermordeten Christen unserer Tage. Die menschliche Kraft allein würde dafür nicht ausreichen.
Die portugiesische Freimaurerregierung hatte das Ziel, den katholischen Glauben im Land auszurotten. Die Marienerscheinungen führten aber zu einer Neubelebung des Glaubens in Portugal.
Wie schwer es die Wahrheit hat, sich durchzusetzen, zeigen viele Beispiele, auch aus unserer Zeit. Eines davon ist der mühsame Kampf von Konrad Löw gegen die Absicht des Dokumentationszentrums in München, diese Stadt als eine antisemitische „Täterstadt“ abzuqualifizieren. Der Fall wird in diesem Felsheft (S.132-135) dargestellt, weil er zeigt, wie eine engagierte Person die Unwahrheit demaskieren kann. Weiterlesen

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Seelsorge im Dienst der Ehe unter dem Anspruch des Glaubens. Amoris laetitia in der Diskussion

Bedenkenswerte Hinweise von Bischof Huonder.
Das nachsynodale Schreiben zur Bischofssynode über die Ehe bezeichnet Papst Franziskus als „Exhortatio“. Es ist ein Aufruf, eine Ermunterung und eine Mahnung. Der heilige Vater ruft auf, sich auf das katholische Verständnis von der Ehe zu besinnen, die in der Erschaffung des Menschen grundgelegt ist und durch Jesus Christus zum heiligen Sakrament erhoben wurde. Das Wissen um den Ursprung der Ehe im Willen Gottes und um die Einbindung der Ehe in das Erlösungswerk Jesu Christi vermittelt eine tiefe Dankbarkeit gegenüber Gott und eine wahre Freude über das Geschenk der Gnade. Die Antwort der Eheleute auf die Liebe und Güte Gottes wird ein Festhalten an der Treue zum Eheversprechen sein, an dem täglichen Leben mit Christus und seiner Kirche und an der Teilnahme an den Sakramenten. Insbesondere ist das Bußsakrament sehr hilfreich, durch das als Frucht der Reue die Befreiung von den Sünden erfolgt und im Vorsatz der Umkehr das Eheversprechen erneuert wird. Die Kirche verfügt über die „Apotheke“, die dem Menschen Kraft für den Alltag gibt und schließlich Glück und Frieden, den niemand sonst geben kann.
Nach einer gewissen Bedenkzeit wenden sich nun Bischöfe an die Gläubigen ihrer Diözesen. Während der ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz wohl eine Art Konsenspapier am 23. Januar 2017 in Würzburg als Wort der Deutschen Bischöfe verabschiedet hat, wendet sich der Bischof von Chur, Dr. Vitus Huonder, konkret an die Mitbrüder im priesterlichen Dienst. Er schreibt: „In der Diskussion rund um das Nachsynodale Apostolische Schreiben Amoris Laetitia kam das achte Kapitel mit der Frage der zivil wiederverheirateten geschiedenen Personen ins Zentrum zu stehen. Aus diesem Grund gebe ich dazu in meiner Verantwortung als Bischof zu Händen der Seelsorger (Beichtväter) einige Hinweise.“ Im Folgenden zitiere ich die Passagen, die prägnant das seelsorgliche Anliegen von Amoris laetitia aufzeigen (bistum-chur.ch/bistumsleitung/die-heiligkeit-des-ehebandes-wort-zum-nachsynodalen-apostolischen-schreiben-amoris-laetitia/). Weiterlesen

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Der Kommentar eines im Saarland lebenden Katholiken zum Ergebnis der Landtagswahl vom 26.3.2017.

Seit gut 23 Jahren Jahren lebe ich im Saarland und lebe sehr gern dort in dem Dreiländereck mit seinen freundlichen Menschen. Im Saarland gehen die Uhren ein wenig anders als im „Reich“, wie die alten Saarländer noch immer sagen. An der Saar war man immer durch die dominierende Kohle- und Stahlindustrie etwas mehr sozial eingestellt als in anderen Gegenden Deutschlands.
Nun hat das Saarland gestern den neuen Landtag gewählt. Und das Ergebnis überrascht doppelt. Einmal hat sich die CDU hier wieder als dominierende Volkspartei erwiesen. Und zum anderen – für mich das entscheidendste Ergebnis, hat sich die ganze überragende Pro-links-Propagandamaschinerie als nutzlos erwiesen. Diese Maschinerie besteht aus den öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, den sogenannten Meinungsforschungs-Instituten, dem riesigen Apparat der Druck-Medien und sogar aus Teilen der Kirche, wobei man wissen muss, dass das Saarland einmal das katholischste Bundesland ist oder war. Und dieser ganze Apparat hat mehr oder weniger deutlich für die Linke- vor allem für die SPD mit ihrem neuen Hoffnungsträger – gekämpft. Gegen alle Voraussagen und alle Kaffeesatzleserei hat das Ergebnis alle überrascht, obwohl jetzt viele aus dieser Maschinerie so tun, als wäre dieses doch vor allem in den letzten Tagen so voraussehbar gewesen. Nur wenige dieser „Experten“ geben ihren Irrtum zu.
Das Ergebnis bringt der CDU an der Saar etwas über 40 %, der SPD, die sich diese „Experten“ als Sieger wünschten, keine 30 %. Nun haben sich einige damit getröstet, dass die AfD , die wieder mit allen negativen Attributen belegt wurde, nur knapp über 6 % kam und während man das Ergebnis der anderen Parteien nicht auf den Bund übertragen wollte, sah man im AfD-Ergebnis einen Niedergang dieser „rechtspopulistischen“ Partei für ganz Deutschland. Viele aus dieser Politik- und Medien-Maschinerie, ja selbst aus höchsten Kreisen der Kirche, versuchen in dieser neuen Partei, von der keine geringere Zeitung als die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ diese in der Mitte der Gesellschaft sieht, dem Wähler die AfD als Beelzebub zu verkaufen. Hier soll keine Propaganda für die neue „Alternative“ gemacht werden; denn der Schreiber dieser Zeilen ist seit 32 Jahren Mitglied der CDU. Auch der Rauswurf der Grünen aus dem Landtag scheint mir zu wenig gewürdigt.
Dass die AfD im Saarland so schwach ist, liegt an den besonderen Verhältnissen dieser Partei hier, die selbst ihre negativen Schlagzeilen – wie bekannt – machte.
Was mir wichtig an diesem Ergebnis ist, ist dass gegen die massivste Propaganda aus allen Rohren der saarländische Wähler sehr viel aufgeklärter und informierter ist, als die Auguren das wahr haben wollen. Und man kann gespannt sein, ab sie etwas daraus lernen. ich fürchte, dass die ideologischen Bretter vor den Köpfen dieses verhindern werden.

Michael Schneider-Flagmeyer

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Benedikt von Nursia

Benedikt von Nursia wird Vater des christlichen Abendlandes genannt. Was ist das „christliche Abendland“, wird heute gerne etwas spöttisch zurückgefragt. Im Land der getauften Heiden kann man mit dem christlichen Abendland nicht mehr viel anfangen. Es wird eher abgelehnt, weil man nicht mehr weiß, dass der tragende Boden auf dem wir stehen, von Männern wie Benedikt bereitet worden ist. Benedikt lebte in einer Zeit, die der unseren nicht so unähnlich war. Als er um 480 in Nursia (Norcia) geboren wurde, lag das weströmische Reich seit vier Jahren in Trümmern darnieder. Die Barbaren strömten in das Land. Auf dem Gebiet des ehemaligen Römischen Reiches führten die germanischen Invasoren Kriege gegeneinander. Was die Römer einmal an Rechtsordnung, Kultur und Infrastruktur geschaffen hatten, löste sich auf. Rom galt noch als Sitz der Gelehrsamkeit. Die vermögenden und vorausschauenden Eltern schickten Benedikt zum Studium nach Rom, wo sich die Dekadenz ausbreitete. Der moralische Niedergang erfasste auch das studentische Leben und machte vor dem Stadtklerus nicht halt. Der junge Benedikt beherzigte den Rat des heiligen Paulinus von Nola (gest. 431): „Man muss Rom fliehen, wenn man nicht auf das Reich Christi verzichten will.“ Nach dem Weggang von Rom verbrachte Benedikt eine kurze Zeit in einer Asketen-Gemeinschaft bei Enfriede (Affile). Danach ging er in die Einsamkeit von Subiaco. Der Weg bis zur Endstation seines Lebens auf dem Monte Casino, wo er am 21. März 547 starb, war noch lang. Benedikt musste erst Stationen der Reifung, der persönlichen Erfahrung und des seelischen Wachstums durchlaufen, bevor er jene Regel entwerfen konnte, in der „Alles vom Geist der Tugend, des Maßes und der Unterscheidungsgabe (discretio) getragen ist“. Es ist diese ausgewogene „Regula benedictina“, die die monastischen Tugenden des Gebetes, des Gehorsams, der Arbeit und der Erholung zu einem „apostolischen Leben“ einüben lässt und die in der Lage ist, Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen und Herkunft zu einer Gemeinschaft der Liebe zu formen. Da der „Vater Abt“ gehalten ist, die menschliche Würde aller Mitglieder der Gemeinschaft zu respektieren, beispielsweise auch den Jüngsten der Ordensgemeinschaft vor Entscheidungen zu hören, ist diese Regel auch eine gute Grundlage für das Zusammenleben einer weltlichen Gesellschaft. Sie wird z.B. selbst wirtschaftlichen Unternehmen empfohlen. Weiterlesen

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Die Entgöttlichung Jesu in der Kirche und die Rückkehr der Vergöttlichung durch die „Welt“.

Stefan Fleischer hat in einem Artikel „Die Entgöttlichung Christi und die Figur ‚ Jesus von Nazareth‘ beim katholischen Internetportal kath.net anschaulich dargelegt, wie die Entgöttlichung Christi über die Theologie in der ganzen Kirche – und nicht nur in der katholischen – das Denken, Rede und Predigt überwältigt hat. Siehe hier:
http://www.kath.net/news/58922
Die meisten Kirchgänger müssen Sonntag für Sonntag erleben, wie Christus ganz auf der menschlichen Ebene „verkündet“ wird und seine Gottheit und damit Transzendenz und Übernatur, der göttliche Bereich, der Bereich des Himmels, negiert wird. Und damit hat man die Menschen hoffnungslos gemacht.
Diese Art der „Verkündigung“ hat sogar Bischöfe und Kardinäle erfasst, die ja schließlich auch Schüler dieser Theologie waren und sind. Wen soll eigentlich eine Verkündigung interessieren, die sich fast ausschließlich auf die weltliche Ebene bezieht und damit den Bereich der Heiligen Schrift längst verlassen hat.
Ein besonders prägendes Beispiel hat Hans Küng immer gegeben, in dem er ständig von „einer höheren Wirklichkeit“ sprach, was immer das auch sein mag. Aber mit einer solchen „Wirklichkeit“ kann der Mensch auf seinem oftmals verzweifelt mühsamen Lebensweg nichts anfangen. Er muss sich an eine Person halten können, die zwar für die Welt in der Welt steht, aber nicht ihren Gesetzen unterworfen ist, sondern der Herr darüber ist, „der in einem unzugänglichen Licht wohnt.“
Mahner gegen diese verweltlichte Theologie wurden einfach nicht gehört, auch wenn sie so unverdächtige Zeugen waren wie Karl Kardinal Lehmann. Dieser hatte vor vielen Jahren in seinem immer noch sehr lesenswerten Interviewbuch „ Es ist Zeit Von Gott zu reden“ geschrieben, dass es für die Wiedergewinnung des christlichen Glaubens entscheidend sei, dass man Gottes Liebe und Nähe wieder (sic) zusammendenkt mit seiner Größe und Majestät.
Und nun kommt die Filmindustrie und tut das – wenn auch manchmal in einer „schlichten“ aber einprägsamen und berührenden Weise – was die Kirche hierzulande und anderswo versäumt hat und damit die Menschen aus der Kirche vertrieben hat. Genannt seien hier zwei Beispiele aus jüngster Zeit. Weiterlesen

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Willi Graf und die Weiße Rose

Zum Kern der Münchner Widerstandsgruppe „Die Weiße Rose“ gehörte auch der Medizinstudent Willi Graf. Er ist 1918 in Euskirchen in einer bewusst katholischen Familie geboren und in Saarbrücken aufgewachsen, wo er das Gymnasium besuchte und im katholischen Schülerbund „Neudeutschland“ aktiv war. Als diese Vereinigung 1936 aus politischen Gründen aufgelöst wurde, lehnte er es ab, in die staatliche „Hitler-Jugend“ einzutreten. Nach dem Abitur begann Willi Graf in Bonn sein Medizinstudium. Weil er sich auch dort weigerte in die HJ einzutreten und stattdessen in verbotenen katholischen Jugendgruppen aktiv war, kam er 1938 für drei Wochen in Untersuchungshaft. 1940 wurde er als Sanitäter zum Militär eingezogen. Dort erlebte er die Schrecknisse des Krieges, was seine Abneigung gegen das NS-Regime noch verstärkte. 1942 wurde Graf zur Fortsetzung seines Medizinstudiums nach München abkommandiert. Dort fand er rasch Kontakt zu Menschen, die aus christlicher Weltanschauung heraus das ganze NS-System ablehnten. Neben diesem Kreis um Prof. Kurt Huber, Carl Muth und Theodor Haecker traf Graf an der Universität auch Hans und Sophie Scholl und Alexander Schmorell, der schon seit Jahren mit Christoph Probst befreundet war. Die Studenten waren formal zwar unterschiedlicher Konfession, sie waren jedoch von ihrem Freundeskreis her katholisch geprägt. Daher hatten sie auch den Mut, ihre lebensgefährlichen Gedanken untereinander auszutauschen. Auch Hans Scholl soll noch kurz vor der Hinrichtung vergeblich nach einem katholischen Priester verlangt haben. Die Freunde waren von der Grausamkeit des Krieges und der Verlogenheit der NS-Ideologie so angewidert, dass sie dagegen etwas tun mussten. Sie riskierten für ihre Überzeugung ihr Leben. Das beweist den hohen sittlichen Wert ihres Opfers. Bei ihren höchst vertraulichen Gesprächen reifte der Plan, die Verbrechen der Nationalsozialisten wenigstens einer kleinen Öffentlichkeit bekanntzumachen. Weiterlesen

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Hüte dich davor, dich zur Schau zu stellen! Die Versuchung der Selbstdarstellung

Mit dem 1. März beginnt in diesem Jahr 2017 die Vorbereitungszeit auf das Osterfest, gemeinhin auch „Fastenzeit“ genannt.
So ist gerade in dieser Zeit ein Wort des Herrn aus der Bergpredigt sehr aktuell. Es heißt in Mt 6,16-18: „Wenn ihr fastet, macht kein finsteres Gesicht wie die Heuchler. Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten.“
Liest man diesen Text im Kontext zu Mt 6,1, wo es heißt: „Hütet euch, eure Gerechtigkeit vor den Menschen zur Schau zu stellen; sonst habt ihr keinen Lohn von eurem Vater im Himmel zu erwarten“, so wird sehr deutlich, dass dem Herrn wohl jede Selbstdarstellung von Menschen zuwider ist, und zwar deswegen, weil Selbstdarstellungen immer wieder vom Wesentlichen abbringen, nämlich der Liebe zu Gott und so zum Grund unseres ganzen christlichen Lebens. So ist es, wenn man das Fasten zur Schau stellt, aber es gibt auch viele andere Versuchungen der Selbstdarstellung, gerade auch bei sehr engagierten Christen. Und wenn die Fastenzeit eine Zeit ist, in der wir uns besonders auf unser christliches Leben besinnen sollten, so bietet sich auch an, sich zu fragen: „Wie weit neige ich zur Selbstdarstellung und was kann ich dagegen tun?“ Weiterlesen

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Die heilige Beichte – das Sakrament der göttlichen Barmherzigkeit

In diesem Beitrag wollen wir uns mit der heiligen Beichte beschäftigen, die uns der unendlich barmherzige Vater durch seinen einzigen Sohn Jesus Christus geschenkt hat: „Nachdem er [Jesus] das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22f). Damit wird den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen und Priestern nicht erlaubt, das Sakrament der Beichte willkürlich zu verwalten, sondern im Rahmen der Gesetze Gottes, der der barmherzige und vollkommene Arzt unserer Seele ist.
Wir dürfen weder unsere Krankheiten noch unsere Sünden auf die leichte Schulter nehmen. Kein Mensch würde sich freiwillig eine leichte Verletzung zufügen – bei den sogenannten lässlichen Sünden, die wir besser Wundsünden nennen, da sie unsere Seele anritzen und unser Verhältnis zu Gott verwunden, sind wir leider weniger vorsichtig. Steuern wir dagegen, indem wir das Gute tun und das Böse meiden. Maßstab dafür ist die Gottes- und Nächstenliebe, das Evangelium, die 10 Gebote und ein guter Beichtspiegel. Bilden wir danach unser Gewissen. Weiterlesen

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Aus aktuellem Anlass hier noch einmal: Schuster bleib bei deinen Leisten!

Einige deutsche Bischöfe äußern sich öffentlich zu politischen Parteien, konkret zur Alternative Deutschlands (AfD). Zählen Stellungnahmen zur Parteipolitik zu den bischöflichen Aufgaben? Was sagt die Kirche im Zweiten Vatikanischen Konzil im Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe: „Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu lehren, sollen sie den Menschen die Frohbotschaft Christi verkünden; Das hat den Vorrang unter den hauptsächlichen Aufgaben der Bischöfe … „Das Geheimnis Christi sollen sie ihnen unverkürzt vorlegen … (Ziff 12)“
Das Zweite Vatikanische Konzil äußert sich auch zu den Aufgaben der Laien, wenn es sagt: „Die Laien aber müssen den Aufbau der zeitlichen Ordnung als die gerade ihnen zukommende Aufgabe auf sich nehmen… unmittelbar und entschieden handeln… den Hirten obliegt es, die Grundsätze über das Ziel der Schöpfung und über den Gebrauch der Welt klar zu verkünden, sittliche und geistliche Hilfen zu gewähren, damit die zeitliche Ordnung auf Christus ausgerichtet werde“. (Dekret über das Apostolat der Laien, Ziff 7)
Es gibt also eine klare Abgrenzung der Zuständigkeitsbereiche und der jeweiligen Verantwortung für Bischöfe und Laien.
Der Politikwissenschaftler Werner Patzelt warnt die Kirchenvertreter, die AfD pauschal als nicht wählbar für Christen zu bezeichnen. „Viel besser wäre es, wenn sie Maßstäbe und Kriterien herausarbeiten würden, nach denen Christen Parteien beurteilen können“ (Konradsblatt, 4 2017, S. 4). Und Patzelt an anderer Stelle: „Statt dessen habe ich den Eindruck, dass viele Kirchen den institutionellen bequemen Kurzschluss suchen.“ „Kirchenführer verbündeten sich mit politischen Führern und machten sich zu spirituellen und transzendentalen Handlangern politischer Gestaltungsarbeit“ gibt die Tagespost (14.1.17) Patzelt wieder.
Die Päpste haben die Grundsätze politischen Handelns in ihren Sozialbotschaften (Enzykliken) von Leo XIII. bis Papst Franziskus immer wieder vorgelegt. Die Bischöfe müssten sie nur mit den ihnen gebotenen Möglichkeiten unter die Leute bringen! „Politische Aufgaben sind nicht von der Kirche zu bewältigen, sondern Politik ist für andere Bereiche zuständig als die Religion“ (Patzelt, Tagespost, 14.1.17).
Wenn sich die Bürger von den etab¬lierten Parteien nicht mehr verstanden, in ihren Sorgen nicht mehr ernst genommen und vertreten fühlen, rühren sich Proteste und entstehen neue Parteien, die die Probleme ansprechen. Ob sie diese lösen können, ist eine andere Frage. Die Kirche kann hier nur zur fairen Auseinandersetzung – an beide – appellieren.
Der Vorwurf von Bischöfen, die die für sie geltende „Rote Linie“ überschreiten, könnte schnell zum Bumerang für sie werden, wenn ihnen z.B. vorgehalten wird, dass sie ihren primären Aufgaben nicht nachkommen und sich selber populistisch verhalten. Die Gescholtenen könnten zurückfragen, wann diese Bischöfe sich das letzte Mal klar zur Genderideologie und Frühsexualisierung der Kinder in staatlichen Schulen, zur Massenabtreibung, zur beschlossenen aktiven Sterbehilfe, zum Religionsunterricht, zur Präimplantationsdiagnostik etc. geäußert haben. Anders ausgedrückt, ob sie sich nicht selber auf dem Mainstreamzug bequem eingerichtet haben?

Hubert Gindert

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So viele Wege zu Gott wie es Menschen gibt. Welcher ist Deiner?

Wir sind immer neu fasziniert, wenn wir erfahren, wie Menschen aus den Jedermann-Gewohnheiten ausbrechen, wenn z.B. aus einem unbekannten Schüler ein großer Wissenschaftler, aus einem gewöhnlichen Kicker ein Fußballstar oder aus einem Durchschnittschristen ein Heiliger wird.
Was ist ihr Geheimnis und welche besonderen Wege, die diese Verwandlung erklären, gehen diese Menschen? Etwa außerordentliche Lehrer, Trainer oder geistliche Begleiter? Woher nehmen diese Betreuer, neben ihren Erfahrungen und Fachkenntnissen ihre Autorität, die ihnen das Herz der ihnen Anvertrauten öffnet? Das Gefühl – ich bin nicht Prestigeobjekt meines Lehrers, der mich fördert – er mag mich, erklärt viel.
Wenn wir unsere Überlegung auf den Weg zu Gott hin lenken, tauchen ähnliche Probleme auf. Auf die Frage, wie viele Wege es zu Gott hin gibt, antwortete Papst Benedikt XVI. einmal: So viele wie es Menschen gibt. Das sind auch Wege einer Umkehr zu Gott hin. Das Leben heilig Gewordener zeigt das. Die Wege könnten kaum unterschiedlicher sein:
Augustinus zog als Lehrer der Rhetorik nach Mailand, nicht um den Bischof Ambrosius, sondern um den faszinierenden Redner Ambrosius zu hören und von ihm zu lernen und er wurde nicht nur von der Form, sondern auch vom Inhalt seiner Predigt überwältigt.
Theresa von Avila hatte sich schon 18 Jahre in ihrem Kloster bequem eingerichtet, als sie 40jährig in der Betrachtung der Leiden Christi die Liebe Gottes zu den Menschen begriff und ihr großes Reformwerk begann.
Edith Stein griff auf ihrer Suche nach dem Sinn des Lebens in der Bibliothek eines befreundeten Ehepaares nach einem Buch der heiligen Theresa von Avila und sie verstand das Wort von Theresa: Dios solo basta – Gott allein genügt!
Theresa von Kalkutta gab, bewegt durch den Anblick des Elends auf der Straße, ihr Leben als Lehrerin eines renommierten Erziehungsinstituts auf und widmete sich fortan den Armen. In all den Fällen war es ein individueller Ruf, der von dem ausging, der schon auf Erden sprach wie einer, der Macht hat, und nicht wie die Pharisäer und Schriftgelehrten. Natürlich gab es in der Kirchengeschichte auch „Massenbekehrungen“, z.B. an Pfingsten nach der Rede des Petrus, durch die besondere Einwirkung des Heiligen Geistes. Aber allen „Umgekehrten“, die aus der religiösen Alltäglichkeit herausgetreten sind, ist gemeinsam, dass sie sich Gott ganz geöffnet haben. Schließlich gibt es nicht wenige, die in der Karwoche die Matthäuspassion hören, begeisternde Reden über Gott hören, das Elend unserer Zeit im Fernsehen beobachten und danach so von ihren Sesseln aufstehen, wie sie sich hingesetzt hatten. Hatten die „Unberührten“ etwa Pech? Wohl kaum. Wenn alle Menschen zum ewigen Leben bei Gott berufen sind, dann gibt es auch für jeden einen Weg zu Gott hin. Hatten sie also eine Chance? Wenn Gott gerecht ist, dann bekommt jeder eine. Die Fastenzeit ist eine solche. Wir müssen nur offen für unsere Chance sein.

Hubert Gindert

Bild: kathpedia

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