Das Kreuz und die Mutter darunter wieder in den Mittelpunkt rücken.

Wie wir aus der Apostelgeschichte erfahren, verharrten die Jünger „einhellig im Gebet mit Maria, der Mutter Jesu“ (Apg 1,14). Maria stand im Zentrum der Jerusalemer Urkirche. Es ist nicht überliefert, dass sie bei wichtigen Entscheidungen das Wort ergriff. Das wird aber auch nicht von Johannes berichtet, der sie nach dem Wort des Herrn auf Golgota … „Sohn, siehe deine Mutter“ von da an zu sich nahm (Joh 19,27).
Maria hatte schon am Anfang eine überragende Bedeutung in der Kirche, weil sie mit ihrer Zustimmung „siehe ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort“ (Lk 1,38) am Beginn unserer Erlösung steht und ihrem Auftrag in vollkommener Weise nachkam. Immer wenn die Kirche durch menschliches Versagen in eine tiefe Krise geriet oder von außen bedroht wurde, kam sie ihr zu Hilfe. Das geschah in den Auseinandersetzungen mit den Häresien der ersten Jahrhunderte, in Zeiten des Niedergangs im Mittelalter und in der Reformationszeit. Das wird auch in der heutigen Krise wegen der sexuellen Missbrauchsfälle der Fall sein, wenn die Botschaften von La Salette, Lourdes, Fatima … aufgegriffen werden.
Alle Reformer in der Kirche, nicht die selbsternannten von außen, waren zugleich große Marienverehrer. Die Kirchengeschichte kennt sie in großer Zahl, bis in die jüngste Zeit hinein z.B. mit Papst Johannes Paul II. Sein Wahlspruch „Totus Tuus – ganz dein“ zeigt diese Haltung deutlich. Die Eigenschaften der Gottesmutter, die als Fürbitterin bei Gott angerufen wird – sie klingen auf in der Lauretanischen Litanei, bringen das Vertrauen der Gläubigen zum Ausdruck.
Der Jesuit Erich Przywara, ein Beobachter des Geschehens in der Kirche, konstatierte als Ursache der beginnenden Krise nach dem Vatikanischen Konzil, die Katholiken hätten „das Kreuz und die darunter steht“ aus dem Mittelpunkt der Betrachtung gerückt. Das war zweifellos der Fall. Dadurch ist aber nicht Jesus Christus stärker in das Zentrum gekommen, sondern nur die Götter der Diesseitsgesellschaft in den verschiedenen Formen des Egoismus. Wo das Kreuz verschwindet, verschwindet auch der Rosenkranz.
Was ist zu tun? Wer sich auf einem falschen Weg fortbewegt, hat, wenn er eine Änderung will, nur eine Wahl: Umkehren! Maria steht ihm dabei zur Seite. Wir erleben heute, wo ein Neuaufbruch im Glauben tatsächlich geschieht, sei es in neuen Gemeinschaften oder auch in Orden mit großer Vergangenheit, z.B. bei den Zisterziensern von Heiligenkreuz bei Wien, steht die Erneuerung immer unter einer wiederbelebten und vitalen Marienverehrung. Dort finden wir Hoffnung und Zukunft für die Kirche, aber auch für die zivile Gesellschaft.

Hubert Gindert

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Wenn Blinde das Geschehen erklären

„Verteidiger einer untergehenden Kirche?“ lautet die Überschrift eines Artikels von Alois Knoller (Augsburger Allgemeine Zeitung 16.5.2019). Knoller benutzt die Premiere des gleichnamigen Films von Christoph Röhl, um Kardinal Ratzinger als den Verteidiger des Glaubens „einer untergehenden Kirche“ zu zeichnen, in einer Welt, die sich „grundlegend gewandelt“ (hat) und in der „auch die katholische Kirche von den modernen Zeiten nicht unberührt blieb“.
Die Analyse von Röhl/Knoller ist falsch. Wer die prophetische Klarsicht des Theologen Joseph Ratzinger kennenlernen will, bräuchte nur nachzulesen, was er 1958 (!) über den Zustand der Kirche geschrieben hat: „Die Statistik täuscht. Das dem Namen nach christliche Europa ist seit langem zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen heraus auszuhöhlen droht. Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst.“ Das heißt, dass die Betroffenen „sich nicht mehr einfach den Glauben zueignen, sondern eine sehr subjektive Auswahl aus dem Bekenntnis der Kirche zu ihrer eigenen Weltanschauung machen…, so dass ein großer Teil von ihnen vom christlichen Standpunkt her nicht mehr eigentlich gläubig genannt werden darf, sondern einer mehr oder weniger aufklärerischer Grundhaltung folgt, die zwar die moralische Verantwortlichkeit des Menschen bejaht, sie aber nach rein rationalen Erwägungen begründet und begrenzt.“ („Die neuen Heiden in der Kirche“, Hochland I/59)
Knoller hängt seine Bewertung von Kardinal Ratzinger, vor allem an den sexuellen Missbrauchsfällen in der Kirche auf. Er charakterisiert Kardinal Ratzinger als einen, „der aus tiefster Überzeugung nicht fassen konnte, dass von geweihten Amtsträgern in der Kirche schrecklichste Verbrechen verübt wurden.“ Knoller zieht dafür als Beleg das Doppelleben des Gründers der Legionäre Christi Marcial Maciel heran und unterstellt: „Warum hatte Ratzinger als Präfekt der Glaubenskongregation Untersuchungen darüber hartnäckig unterdrückt?“. Alois Knoller hätte leicht erfahren können, dass es gerade Kardinal Ratzinger war, der mit Nulltoleranz dagegen vorgegangen ist, als er davon – und auch bei weiteren Fällen – Kenntnis hatte. Weiterlesen

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Die Bischöfe sind als Hirten der Gläubigen um ihr Zeugnis gefordert!

Der Artikel „Mixa als Wahlkampfhelfer der AfD?“ (Augsburger Allgemeine Zeitung 14.05.2019) provoziert die Fragen: Können Bischöfe zu politischen Parteien Stellung beziehen?“ weiter, wie versuchen Medien das Grundrecht der Meinungsfreiheit außer Kraft zu setzen, wenn ihr Interpretationsmonopol der gesellschaftlichen Vorgänge gefährdet ist?.
Als Staatsbürger haben Kleriker alle Grundrechte, wie beispielsweise die Meinungsfreiheit, die allen zukommen.
In der Weimarer Zeit haben katholische Bischöfe gegen die Ideologien der Nationalsozialisten, der Sozialisten und Kommunisten Position bezogen. Die Namen von Bischöfen, wie von Galen, von Preysing, Faulhaber und Sproll stehen dafür. Pater Rupert Mayer SJ ging unerschrocken in Wahlveranstaltungen von Nationalsozialisten und Kommunisten und hielt ihren Parolen das katholische Menschen- und Gesellschaftsbild entgegen.
Auch in den Jahren, als um die politische Neuordnung der Bundesrepublik gerungen wurde, haben sich die katholischen Bischöfe, immer wieder, bis hin zu deutlichen Wahlempfehlungen, zu Wort gemeldet. Das änderte sich mit dem „Godesberger Programm“ der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) von 1959. Dieses Programm enthielt eine Absage an den Marxismus und öffnete der SPD die Tür zur Volkspartei. Eine wichtige Station war eine Tagung der katholischen Akademie in München, auf der Herbert Wehner sprach.
Mit „Godesberg“ änderte sich die Haltung der Bischöfe zu den politischen Parteien. Die Bischöfe praktizierten nun zunehmend eine Politik der „Äquidistanz“.
„Äquidistanz“ meint den gleichen Abstand zu den politischen Parteien. Die bisherigen konkreten Wahlempfehlungen wurden zu allgemeinen Aufrufen, an Wahlen teilzunehmen.
Die Frage des Verhaltens der Bischöfe zu gesellschaftlichen Vorgängen, stellte sich aber mit der Kulturrevolution von 1968 neu. Die 68er haben das geistige Klima und den Stil der Auseinandersetzungen grundlegend verändert. Denn diese Kulturrevolution betraf das Verständnis von Ehe und Familie, die Rolle der Frau und die Sexualmoral. Weiterlesen

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Ratlos vor der Entscheidung? Christen sollten wissen, wer ihre Position am besten vertritt.

Die Wähler zur Europawahl sind wie nie zuvor unentschieden. In Bayern sagen beispielsweise nach einer Umfrage (AZ, 10.5.19) nur 24% der Befragten, dass sie zur Wahl gehen und wissen, welche Partei sie wählen werden. Die traditionelle Stammwählerschaft schrumpft überall. Die Wahlplakate bringen Allerweltsprobleme. Sie sind für die Wahlentscheidung nicht hilfreich. Die Unsicherheit hat auch damit zu tun, dass man den europäischen Institutionen und den Europapolitikern nicht mehr zutraut, die aktuellen Krisen und die ungelösten existentiellen Zukunftsprobleme zu lösen.
Mittlerweile erkennen die Menschen, dass sie von Fehlentwicklungen der Vergangenheit eingeholt werden. So spüren die Kranken, Behinderten und alten Menschen, die Betreuung brauchen, dass Pflegekräfte überall fehlen. Hier machen sich die demographische Entwicklung und die Überalterung der Bevölkerung besonders bemerkbar. Kein Wunder: Seit 1976 sind nach offiziellen Zahlen mindestens 5,5 Mio. ungeborener Kinder abgetrieben worden. Nach anderen Quellen sind es über 10 Mio.. Weiterlesen

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Erfahrungen mit Medien

Am 9.5.2019 hat das „Forum Deutscher Katholiken“ eine Erklärung gegen den Aufruf des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) zum Boykott der Gottesdienste durch Frauen vom 11. bis 18. Mai veröffentlicht.
Das „Forum“ wandte sich dagegen, die sexuellen Missbrauchsfälle für die Durchsetzung des Frauenpriestertums zu instrumentalisieren. Daraufhin wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) am 10.5. um ein Interview gebeten. Obwohl dem ZDF deutlich gemacht wurde, dass unsere Position gegen den Boykottaufruf der KDFB ausreichend dargestellt sei, drang das ZDF (Frau Andrea Budke) eindringlich darauf, dass sich das „Forum Deutscher Katholiken“ in vier Fragen näher erklären würde, um die Gegenposition bringen zu können. Das Interview fand am 10.5. statt. Es wurden folgende vier Fragen gestellt und beantwortet:
• Wie sehen sie die Aktion Maria 2.0?
• Welche Strategie der Frauen vermuten Sie dahinter?
• Welche Argumente halten sie dem Streben der Frauen nach geweihten Ämtern entgegen?
• Was schlagen Sie alternativ vor gegen den sexuellen Missbrauch?
Das ZDF scheute für dieses Interview weder Zeit noch Kosten für die Anfahrt des Aufnahmeteams (Hin- u. Rückfahrt ca. 130 km). Das Interview wurde am 11.5. um 23:15 Uhr ausgestrahlt. Dabei räumte das ZDF den Demonstranten ausreichend Zeit für die Begründung des Boykottaufrufs in Wort und Bild ein. Die Gegenposition der vier abgefragten komplexen Themen bestand aus einem Satz.
Wofür das ZDF in dieser Auseinandersetzung steht, wurde offenkundig. Es ging offensichtlich nur darum, nach außen sagen zu können: Wir haben auch die andere Seite gehört und zu Wort gebracht. Nun ist das ZDF eine öffentlich-rechtliche Anstalt, die mit Zwangsgebühren aller Bürger finanziert wird und deswegen auch zu objektiver und ausgewogener Berichterstattung verpflichtet ist. Das geschah in keiner Weise.
Am 11. Mai wurde das „Forum Deutscher Katholiken“ von RTL um ein Interview in der gleichen Sache gebeten. Es wurden drei Fragen gestellt und beantwortet. Das Interview wurde am 12. Mai um 18:45 Uhr ausgestrahlt. Die Darstellung der Gegenposition bestand wieder aus einem Satz. Fairerweise möchte ich anmerken, dass RTL keine öffentlich-rechtliche Sendeanstalt ist.
Meine Empfehlung nach diesen Erfahrungen: Man sollte Sendeanstalten, bei denen die Darstellung der eigenen Position nicht gesichert ist, kein Interview geben, sondern die Kanäle nutzen, die uns heute zur Verfügung stehen um unsere Botschaft zu streuen. Sendeanstalten, die ihre eigene Politik betreiben, missbrauchen die Interviews für ihre Zwecke.

Hubert Gindert

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Aufruf des Forums Deutscher Katholiken gegen den KDFB-Kirchenstreik

Die Vor­sit­zende des „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bun­des“ (KDFB) der Di­ö­ze­se Rot­ten­burg-Stutt­gart Ka­rin Wal­ter ruft die Ka­tho­li­kin­nen vom 11. bis 18. Mai zum „Kir­chen­streik“ auf. Die Frau­en sol­len ge­gen se­xu­el­len Miss­brauch durch Geist­li­che und ge­gen den Aus­schluss von Frau­en zum Pries­ter­amt pro­tes­tie­ren, in­dem sie sich statt zu den Got­tes­diens­ten vor den Kir­chen­tü­ren ver­sam­meln (Ka­tho­li­sches Sonn­tags­blatt, 31.3.2019).
Hier wird in durch­sich­ti­ger Wei­se der se­xu­el­le Miss­brauch in­stru­men­ta­li­siert, um das Frau­en­pries­ter­tum durch­zu­set­zen. Ein Auf­ruf zum Boy­kott von Got­tes­diens­ten be­deu­tet ei­ne neue Qua­li­tät in der Aus­ein­an­der­set­zung in­ner­kirch­li­cher Kräf­te ge­gen die Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che.
Da nicht be­kannt ist, dass die Bun­des­lei­tung des KDFB ge­gen die Ini­tia­ti­ve des Di­ö­ze­san­ver­ban­des von Rot­ten­burg-Stutt­gart kor­ri­gie­rend ein­ge­grif­fen hat, ru­fen wir die Mit­glie­der des KDFB, die sich der Leh­re der ka­tho­li­schen Kir­che ver­bun­den füh­len, auf, aus dem „Ka­tho­li­schen Deut­schen Frau­en­bund“ aus­zu­tre­ten und ei­ne neue glau­bens­treue Or­ga­ni­sa­tion für Frauen zu grün­den.

Prof. Dr. Hubert Gindert, Spre­cher des Forums Deut­scher Ka­tho­li­ken

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ZDF Auslandsjournal: Familie, Heimat, und Vatikan gehören zum erzkonservativen „Rechtspopulismus.“

Im Auslandsjournal des ZDF vom Mittwochabend, nahm sich die Genossin Antje Pieper, Moderatorin des Auslandsjournals, das neue in einem ehemaligen italienischen Kloster nahe Roms von Steve Bannon, dem ehemaligen Wahlkampfleiter und Berater von Präsident Trump, gegründete Zentrum, dass sich wohl zur Aufgabe gemacht hat, das christliche Abendland zu verteidigen, vor. Ich kann weder über Steve Bannon noch über sein Unternehmen etwas sagen, weil ich fast nichts darüber weiß. Aber ich wende mich mit Protest gegen das, was Frau Pieper daraus machte.
Sie schob ganz ungeniert Familie, die Begriffe Heimat und „christliches Abendland“ in Verbindung mit dem Vatikan (und dort mit „erzkonservativen Kardinälen“), die dem armen Papst im Lichte stehen, schamlos in die Schublade des zu bekämpfenden sogenannten „Rechtspopulismus“. Es versteht sich in diesem Zusammenhang von selbst, dass sie dabei über den ungarischen Premier Viktor Orban und den italienischen Innenminister Salvini herfiel, die aktiv für die Familien etwas tun und die einleuchtende Meinung vertreten, dass ein Volk ohne Kinder stirbt. Frau Pieper besuchte in Ungarn eine Familie mit sieben (sic!) Kindern, die dank Orbans Politik in einem eigenen Haus wohnten, nachdem sie vorher in einer 48 Quadratmeter großen Wohnung gehaust hatten. Sie ließ sich als freundlicher Gast mit einem der kleinen Kinder auf dem Schoß ablichten und dann kam die Attacke auf Orban und Salvini. Was beweist, dass bei ideologisch einseitig festgelegte Journalisten jede Spur von logischem Denken entwichen ist. Das ist immer so, wenn man ein ideologisches Brett vor dem Kopf hat, das jedes objektive Denken blockiert. Weiterlesen

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Herzliche Einladung zum Kongress in Ingolstadt!

Herr Prof. Gindert, der Kongress des Forums Deutscher Katholiken findet vom 14. bis 16. Juni dieses Jahres im wunderschönen Ingolstadt statt. Er hat das Thema „Ohne Gott – keine Zukunft“! Ingolstadt war wichtiges Zentrum der Gegenreformation. Welche Impulse für das Glaubensleben erhoffen Sie sich von einem Katholikentreffen an diesem Ort?

Der Kongress „Freude am Glauben“ will an dem Ort, an welchem die Selbstreform der katholischen Kirche in der existentiellen Krise des 16. Jahrhunderts ihren Anfang nahm, dazu beitragen, dass sie in der heutigen Situation, die Kardinal Müller als „kirchengeschichtlich einmalige Krise“ bezeichnet hat, erneut aufblüht. Das spirituelle Rahmenprogramm mit Gottesdiensten, Katechesen, Vorträgen und der Prozession mit Marienweihe wird dazu Impulse setzen.
S. Exz. Bischof Gregor Maria Hanke wird im Münster „Zur Schönen Unserer Lieben Frau“ das Pontifikalamt zur Eröffnung halten. Wenn wir dort beten und mit der Haydn-Messe St. Joannis de Deo unseren Gott verehren sind wir auch ganz nahe den Grablegen von Dr. Johannes Eck und P. Jakob Rem.
Im Mittelpunkt des geistigen Ringens der Reformationszeit stand die Universität. Dort lehrte seit 1510 Prof. Johannes Eck, ein Universalgelehrter. Er gilt als einer der größten Theologen seiner Zeit. Eck war „der erste Vorkämpfer des Katholizismus in Deutschland. Er zwang Luther in der Leipziger Disputation von 1519 zur letzten Klarstellung“ – so der Historiker Benno Hubensteiner.
Von den Wittelsbachern berufen kamen 1549 mit Petrus Canisius und Jakob Rem die ersten Jesuiten. Sie waren erfüllt von rastlosem Seeleneifer.
Auf dem Weg zu unserem Tagungszentrum kommt man am Ickstatthaus vorbei. Wegen der höchsten Barockfassade Süddeutschlands ist es eine der vielen Sehenswürdigkeiten Ingolstadts. Über den Carraraplatz gelangt man zum Herzogskasten. Weiterlesen

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Er ist wahrhaft auferstanden! Ostern in der Liturgie der Ostkirchen

Weit vor Mitternacht strömen Scharen von Gläubigen zur Dreifaltigkeitskirche in Bochum-Hamme. Das orthodoxe Lichtkreuz über dem Eingang zeigt: Das ehemals katholische Gotteshaus wird von der russischen Gemeinde genutzt und ist jetzt dem heiligen Georg geweiht. Frauen tragen tuchbedeckte, brechend mit Selbstgebackenem, mit Wein, mit roten Eiern gefüllte Körbe herbei. Alles wird im großen Gemeindesaal abgestellt. Noch gilt strenges Fasten.
Die Gesänge und Texte im Kirchenraum, vorgetragen in Kirchenslawisch, klingen schon österlich. Im Mittelpunkt stehen die Apostelgeschichte des heiligen Lukas, die Missionsreisen der Apostel, das Wachsen der Kirche im römischen Reich nach Ostern. Die Kirche ist überfüllt, vor allen Ikonen leuchtet ein Kerzenmeer. Dicht gedrängt stehen Frauen, Männer, Kinder. Eine halbe Stunde vor Mitternacht kommt Bewegung auf. Der Priester trägt ein dunkles kostbares Tuch, das sog. Grab Christi, zum Altar hinter die Ikonenwand. Seit dem Vortag, dem orthodoxen Karfreitag, stand es zentral im Raum als Zeichen für das Leiden und Sterben Christi. In wenigen Minuten wird auf diesem Tuch die göttliche Liturgie der Osternacht gefeiert. Weiterlesen

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Wie Brücken bauen?

Der Papst hat den Beinamen Pontifex, d.h. Brückenbauer. Aber auch von Bischöfen verlangt man, wie jetzt vom Nachfolger des Bischofs Huonder von Chur, dass sie Brückenbauer seien.
Da es nicht nur im Bistum Chur Katholiken gibt, die in wesentlichen Fragen der katholischen Lehre gegensätzliche Positionen vertreten, sind die Anmerkungen von Bischofssekretär Christoph Casetti von einer Bedeutung, die über Chur hinausreichen.
Christoph Casetti sagt: „Er (der Bischof) soll Brücken bauen und so die Einheit in der Diözese wieder herstellen. Doch wie kann er diejenigen vereinen, die sich grundsätzlich nicht einig sind in den Fragen wie z.B. … ist Jesus wirklich der Sohn Gottes und nicht nur der Menschensohn, der Sohn Josefs? Ist er wirklich von den Toten auferstanden oder geht einfach seine Sache weiter? Können nur Männer Priester werden? Können die wiederverheirateten Geschiedenen gehen oder nicht? Kann die ‚Ehe für Alle‘ von der Kirche anerkannt werden? Ist nur die natürliche Familienplanung erlaubt oder muss die Kirche endlich die Verhütung frei geben?“ (Tagespost, 11.4.2019). Solche Gegensätze könnten nach Casetti nur „um den Preis eines völligen Relativismus in Bezug auf die Glaubenswahrheiten und die daraus folgende Lebenspraxis vereinigt werden.“
Man sollte endlich zur Kenntnis nehmen, dass wir uns in einer geistigen Auseinandersetzung befinden, die totalitären Charakter hat. Diese Auseinandersetzung findet nicht nur mit den Gegnern außerhalb der Kirche, sondern auch mit denen im Inneren der Kirche statt. Das derzeitige Kampffeld sind die sexuellen Missbrauchsfälle. Sie werden instrumentalisiert, um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Es wird nicht die nahestellende Frage gestellt, was die Ursachen sind, die zu den Missbrauchsfällen geführt haben. Wer sie auf den Tisch bringt, wie die Kardinäle Brandmüller, Burke und Müller oder jetzt Benedikt XVI. wird mit den medialen Mitteln als Störenfried niedergemacht oder totgeschwiegen. Der totalitäre Charakter zeigt sich darin, dass alle Medien, profane und kirchliche aktiviert werden, damit die entscheidenden Fragen unter dem Deckel gehalten werden. Wie soll ein Bischof, der sich an die Lehre der Kirche hält, Brücken bauen, wenn unter den Brückenbogen die Kräfte, die eine andere Kirche wollen, ihre Politik weiter beinhart verfolgen? Weiterlesen

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