Es bringt uns allmählich zum Gähnen

Die Forderungen der Vertreter einer „anderen Kirche“ nach Änderung der katholischen Sexualmoral, Neubewertung der Homosexualität, Frauenpriestertum und Aufhebung des „Pflichtzölibats“ langweilen allmählich. In die immer gleiche Richtung gehen die zahlreichen Aufrufe, Interviews, Statements etc. der KirchenVeränderer. Andere Formen mit immer dem gleichen Inhalt!
Am 20. Februar 2019 durfte sich der Jesuitenpater Klaus Mertes wieder einmal über diese Themen auslassen. Er zählt „zu den wichtigsten Ordensmännern in Deutschland“. Die Augsburger Allgemeine Zeitung räumte ihm gerne reichlich Platz ein, um den bekannten Forderungskatalog vor der römischen Konferenz zu sexuellen Missbrauch in der Kirche vortragen zu können.
Nachdem sich Mertes über die „monarchische Macht“ in der Kirche, welche er als hauptverantwortlich für den sexuellem Missbrauch sieht, kam die Frage „Was halten sie noch für wichtig?“ Mertes: „Das Thema Homosexualität, an dem sich ebenfalls die Geister scheiden …“
„Warum?“ Mertes: „Homosexuelle Männer sind nicht zur Priesterweihe zugelassen. Das ist die geltende Regelung. Einige bischöfliche Stimmen in Deutschland schlagen jetzt vor, dieses Verbot aufzuheben. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung…“
„Was halten sie von der Freigabe des Zölibats?“ Mertes: „Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen Zölibat und Missbrauch. Eine Öffnung des Zölibats allein würde nicht viel bewirken, wenn nicht gleichzeitig die kirchliche Sexualmoral überdacht sowie der Zugang von Frauen zur Weihe einbezogen würde. Nur ein Gesamtpaket gibt Sinn“.
„Wenn Frauen geweiht werden, dann wird es auch Bischöfinnen geben und eines Tages eine Päpstin?“ Mertes: „Ja, aber bis dahin ist noch ein weiter Weg … ein erster nächster Schritt wäre ganz einfach, dass Frauen zum Diakonat zugelassen werden“.
Damit ist der ganze Forderungskatalog im Interview wieder untergebracht.

Hubert Gindert

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Demontage aus dem Inneren der Kirche

„Revolutionäres im Ruhestand – Ältere Priestergeneration aus Eichstätt und Bamberg wirbt für weitreichende Kirchenreformen“ ist ein Artikel in der Kirchenzeitung für das Bistum Eichstätt (Nr. 7, 17.2.2019, S. 13) überschrieben.
„Träume für die Kirche für heute und morgen“ von 19 Ruhestandsgeistlichen aus Nürnberg und Umgebung vor einem Jahr verfasst, darunter Stadtdekan Theo Kellerer, der ehemalige Jesuitenprovinzial Jörg Dantscher, der Schwabacher Dekan und frühere Domkapitular Alois Ehrl, wird neu aufgewärmt. Warum eigentlich?
Gefordert werden die „Zulassung von Frauen zum Priesteramt, Ende des Pflichtzölibats, Eucharistie für konfessionsverschiedene Ehepaare und wiederverheiratete Geschiedene“ – und das mit Hinweis auf das Zweite Vatikanische Konzil, „das der Kirche den Weg in die Moderne wies – ohne freilich die Wünsche zu erfüllen!“ Wo gibt es in den Texten dieses Konzils Stellen, welche diese Wunschvorstellungen ansprechen? Eine Spekulation auf die Unwissenheit der Gläubigen über dieses Konzil!
Die „Revolutionäre“ möchten eine Kirche, „die dezentrale Lösungen für pastorale Nöte sucht, die Gemeinden weitgehend unabhängig arbeiten lässt … und die neue, ansprechende Gottesdienstformen ermöglicht“. Solche „Gottesdienste“, in denen sich die Menschen selber feiern, haben wir schon öfter erlebt, mit dem Resultat, dass die leeren Kirchenbänke zunehmen.
„Die Kernforderungen des Papiers enthalten einen Ansatz, der sich als strikt pastoral – antidogmatisch beschreiben lässt“, so der Bericht in der Kirchenzeitung. Der Blick auf wiederverheiratete Geschiedene versucht „den Gedanken der Barmherzigkeit in den Vordergrund zu stellen“. Ist das wirklich so? Kardinal Müller erinnert im „Glaubensmanifest“ an den Apostel Paulus, wenn er sagt, dass „wiederverheiratete Geschiedene die Eucharistie nicht fruchtbar empfangen (KKK 1457), weil sie ihnen nicht zum Heil gereicht. Darauf hinzuweisen entspricht dem geistlichen Werk der Barmherzigkeit. Weiterlesen

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Christliche Nächstenliebe schließt alle ein!

Die christliche Nächstenliebe schließt alle Menschen mit ein, also auch die Schwierigen, die Lästigen, die Unsympathischen, ja sogar die Feinde. Denn die Liebe »erträgt alles« und »trägt das Böse nicht nach« Demgemäß fordert Jesus in der ›Feldrede‹ in der Version des Evangelisten Lukas:
Liebt eure Feinde; tut denen Gutes, die euch hassen. Segnet die, die euch verfluchen; betet für die, die euch misshandeln. Dem, der dich auf die eine Wange schlägt, halt auch die andere hin, und dem, der dir den Mantel wegnimmt, lass auch das Hemd.
Vor allem an dieser rigorosen, von Jesus gebotenen Feindesliebe scheiden sich bis zum heutigen Tag die Geister. Friedrich Nietzsche betrachtete das Mitleid, die allgemeine Nächstenliebe oder gar die Feindesliebe als unwürdige Schwäche, als erbärmliche Fehlhaltung, als verächtliche »Sklavenmoral«. Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck soll gesagt haben, mit der Bergpredigt Jesu könne man keine Politik machen. Bundeskanzler Helmut Schmidt hat dasselbe, sinngemäß, tatsächlich gesagt.
Ein Verfechter der konsequenten Nächsten- bzw. Feindesliebe ist zweifellos Papst Franziskus. Er sieht im Evangelium von der Feindesliebe, in der »Magna Charta der christlichen Gewaltlosigkeit«, sehr wohl einen realistischen Maßstab für politisches Handeln: In einer Welt mit »zu viel Gewalt« und »zu viel Ungerechtigkeit« könne nur die umfassende Nächstenliebe und somit der Verzicht auf Rache und Gewalt die angemessene Antwort sein.
Franziskus beruft sich mit dieser Auffassung auf seinen Vorgänger, Papst Benedikt XVI., aber auch auf nichtchristliche Autoritäten wie den indischen Widerstandskämpfer und Pazifisten Mahatma Gandhi. Die verbreitete Ansicht, dass das Ideal der Feindesliebe außerhalb des Christentums völlig unbekannt sei, trifft nämlich keineswegs zu. Das Prinzip der Liebe, der Vergebung und der Gewaltfreiheit gegenüber Feinden wird auch in anderen Religionen, insbesondere im Hinduismus und im Buddhismus, vertreten.
Jesus hat die Feindesliebe nicht nur gepredigt, er hat sie auch selbst gelebt. Am Kreuz vergab er seinen Folterern und Mördern. Und in der Nachfolge Jesu betete Stefanus – der erste christliche Märtyrer – für seine Feinde, die ihn mit Steinen bewarfen: »Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an!« Weiterlesen

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Ein Leuchtturm in Verwirrung und Unsicherheit

Das Glaubensmanifest von Kardinal Müller steht wie ein Leuchtturm in der Verwirrung und Unsicherheit, die wir zurzeit durchleben. Das Motto „Euer Herz lasse sich nicht verwirren“ (Joh. 14,1) unterstreicht die Situation. Lehramtstreue Katholiken fragen sich heute manchmal, ob sie denn selber noch richtig ticken.
Kardinal Müller nimmt mit dem Glaubensmanifest einen Auftrag wahr, der ihm als Bischof und Kardinal übertragen ist und den wir bei manchen Bischöfen vermissen. Der Kardinal fasst Wesentliches des Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) von 1992, den Kardinal Ratzinger im Auftrag von Johannes Paul II. verantwortlich redigiert hat, zusammen.
Es war zu erwarten, dass sich gegen das Glaubensmanifest Widerstand regt, durch Kritik oder Totschweigen. Das erinnert an die Proteste bei der Einführung des neuen Katechismus im Jahr 1992. Denn Akzeptanz hätte damals wie heute die Bereitschaft zum Umdenken und zur Umkehr vom bisherigen Weg bedeutet. Katholiken, die ihr Leben am Glauben der Kirche ausrichten wollen, werden aber Kardinal Müller für seine Klarstellungen dankbar sein.
Als Johannes am Jordan zu Buße und Umkehr aufrief, kamen die Menschen, die von der Weisheit der damaligen Schriftgelehrten enttäuscht waren, in Scharen zu ihm, um sich als Zeichen ihrer Umkehr taufen zu lassen. Sie fragten Johannes: „Was sollen wir tun?“ Und sie erfuhren konkret, was Kennzeichen der Umkehr sind. Auch das religiöse Establishment der Pharisäer, Sadduzäer und Gesetzeslehrer kam von Jerusalem an den Jordan, um zu hören, was dieser religiöse Outsider verkündete. Johannes nannte sie „Schlangenbrut!“ Aber auch sie bekamen die Chance zur Umkehr mit den Worten: „Bringt denn Frucht, die der Umkehr entspricht!“
Und wie sieht heute die Bereitschaft zur Umkehr aus? Die Kritiker des Glaubensmanifestes versuchen seine Bedeutung abzuwerten und zu relativieren mit den Worten: „Er (Kardinal Müller) verteidigt den Zölibat und die Priesterweihe nur für Männer“, er betont, dass wiederverheiratete Geschiedene sowie Nichtkatholiken die Eucharistie „nicht fruchtbar empfangen, weil sie ihnen nicht zum Heil gereicht“, er spricht die „abnehmende Beichtpraxis“ an, kritisiert Bischöfe „die sich lieber in der Rolle als Politiker gefallen, denn als Lehrer des Glaubens“.
Ein Kardinal relativiert, das Glaubensmanifest enthalte „halbe Wahrheiten“, „pauschale Aussagen“ und „private theologische Überlegung“. Müller betone einen „fundamentalen Unterschied im Gottesglauben“, andererseits aber „Gemeinsamkeiten“ mit Juden und Moslems im Glauben an den einen Gott und fragt dann: „Sind diese Gemeinsamkeiten zumal heute nicht grundlegend für den Frieden in Welt und Gesellschaft?“ Werden hier nicht zwei verschiedene Ebenen vermischt? Kardinal Müller hat im Glaubensmanifest nicht infrage gestellt, dass Dialoggespräche zur Verbesserung der Beziehungen führen können. Das kann aber nicht durch Relativismus geschehen.
Was bleibt den verunsicherten Gläubigen in dieser Situation übrig? Sie können dort hingehen, wo Johannesgestalten die unverkürzte Lehre der Kirche verkünden!

Hubert Gindert

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„Wir haben schon viel Zeit verloren“

Nach der Frühjahrsversammlung kündigte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine „Zäsur“, gewissermaßen eine neue Epoche an: „Einstimmig haben wir beschlossen, einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht… und zwar mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) mit dem Ziel, konkrete Beschlüsse zu beraten… wir dürfen auch die Themen Zölibat und Zugang der Frauen zu kirchlichen Ämtern nicht aussparen… eine konstruktive Aneignung human-wissenschaftlicher Einsichten (sei) noch nicht gelungen… die Kirche braucht ein synodales Voranschreiten… wir fangen nicht am Nullpunkt an“ (Mitteilungen der DBK, 14.03.19) Das klingt nach Entschlossenheit.
Die Worte „synodales Voranschreiten“, „synodaler Weg“, „synodale Perspektive“ haben in bestimmten Kirchenkreisen und auch in Medien Beifall gefunden, denn „wir haben viel Zeit verloren… schlagartig wird einem bewusst, wieviel Zeit die katholische Kirche verloren hat um die Verkündigung des Evangeliums und das kirchliche Leben auf der Höhe der Zeit aufzustellen“ (konradsblatt, 12-2019, S. 2)
Bei so viel Euphorie ist es angebracht, auf das „synodale Voranschreiten“ mit den angekündigten Beschlüssen den nüchternen Blick des Kirchenrechts zu werfen. Auf die Frage, was ein „synodaler Weg“ kirchenrechtlich sei (Tagespost, 21.03.19) antwortete der Kirchenrechtler Winfried Aymans: „Synodaler Weg ist kein kirchenrechtlicher Begriff“. Wir haben uns „etwas synodenähnliches vorzustellen… es geht darum, die Bezeichnung Synode zu umgehen, um nicht die rechtlichen Vorgaben erfüllen zu müssen… und doch ähnliche Ziele zu erreichen“.
Die Frage: „Welche Verbindlichkeit kommt den Beschlüssen eines solchen Gremiums zu?“ beantwortete Aymans „keine“. Weiterlesen

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Es gibt keinen „deutschen Islam“

Vom 2. bis 4. Januar fand „weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit“ (AZ, 8.1.19) in der Kölner Ditib-Moschee, mit mehr als 100 Teilnehmern aus 17 Ländern eine Konferenz statt. Ditib ist die türkische Abkürzung für „Türkisch-Islamische-Union für Religion“. Es war das „II. Treffen europäischer Muslime“. Ditib ist mit 900 Moscheen der größte Verband in Deutschland.
Die Delegierten der Konferenz des türkischen Religionsamts Diyanet und ihres deutschen Ablegers Ditib beschlossen die Gründung eines Sekretariates, das regelmäßige Treffen europäischer Muslime organisieren soll. Das Sekretariat hat seinen Sitz in Ankara. Dieses Sekretariat kontrolliert die Umsetzung der Kölner Beschlüsse. Das Religionsamt Diyanet untersteht Erdogan.
Die Hauptrede auf dem Kongress hielt Ali Erbas, der Chef des türkischen Religionsamtes. „Er beklagte eine Zunahme der Islam-Feindlichkeit in Europa und wandte sich gegen eine Assimilierung von Muslimen in Europa.“ Erbas: „Die Einschränkung des Islam, wie deutscher oder europäischer Islam, steht im Widerspruch zur Universalität des Islam, der alle Orte und Epochen zugleich erleuchtet“.
Die Artikel der AZ „Absage an deutschen Islam“, „Türkei will Einfluss auf Muslime in ganz Europa ausbauen“ und „wie die Türkei deutsche Moscheen steuert“ (8.1.19) treffen den Nagel auf den Kopf.
Interessant für den Islam, wie er sich in Köln zeigte, sind einige Teilnehmer, neben Ali Erbas, der Frankfurter Prediger Khaled Hanafy, Vorsitzender des Fatwa-Ausschusses in Deutschland mit Verbindungen zur islamistischen Muslimbruderschaft, und des ranghohen Funktionärs der Muslimbruderschaft in Deutschland Ibrahim El-Zayats. In dem in Köln neu gewählten Vorstand werden „wieder zwei altgediente türkische Staatsbeamte stehen“. Vorsitzender ist Kazim Türkmen. Eine Abnabelung von Ditib, wie das von Politikern gefordert wird, ist politische Träumerei. Der bayerische Innenminister Joachim Hermann ist wegen der Teilnahme von zwei Vertretern der Muslimbruderschaft an der Konferenz „alarmiert“. „Die Bruderschaft vertritt Standpunkte, die mit der Verfassung nicht in Einklang zu bringen sind.“ Die Religionsfreiheit in Deutschland decke nicht „Versuche aus dem Ausland, massiven religiösen Einfluss zu nehmen“ (AZ, 9.1.19).
Man muss fragen, wie es geschehen konnte, dass diese Konferenz „weitgehend unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit stattfand“. Weiter: Die zweigeteilte Loyalität vieler Türken ist seit Jahren bekannt. Die hohe Stimmenzahl der Türken bei der türkischen Präsidentenwahl für Erdogan, hätte dem letzten Politiker den Fehler der doppelten Staatsbürgerschaft klar machen müssen. Die verantwortlichen Politiker, sind auch nicht bereit, eine offene Debatte darüber zu führen, ob der Islam mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Die Politiker, die immer wieder die Einhaltung „Europäischer Werte“ fordern, die nie näher definiert und konkretisiert werden, sind zu feige, dem Diktator Erdogan, der sich um Bürger- und Menschenrechte nichts schert, endgültig den Beitritt zur Europäischen Union aufzukündigen und weitere Verhandlungen einzustellen. Das macht diese Politik unglaubwürdig. Die Stimmen von kritischen Muslimen gegenüber dem Islam werden verschwiegen. Hier ist eine: Hamed Abdel-Samad. Der Islamkritiker wurde aufgrund eines kritischen Beitrags von Facebook gesperrt. Er sagt: „Ihr Feiglinge! Viele junge Muslime/Muslimas leben im Westen und genießen die Vorzüge der Freiheit, sie setzen sich für die Freiheit kaum ein. Viele sind gut gebildet und haben einen guten Job, bleiben aber in den Zwängen der Religion und der eigenen Community verhaftet. Ihre Bildung und ihr Engagement stellen sie selten im Dienste der Aufklärung und des Gemeinwesens sondern eher in Dienste des Islam oder der Parallelgesellschaft …“ (kath.net 29.11.18)

Hubert Gindert

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Die vorgeschobenen und die echten Gründe für die Verteufelung von Viktor Orban

Werden wir von Medien manipuliert? Manipulation haben wir, wenn Leser, Zuhörer oder Zuschauer dorthin gebracht werden, wo man sie haben will, indem sie einseitig oder bewusst falsch informiert werden und sich deswegen kein eigenständiges Urteil bilden können. Medienkampagnen mit ständiger Wiederholung sollen das erwünschte Bild festigen. Es gibt dafür viele Beispiele. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban steht für Eines.
Orban wird vorgeworfen, dass er ständig gegen „europäische Werte“ verstoße. Konkretisiert wird das mit dem Grenzzaun gegen Massenzuwanderung und mit der Einschränkung der „Freiheit der Wissenschaft“ an der von Georges Soros finanzierten Universität Central European University (CEU). Dieser Vorwurf wird mit dem des Antisemitismus gekoppelt, weil Soros Jude ist.
Wer ist Georges Soros?
Gregor Peter Schmitz schrieb in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (AZ) (29.11.18) ein Porträt mit dem Titel „Staatsfeind Nummer 1“. Der Untertitel lautet: „George Soros ist einer der reichsten Menschen, aber er will mehr sein: Ein politischer Missionar.“
Soros sagt von sich „ich möchte die Welt umstürzen“… Der Verfasser Schmitz fügt an … „dass ihm schon in jungen Jahren klar geworden sei, er (Soros) müsse sich an Menschen wie Leonardo da Vinci messen oder Albert Einstein. Menschen, die halt was verändern“.
Von wem ist der „Weltveränderer“ für sein Tun legimitiert? Wer hat ihn gewählt? Niemand! Es ist das Geld, das ihm, dem „25fachen Milliardär“, Mittel an die Hand gibt, Politik zu machen. Weiterlesen

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Jesus Christus steht im Zentrum der Weltgeschichte. Hugo Rahner – ein zu Unrecht vergessener Theologe

Karl Rahner (1904-1984) gehört wohl zu den meistzitierten und -rezipierten Theologen der Gegenwart. Weit weniger ist heute sein Bruder Hugo bekannt, der ebenfalls Jesuit war und sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem als Patristiker (Theologie der Kirchenväter der ersten christlichen Jahrhunderte) und Kirchenhistoriker einen Namen gemacht hatte. Während dieser Zeit war Hugo Rahner – geboren 1900 – auch ein durchaus bekannter Theologe, zuweilen sogar bekannter als sein Bruder Karl. Dass er heute allerdings weitgehend vergessen ist, ist mehr als bedauerlich, denn Hugo Rahner hat Wegweisendes in seiner Zeit gesagt und geschrieben, was auch in heutiger Theologie und Verkündigung seinen Platz haben sollte. Am 21. Dezember 2018 jährte sich sein Todestag zum 50. Mal.
Hugo Rahners Werke sind heute kaum erhältlich – allenfalls sein Buch „Der spielende Mensch“, das allerdings nur einen Bruchteil seiner umfassenden Theologie darstellt. Deutlich mehr erfährt man über den Theologen in der Dissertation von Pfarrer Johannes Holdt „Hugo Rahner – sein geschichts- und symboltheologisches Denken“ aus den 1990er Jahren. Betreut wurde diese Doktorarbeit von dem emeritierten Augsburger Dogmatiker Prälat Prof. Dr. Anton Ziegenaus, dem Moderator der Theologischen Augsburger Sommerakademie.
Zu Rahners großen Verdiensten gehört sein Nachdenken über das Wesen der Geschichte. Er sah seine Aufgabe als historischer Theologe nicht in erster Linie darin, für die Kirche relevante historische Ereignisse zu reflektieren, sondern fragte nach dem Sinn der Geschichte für den gläubigen Christen. Dieser Sinn der Geschichte erschließt sich nach Rahner, wenn sie von dem menschgewordenen Gott Jesus Christus her betrachtet wird – wenn sie diese Menschwerdung ernst nimmt, die nicht nur den Beginn der Kirche ausmacht, sondern zum Zentrum der Weltgeschichte als solcher wird. In den Jahrtausenden vor der Menschwerdung zielt die Geschichte auf Christus hin – nach der Auferstehung und Himmelfahrt liegt ihr Wesen darin, dass nun in ihr das gnadenhaft gegebene und doch freie Ja des Menschen zu Christus möglich wird. Hugo Rahner entdeckt in der griechischen Philosophie bereits entscheidende Gedanken über Gott und die Welt, die durch das Christentum zur Fülle gelangen – durch Christus geheiligt werden. Vorahnungen aus dem antiken Heidentum werden in Christus Wirklichkeit. Mit der Menschwerdung Jesu Christi beginnt in unserem Abendland durch die Vereinigung jüdischen und griechisch-heidnischem Denkens in der Person Christi etwas Neues. Konkret erschließt sich nun durch Christus das bereits zuvor erahnte Drama der Menschheitsgeschichte: Der paradiesische Urzustand wurde durch die Sünde des Menschen (die Haltung weg von der Gottesliebe hin zur egoistischen Selbstliebe) zerstört. Gott aber wendet dann durch Christus alles zum Guten, sodass am Ende für den Menschen guten Willens wieder das Paradies steht. Weiterlesen

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…“die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18)

Die geistliche Auseinandersetzung zwischen Gott und dem Widersacher kommt besonders im Kampf gegen die Kirche Jesu Christi zum Ausdruck.
Der weltweite Skandal der sexuellen Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen hat sich auch in der Kirche eingenistet. Priester, Ordensleute und sogar Bischöfe sind daran beteiligt. Das bringt den Kirchengegnern einen Vorwand und die Möglichkeit der Kirche die Glaubwürdigkeit abzusprechen und sie so zu schwächen. Der Medien-Tsunami gegen das „Feindbild“ Kirche ist beispiellos. Peter Seewald drückt das so aus: „Aus allen Kanälen, aus allen Rohren von allen Kanzeln wird geschrien, angeklagt, gespuckt… Wie glaubwürdig ist es, wenn die bekannten Kirchenfresser in den einschlägigen Medien, den Missbrauch in der Kirche seit Jahren mit unzähligen Seiten einen Platz einräumen, als sei die katholische Kirche eine einzige Verbrecherorganisation? Hat sich irgendeine andere Institution – der Staat, die Sportvereine, die Vereinten Nationen etc. – in einem ähnlichen Ausmaß des Missbrauchs wegen angenommen, wie die katholische Kirche?“ (kath.net, 27.2.2019) Der Regensburger Bischof Voderholzer äußert: „Verlorenes Vertrauen wieder zu erlangen, wird nur gelingen, wenn wir bei aller gebotenen Demut und den notwendigen Selbstbezichtigungen nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass die katholische Kirche die erste und bislang noch immer einzige Institution der Zivilgesellschaft in Deutschland ist, die sich diesem großen gesellschaftlichen Problem in ihren eigenen Reihen schonungslos stellt… Völlig kontraproduktiv ist das durchsichtige Verhalten, den Missbrauch zu instrumentalisieren, um lange schon verfolgte kirchenpolitische Ziele jetzt durchzudrücken.“ (kath.net. 2.1.2019) Seewald demaskiert die Heuchelei und fragt nach der Glaubwürdigkeit der maßlos die Kirche angreifenden Medien, die sich vor den Skandalen der Pornographie, denen Kinder ungeschützt ausgeliefert sind, wegducken, ebenso wie vor der Forderung des Juso-Vorsitzenden Abtreibung bis zur Geburt freizugeben, vor dem sexuellen Missbrauch in Familien, Sportvereinen und vor den Kinder-Schänder-Ringen und folgert …“Wer jedes Maß, jeden Sachverstand, jede Differenzierung vermissen lässt, dem geht es um eigene Ziele“. (kath.net, 27.2.2019) Diese sind nicht eine reuige, umkehrwillige Kirche, sondern eine „andere Kirche“. Die Agenda, um das „System aufzubrechen“ liegt seit langem vor: Kirchliche Hierarchie, Priesterbild, Abschaffung des Zölibats, Änderung der kirchlichen Sexualmoral, Neubewertung der Homosexualität, Frauenpriestertum… Diese Forderungen kommen aus dem Inneren der Kirche, von Theologen, Priestern, aus den katholischen Laienverbänden (ZdK, BDKJ, katholische Frauenverbände). Speerspitze der Kirchenveränderer sind die Kirchenvolksbegehrer um Christian Weisner mit dem bescheidenen Namen „Wir sind Kirche“. Wer ihre Ziele nachlesen will, kann das im vierzigseitigen Dossier im „Publik-Forum“ (Nr. 2, 26. Januar 1996). Dort sind diese Ziele sehr offenherzig beschrieben.
Die Mediendampfwalze zeigt Wirkung: Das Vertrauen in die katholische Kirche geht massiv zurück. Die Austrittszahlen schnellen hoch.
Wie kann Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden? Die Beseitigung der Konsequenzen der sexuellen Missbrauchsfälle ist zweifellos wichtig. Sie darf aber nicht die Fragen, wie konnte es dazu kommen? überlagern. Denn daraus sind die Rückschlüsse zu ziehen, welche inneren Reformen anzupacken sind. Weiterlesen

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Kein Mut die Wahrheit zu sagen

„Wirtschaft braucht Zuwanderer“ lautet die Überschrift in der AZ vom 13.2.2019. Dazu der Text: „Der deutsche Arbeitsmarkt braucht nach einer neuen Studie jedes Jahr mindestens 260.000 Zuwanderer. Das Angebot an Arbeitskräften werde Angesichts der alternden Gesellschaft ohne Migration bis zum Jahr 2060 um 16 Mio. schrumpfen (Coburger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung).
Um die Dringlichkeit des Themas zu unterstreichen, greift der Kommentar „Zuwanderung sichert Wohlstand“ auf Seite 1 der gleichen Ausgabe das Anliegen noch einmal auf“.
„Auch wenn das Rechtspopulisten nicht wahrhaben wollen: Eine vernünftige und geregelte Zuwanderung sichert Jobs und Wohlstand in Deutschland. Was im Umkehrschluss heißt: Hierzulande wurde Wachstum über Jahre hinweg fahrlässig verschenkt, weil ein sinnvolles Fachkräfte-Zuwanderungsgesetz aus kurzfristig orientierten politischen Egoismen immer wieder auf eine noch längere Bank geschoben wurde“.
Abgesehen davon, dass wir nicht erfahren, was die „Rechtspopulisten“ genau sagen – was den Stil der Auseinandersetzung mit ihnen charakterisiert – besteht der eigentliche Skandal darin, dass die wesentliche Ursache des Arbeits-Fachkräftemangels verschwiegen wird, nämlich die Massenabtreibung, die jetzt einer demographischen Katastrophe zutreibt. Nach Aussagen von Fachleuten liegt die Abtreibungszahl in Deutschland bei rund 200.000 ungeborenen Kindern, die jedes Jahr getötet werden. Diese Zahl liegt nicht weit weg, von der der fehlenden Arbeitskräfte.
Die Lösung, die Grenzen weit aufzumachen, wie das die Bundeskanzlerin 2015 mit ihrer Willkommenskultur praktiziert hat, hat nicht zur Lösung des Problems beigetragen. Klaus Kelle hat in seinem Kommentar zu den „Werkstattgesprächen“ der CDU festgestellt: „Das Werkstattgespräch Migration war nicht der große Wurf… aber wir erleben ein erstes vorsichtiges Zeichen des Begreifens (kath.net 13.2.2019).
Um das Problem bei der Wurzel anzupacken, brauchen wir eine neue familien- und kinderfreundliche Politik, wie das Ungarn seit Jahren praktiziert und weiterentwickelt: „Die ungarische Regierung wird in Zukunft noch massiver Familien mit Kindert fördern… so soll in Zukunft jede Frau unter 40, die zum ersten Mal heiratet, einen Kredit von 10 Mio. Forint (ca. 31.400 Euro) zur freien Verwendung bekommen. Die Rückzahlung soll erst nach drei Jahren beginnen. Nach dem zweiten Kind wird ein Drittel des Kredits, nach dem dritten der gesamte Kredit erlassen. Außerdem sollen Familien mit mindestens drei Kindern beim Kauf eines mindestens siebensitzigen Fahrzeugs einen Zuschuss vom Staat in Höhe von 2,5 Mio. Forint (ca. 7.800 Euro) erhalten. Frauen, die vier oder mehr Kinder geboren haben, sollen in Zukunft bis an ihr Lebensende von der Einkommensteuer befreit sein“. (kath.net. 3.2.2019)

Hubert Gindert

Der Beitrag wird auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“ erscheinen.

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