Wie werde ich bekannt

Im Jahr 356 vor Chr. steckte Herostratus den Artemistempel in Ephesus in Brand. Sein Motto? Er wollte dadurch bekannt werden. Heute würde man sagen, er wollte in die Medien kommen. Denn erwähnenswerte Taten hatte er nicht vorzuweisen.
Es gibt auch heute Herostrati, die einmal in die Zeitung kommen möchten. Diese kleinen Herostrati zünden keinen Artemistempel an. Sie sind aber bereit ihr Credo und ihre Grundsätze zu suspendieren, wenn sie damit bekannt werden. Und es gibt auch die Medien, die solchen Leuten einen Platz einräumen, weil sie die Medienlinie unterstützen, selbst wenn die Botschaft weder neu, noch gewichtig ist. Die Medienleute wissen, „steter Tropfen höhlt den Stein“.
Die Augsburger Zeitung (AZ) vom 15.7.2020 brachte auf der Titelseite den Text „Pater fordert Priesterinnen“ und in der gleichen Ausgabe ein längeres Interview mit dem Pallottinerpater Michael Pfennig in der gleichen Sache. Dort gab der Pallottiner Michael Pfennig von sich: „Mir geht die Diskussion über den Priestermangel und Frauen in der Kirche… noch nicht weit genug… solange nicht über die Zulassung von Frauen zu Diakoninnen und Priesterweihe ernsthaft nachgedacht wird… Es muss sich etwas ändern, man muss das Priesteramt für Frauen öffnen. Das ist schon eine Frage der Gleichberechtigung“. Auf die Frage „Was ärgert sie so?“ sagt Pfennig: „Man mogelt sich um die Zeichen der Zeit herum! Gott will mit seiner Kirche einen neuen Weg gehen. Jede getaufte Frau und jeder getaufte Mann ist zum Dienst in der Kirche berufen“. Das Argument des Interviewers: „Aber die zwölf Apostel seien doch Männer gewesen“ …und Johannes Paul II. erklärte „dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen die Priesterweihe zu spenden. Alle Gläubigen hätten sich daran zu halten“, wischt Pfennig weg mit …“sich einseitig auf Tradition zu berufen, ist mir auch theologisch nicht stichhaltig… ich glaube auch nicht, dass ein Papst diese Frage endgültig entscheiden kann… erste Zeugin der Auferstehung war beispielsweise eine Frau“ weiter …“das zölibatäre Priestertum ist für mich nur eine Form des Priesterseins. Es ist höchste Zeit, das Priesteramt zu öffnen – nicht nur für Frauen, sondern auch für bewährte, verheiratete Männer… jede Gemeinde könnte aus ihrer Mitte bewährte Frauen und Männer wählen, die entsprechend ausgebildet dann zum priesterlichen Dienst gesendet werden – quasi im Nebenamt“.
Was Michael Pfennig fordert, ist wie gesagt die Wiederholung von Forderungen, die wir seit Jahrzehnten kennen. Manches geht bei Pfennig ein wenig durcheinander, z.B. das mit „Gleichberechtigung“. Hier verwechselt er die Kirche mit einer Institution der Zivilgesellschaft. Dass Maria von Magdala die erste Zeugin der Auferstehung war, bestreitet niemand. Die Einsetzung des Priestertums geschah aber im Abendmahlsaal, als Christus den Zwölfen auftrug: „Tut das zu meinem Gedächtnis!“ Es handelt sich also nicht um eine „Tradition“, sondern um ein Wort Christi.
Die AZ greift die Aussagen des Vize-Provinzials (Vorsteher) der ordensähnlichen Gemeinschaft, der Gesellschaft des „Katholischen Apostolats“ für Deutschland und Österreich gerne auf, weil sie ohnehin jede Gelegenheit wahrnimmt, der katholischen Kirche etwas ans Bein zu binden. Und der Vize-Provinzial Michael Pfennig reicht dazu seine Hand – und er kommt in die Zeitung! Das wäre vermutlich nicht der Fall, wenn er das Ordensideal des Gründers seiner Gemeinschaft, des heiligen Vinzenz Pallotti zur Sprache bringen würde. In der Lebensbeschreibung von Vinzenz Pallotti heißt es: „Es dürfte niemand in Rom gegeben haben, der so klar wie Vinzenz Pallotti die Zeichen der Zeit deutete“. Für Michael Pfennig trifft das eher nicht zu.

Hubert Gindert

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Das Forum Deutscher Katholiken zum Sendungsauftrag der Kirche

Wir begrüßen das Römische Schreiben „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“, weil es dem Pfarrer als geweihtem Priester seine eigentliche Aufgabe der Bevollmächtigung zum Hirtenamt sichert bzw. zurückgibt.
Wenn der ZdK-Präsident, einige Bischöfe und Theologen diese notwendige Instruktion als „Provokation“, „Skandal“, „abenteuerliche Realitätsferne“, „Bannstrahl“ abqualifizieren, zeigen sie nur wes Geistes Kind sie sind. Das Römische Schreiben legt sich ihrem Bestreben, eine andere Kirche zu schaffen, in den Weg.
Die Reaktion auf den Priestermangel durch Schaffung von Großpfarreien mit Leitungsteams, die dem Pfarrer vorschreiben, was seine priesterlichen Aufgaben sind, ist keine Lösung, sondern ein Armutszeugnis. Denn die Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland liegt in einer missionarischen Kirche, die durch Neuevangelisierung ein Klima schafft, in dem Priesterberufe wieder wachsen können und die Weltchristen ihre Aufgaben in der Gesellschaft wahrnehmen.
Das Römische Schreiben, das den Akzent auf die „missionarische Sendung der Kirche“ legt, hat unsere volle Unterstützung!

Kaufering, 24. Juli 2020

Prof. Dr. Hubert Gindert, Sprecher des „Forums Deutscher Katholiken“

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Was sie anprangert, möchte sie selber: Macht!

Die Rekordhöhe der Kirchenaustritte zwingt nach den Ursachen dafür zu fragen. Die Antworten, die gegeben werden wie Entfremdung, Desinteresse an der Kirche, fehlende innere Bindung, religiöse Unwissenheit etc. provozieren neue Fragen: Wieso kam es dazu? Mögliche Antworten dazu sind: Jahrzehntelange Verkündigungsdefizite, Leben ohne Gebet, Gottesdienste, die keine Freude aufkommen lassen, fehlende Initiativen zur Mission und Neuevangelisierung.
Es geht also zunächst um Selbstvergewisserung im Glauben, um Fragen, wie, was würde mir ohne Gott und Kirche abgehen, hat mir die coronabedingte fehlende heilige Messe am Sontag gefehlt, bin ich willens und in der Lage Zeugnis von meinem Glauben zu geben? Das sind Fragen, die auch Katholiken, die in katholischen Vereinen engagiert sind betreffen. Man möchte annehmen, dass Leute in katholischen Gemeinschaften eingeladen werden, die zu den Ursachen von Entfremdung und Desinteresse an der Kirche etwas zu sagen haben. Referenten sind gefragt, die Katholiken wieder aufrichten und ihnen Freude am Glauben vermitteln können.
Insofern verwundert, dass der katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) Passau Christiane Florin zu sich eingeladen hat. Florin sagt von sich selber: Ich bin „zerrissen katholisch“. „Ich bin jetzt fremd in der Kirche“. „Ich weiß nicht, wie lange ich noch zahlendes Mitglied dieser Kirche bleibe“. Jene, die sie eingeladen haben, haben sich wohl etwas dabei gedacht. Maren Maier, die ein Interview mit Christiane Florin für die Passauer Kirchenzeitung (Nr. 27, 5. Juli 2020) schrieb, stellt die Referentin als „eine der kenntnisreichsten und meinungsstärksten Beobachterinnen des kirchlichen Lebens in Deutschland vor“.
Florin ist nicht nur „Beobachterin des kirchlichen Lebens“. Sie will etwas verändern, z.B. mit ihrem Buch „Der Weiberaufstand – Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen“. Der „Bestseller“ hat den Titel „Trotzdem“. Florin will damit „Widerspruchsgeist entwickeln“, „die Machtverhältnisse kritisieren“ und einen Appell an die Frauen richten die „katholische Kirche nicht den Autoritären zu überlassen“. Weiterlesen

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Hoffnung für Europa?

Im Leitartikel des Konradsblatts (21.06.2020) „Hoffnung für Europa?“ meint Brigitte Bottner: Die deutsche Ratspräsidentschaft ab 1. Juli 2020 „weckt Hoffnungen in vielen europäischen Mitgliedsstaaten“, zumal im ersten Amtsjahr der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Hoffnungsvoll sind auch die Kirchen… Europa ist kein loser Staatenverbund, den strategische und wirtschaftliche Interessen zusammenhalten; hier geht es um ein großartiges, einzigartiges Erbe mit christlichem Fundament“.
In einem weiteren Artikel der gleichen Ausgabe des Konradsblatts mit der Überschrift „Solidarisches Europa statt nationaler Alleingänge“ sprechen sich der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz (DBK) Bätzing und der Vorsitzende der evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD) Bedford-Strom in einer gemeinsamen Erklärung (17.6.2020) zur deutschen Ratspräsidentschaft für ein „solidarisches Europa, das die Schwächsten der Gesellschaft“ im Blick hat und für die „Bewahrung der Schöpfung“ aus. Sie äußern die Überzeugung, dass unser aller Zukunft nicht allein bei den Nationalstaaten, sondern in Europa liegt… Die wichtigsten Herausforderungen sehen beide Kirchen in der „Bekämpfung der Wirtschaftskrise“. Gleichzeitig wollen sie auf dem Weg zu einer „klimaneutralen Gesellschaft“ weitergehen. Sie haben „strukturschwache Länder und ärmere Bevölkerungsschichten weltweit“ im Blick. Schließlich fordern sie eine „menschenwürdige, gerechte und solidarische Asylpolitik, die schutzsuchenden Menschen sichere Zugangswege ermöglichen mit „hohen Aufnahme- und Verfahrungsstandards“.
Die „gemeinsame Erklärung“ liest sich wie eine Aufzählung von Wünschen von „Gutmenschen“, die nicht in politischer Verantwortung stehen und zumeist Allgemeinplätze wiederholen. Eine „öffentliche Stimme“ wird man so nicht. Von dem „großartigen, einzigartigen Erbe mit christlichem Fundament“, wie es im Leitartikel heißt, ist da nichts zu lesen. Wie sollte das in einer europäischen Union auch sein, die sowohl den Gottesbezug in der Verfassung, wie die Nennung der christlichen Wurzeln Europas abgelehnt hat und eine Kultur entwickelt, die Gott aus dem öffentlichen Bewusstsein verbannt. Dieses Erbe wird in der „gemeinsamen Erklärung“ nicht angesprochen. Weiter hieß es im Leitartikel, die Kirchen sähen Europa nicht als losen Staatenverbund. Die gemeinsame Erklärung hat als „wichtigste Herausforderung“ die Bekämpfung der Wirtschaftskrise nicht aber die geistige Krise Europas. Die Zukunft läge nicht bei den Nationalstaaten, sondern in Europa. Das ist ein Allgemeinplatz, der aber nichts darüber aussagt, wie ein gemeinsames Europa zusammengehalten werden kann, in dem die Übergriffe des Europäischen Gerichtshofes und der Kommission das Subsidiaritätsprinzip immer mehr aushöhlen. Auch das hätten die Verfasser der „gemeinsamen Erklärung“ ansprechen müssen, wenn ihnen der Fortbestand der Europäischen Union am Herzen liegt.

Hubert Gindert

Steht auch in der Monatszeitschrift „Der Fels“

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Rundumschlag statt geistige Auseinandersetzung

Reinhard Marx hat am 25. Mai sein neues Buch vorgestellt. Der Titel heißt „Freiheit“. Was Marx darin sagt, stellt Britta Schultejans in der Allgemeinen Augsburger Zeitung (AZ) vom 25. Mai vor. Zusammenfassend heißt es: „Eine neue Theologie, mehr Menschlichkeit, mehr Freiheit, ein neues Zeitalter des Christentums“. Das hört sich wie die Ankündigung einer neuen politischen Utopie an – recht unkonkret. Schultejans meint an späterer Stelle: „Das klingt zum Teil ungemein progressiv, ganz konkret wird Marx aber nicht“. Diese Unkonkretheit zieht sich in diesem „Rundumschlag“ (Untertitel) durch den gesamten Text.
„Freiheit“ lässt sich gut instrumentalisieren. Alle Ideologen arbeiten damit, auch, wenn sie diese missbrauchen, nachdem sie die Macht erobert haben. Wir kennen das vom „kommunistischen Manifest“ des Karl Marx, auf den sich alle Marxisten berufen haben, von Lenin, Stalin bis zu Mao Tse-tung und Pol Pot, die ihre Gegner ausgerottet haben.
Die „neue Theologie“ wird in der Besprechung nicht näher ausgeführt. Sie sollte eigentlich zu einem tieferen Verständnis der Botschaft Jesu führen. Das „neue Zeitalter des Christentums“ wird nicht konkret sichtbar. „Freiheit“ ist schon etwas abgegriffen. Es könnte trotzdem einen interessanten Aspekt bringen, wenn z.B. dargelegt würde, dass Freiheit für Christen hieße, frei werden von den Fesseln der Sünde, von Furcht und Angst, die Menschen bedrängen.
Marx fordert, nach dem Artikel von Schultejans „zur Erneuerung“ gehöre zwingend, moderne Freiheiten als gesellschaftliche Errungenschaften zu betrachten. Es gehe „nicht an, die Freiheitsgeschichte der modernen Welt als Irrweg zu verdammen oder gar als Bedrohung des Glaubens und der Kirche zu sehen“. Da auch das nicht konkretisiert wird, wäre zu fragen, ob Marx „gesellschaftliche Errungenschaften“ in assistiertem Suizid, in Abtreibung, in Ehe für Alle, in Genderideologie, in der Selektionsmethode PND, in Leihmutterschaft, in Gleichsetzen aller Formen von Sexualität und im Verbot von Konversionstheorien sieht? Weiterlesen

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Um alles oder nichts

Das Konradsblatt Nr. 25 vom 21.6.2020 zitiert unter „Pressestimmen“ die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Dort heißt es: …“‘der Synodale Weg‘ …mit seinen Themen Macht, Frauen und Sexualmoral (wird) nun endgültig zur Arena, in der es für die katholische Kirche …um Alles oder Nichts geht“. Das hat die FAZ richtig beobachtet. In der Vorbereitung des „Synodalen Prozesses“ wurde bereits deutlich, dass der sexuelle Missbrauch instrumentalisiert wird um eine „andere Kirche“ zu schaffen. Die Themen, die in keinem ursächlichen Zusammenhang mit dem sexuellen Missbrauch stehen, wie mehrfach festgestellt wurde, dienen als Rammböcke, um das katholische Lehrgebäude zum Einsturz zu bringen. Die Bereitschaft, auch Vorlagen, die im Widerspruch zur Lehre der Kirche stehen, zur Abstimmung zu bringen, beweist diese Intension. Bischof Voderholzer hat nach der Abstimmung auf der Bischofskonferenz am 25. September sich klar dazu geäußert. Wer sich darüber näher informieren will, kann das bspw. im Februarheft 2020 der katholischen Monatszeitschrift „Der Fels“. Voderholzer war in seiner Stellungnahme klar, dass es beim „Synodalen Weg“ für die katholische Kirche um „Alles oder Nichts“ geht.

Hubert Gindert

Steht auch in „Der Fels“

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Der Startschuss muss kein lauter Knall sein

Der seit Jahrzehnten andauernde beklagenswerte Zustand der deutschen Ortskirche hat nicht seine Ursache in zu wenig Geld, sondern dass sie zu viel davon hatte. Die „Entweltlichung“, die Benedikt XVI. in Freiburg mit dem Wort angemahnt hatte: Eine „von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche, kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden“ fand nicht statt. Jetzt geschieht, was Benedikt in Freiburg auch gesagt hat, dass „die Geschichte der Kirche durch Epochen der Säkularisierung zu Hilfe kam, die zu ihrer Läuterung und inneren Reform wesentlich beigetragen haben“.
Ein bekannter Kirchenhistoriker hat einmal geäußert: Die Säkularisierung musste kommen, weil in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mehr Reichsfürsten als loyale Mitarbeiter des Papstes waren. Wie immer bei „Entweltlichung“ mussten in der Säkularisation auch gute Bischöfe und vitale katholische Klöster die Folgen mittragen, weil ungetreue Verwalter von sich aus nicht bereit waren, die Verhältnisse in Ordnung zu bringen. Antiklerikale Politiker, wie Mongelas u. co. die Situation in ihrem Sinne geregelt haben. Ein jüngeres Beispiel für vertane Entweltlichung ist der Weltbildverlag, der einmal im Eigentum und in der Verantwortung deutscher Bistümer stand. Der Weltbildverlag hat einen Teil seines Umsatzes mit Pornographie und Satanismus erwirtschaftet. Die verantwortlichen Bischöfe wurden durch umfangreiche Dokumentationen auf den Übelstand hingewiesen. Geändert wurde nichts, bis der finanzielle Crash das Problem löste. Weiterlesen

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Vorsicht mit Pauschalurteilen

In der Nazizeit gab es den Reichsbischof Müller, genannt „Reibi“. Er versuchte die evangelische Kirche an das vorherrschende Regime anzupassen und in eine „Reichskirche“ zu verwandeln. Diese „Reichskirche“ trug alle Forderungen der Nazis mit, z.B. die absurden Thesen vom Vorrang der „Nordischen Rasse“, den Antisemitismus etc. Dagegen regte sich der Widerstand der „Bekennenden Kirche“.
Die katholische Kirche in Deutschland zeigte sich gegen Anbiederungen an das Regime gefestigt. Nicht jeder Bischof war ein Löwe, wie Graf Galen von Münster oder Bischof Graf Preysing von Berlin. Aber die Einbindung in die Universalkirche hat eine Anpassung an die Hitlerdiktatur verhindert. Soviel vorweg!
Es gibt in der Corona-Pandemie Vorwürfe gegen die Kirche und gegen Bischöfe, sie hätten sich gegenüber dem staatlichen Versammlungsverbot in Kirchen zu unterwürfig gezeigt. Dass mit diesem Verbot grundlegende Menschenrechte, wie das Gebot der Religionsfreiheit tangiert wird, steht außer Zweifel. Deswegen ist dieses Verbot ständig zu überprüfen, ob und in welchem Umfang es auch im Vergleich zu anderen Bereichen der Gesellschaft noch gerechtfertigt ist. Man kann aber dem säkularen Staat nicht vorhalten, er würde damit versuchen, Glaubensinhalte zu verändern, wie das die Nationalsozialisten versucht haben.
Heute gibt es solche Gefährdungen aus dem Inneren der Kirche. Man denke z.B. an den „Synodalen Weg“. Hier hat eine deutliche Mehrheit beschlossen, auch Glaubenswahrheiten zur Disposition zu stellen und damit dem Druck der „Reformer“ in der Kirche und dem Druck der Medien nachzugeben. Aber nun auch die fünf Bischöfe, die sich gegen den Beschluss gestemmt haben, in diese Art von „Reibi-Vergleich“ miteinzubeziehen, selbst, wenn sie aus Sorge um die Gesundheit der Bevölkerung den staatlichen Vorgaben zunächst zugestimmt haben, ist ungerecht.

Hubert Gindert

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Das „Märchen“ von den Verschwörungstheoretikern?

Es gibt weltweite „geistige Pandemien“, die unter „Freiheit“ laufen: Geisteshaltungen, die Menschen nach ihrem Nutzwert taxieren, wie das für den Kapitalismus typisch ist. Zu diesen Pandemien gehören auch die globalen Abtreibungskampagnen, Menschenhandel und Prostitution, etc.. Sie laufen unter „Freiheit“ auf Kosten anderer. Es gibt auch die globalen Kampagnen, welche die menschliche Identität zerstören. Dazu zählen in unserer Zeit die Genderideologie und Formen der Sexualität, welche die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft, d.h. die Familien zerstören.
Wer solche Zustände, in welcher Form auch immer, wissenschaftlich analysiert oder in der Jedermannsprache anspricht, wird als „Feind der Freiheit“ denunziert. Da solche Kampagnen weltweit vom positiven Medienecho flankiert sind, gelingt es leicht, solche Stimmen mundtot zu machen. Einer der Vorwürfe lautet, hier seien „Verschwörungstheoretiker“ am Werk. Nun gibt es zweifellos auch solche. Sie sind aber meist leicht zu identifizieren.
Es gibt aber auch jene, die unter dem Dach von Nichtregierungsorganisationen (NGOS) ihre demokratisch nicht legitimierte Politik effizient, weil mit Milliardensummen, betreiben. Sie geben „Hilfen“ gekoppelt an ihre Ziele und lassen sich als „menschenfreundlich“ in den Medien feiern. Um konkret zu werden, ein solcher Menschenfreund ist George Soros. Ihn beschreibt Gregor Peter Schmitz in der Augsburger Allgemeinen Zeitung (29.11.18) als „Weltenveränderer“ und einen der „größten Wohltäter der Welt“. Der Untertitel des Artikels lautet „George Soros ist einer der reichsten Menschen, aber er will mehr sein: Ein politischer Missionar“ (siehe auch der Fels 2/2019, S. 61). Peter Gregor Schmitz versucht in seinem Artikel Sympathien für Soros zu sammeln, z.B. mit Formulierungen wie „einer der größten Wohltäter der Welt … der viele Milliarden Euros über Jahrzehnte in seine Stiftungen nach Osteuropa, Russland und in die Europäische Union aber auch in die USA für die Integration von Armen und Minderheiten“ gegeben habe. „Er will eine offene und liberale Gesellschaft fördern“ … „Soros gehört zu den größten US-Wahlkampfspendern“, nämlich für Barak Obama und Hilary Clinton.
Soros sagt von sich „ich möchte die Welt umstürzen“. Schmitz fügt an… „dass ihm (Soros) schon in jungen Jahren klar geworden sei, er müsse sich an Menschen wie Leonardo da Vinci messen oder an Albert Einstein. Menschen, die halt was verändern“. Es ist das Geld, das ihm, dem „25fachen Milliardär die Mittel an die Hand gibt, Politik zu machen“ … „ihn interessiert, Geld zu machen als Spielgeld für seine wahre Mission, die politische Philosophie“, so Schmitz, der „vor fünf Jahren ein Buch über ihn schrieb“. Ist die Story von Soros auch eines der Märchen der Verschwörungstheoretiker?

Hubert Gindert

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Licht bringen in die Dunkelheiten

Ich wünsche mir das normale Leben zurück, so und ähnlich lauten viele Überschriften in Medien. Sie drücken die Sehnsucht nach dem Zustand vor der Corona-Pandemie aus. Um das zu erreichen, werden viele Schwierigkeiten in Kauf genommen, selbst Einschränkungen von Grundrechten.
Rückkehr zur „Normalität“ führt in die Vergangenheit zurück. Selbstverständlich sind Sicherung der Arbeitsplätze, Öffnung von Schulen und Kitas, Gaststätten, das Wiederaufleben von Sportveranstaltungen usw. berechtigte Interessen. Was bei diesen Überlegungen fehlt sind Fragen, was zur Corona-Krise geführt oder beigetragen hat.
Bischof Voderholzer hat in seiner Osterpredigt zu Recht gefragt: „Kann es nach der Pandemie ein folgenloses, „Weiter wie bisher“ geben? Er antwortete: „Das wird es nicht geben und darf es auch nicht geben. Zu gewaltig ist der Einschnitt, die Lektion, die der gesamten Menschheit erteilt wird.“ Warum? Wenn die Menschen ihren Lebensstil nicht ändern, dann ist eine neue Katastrophe vorprogrammiert. Denn, so Voderholzer, „die Pandemie und ihre Auswirkungen sind die Folge einer Kette von Schuld und menschlichem Versagen, in der sich menschliche Hybris, Stolz, Leichtsinn und Profitgier zu einer unheilvollen Allianz verbinden“. Der Bischof zitierte einen Satz aus der Predigt von Papst Franziskus vom 27. März: „Wir haben“ – trotz allem – „unerschrocken weitergemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden.“
Die Frage, die viele bewegt, die noch an die Existenz Gottes glauben, ob Gott die Menschen mit der Pandemie bestraft, beantwortete der Bischof zielorientiert mit einer Gegenfrage: „Ist es nicht vielmehr so, dass wir uns selbst bestrafen, wenn wir uns nicht an den Lebensweisen Gottes orientieren? Wer sündigt, ist der Feind seines eigenen Lebens.“ Weiterlesen

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