Buße – Bußgottesdienst – heilige Beichte

Durch unsere Sünden haben wir uns von Gott entfernt. Unter Buße versteht Jesus die Umkehr – die Rückkehr – zu Gott, indem wir an das Evangelium glauben (Mk 1,15) und unsere innere Einstellung ändern: Das heißt Gott und unseren Nächsten von Herzen lieben. Dies äußert sich dann folgerichtig in Werken der Gottes- und Nächstenliebe: Beten, Fasten, Almosengeben. Jesus warnt uns aber eindringlich vor der Heuchelei: Wenn wir beten, sollen wir das nicht auf den öffentlichen Plätzen tun, damit wir gesehen werden, sondern im stillen Kämmerlein unseres Herzens (Mt 6,5). Wenn wir Almosen geben, darf die rechte Hand nicht wissen, was die linke Hand tut (Mt 6,2) – das heißt, wir sollen nicht damit prahlen. Wenn wir fasten, sollen wir nicht in Sack und Asche mit einem finsteren Gesicht umhergehen, sondern unser Haupt salben. Gott, der allwissende und barmherzige Vater, sieht in unser Herz und kennt unsere Einstellung (Mt 6,17).
Johannes der Täufer ruft die Menschen zur Umkehr und Buße auf, das heißt konkret den Armen helfen, nicht mehr Steuern fordern als erlaubt ist, sich mit seinem Sold begnügen und die Menschen nicht ausplündern (Lk 2,11-14). Diese Forderungen lassen sich leicht auf die heutige Zeit anwenden: den gerechten Lohn zahlen, nicht betrügen, nicht stehlen, ehrlich sein und zufrieden sein, mit dem, was man hat. Das Totenhemd hat keine Taschen, aber unsere guten Werke folgen uns in die Ewigkeit. Jesus mahnt uns, Schätze im Himmel zu sammeln, die die Motten nicht zerfressen können (Mt 6,19f).
Schon im Alten Testament ruft Gott die Menschen durch die Propheten zur Umkehr und Buße auf. Der Prophet Jona verwirklicht im zweiten Anlauf, nachdem er vor Gott geflohen ist, diesen Auftrag Gottes in Ninive. Der dortige König ordnet ein Fasten für Mensch und Tier an und Gott verschont in Seiner Barmherzigkeit die große Stadt. Es ist nicht so, dass der unveränderliche und vollkommene Gott sich dabei ändert oder seine Pläne umwirft, sondern die Menschen ändern ihr Verhalten. Sie kehren um, so dass sie nicht mehr durch ihr sündhaftes Verhalten in ihr selbst gewähltes Verderben laufen. Weiterlesen

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Stellungnahme des Forum-Teams unserer Facebook-Seite aus gegebenem Anlass.

Forum Deutscher Katholiken
Gepostet von Michael Schneider-Flagmeyer
Wir wollen auf unserer Facebook-Seite die verschiedenen Positionen in Kirche und Welt zu Wort kommen zu lassen, ohne unsere Ziele aus den Augen zu verlieren. Das FDK wurde gegründet, um den Glauben und die Lehre der Kirche zu verkünden und zu verteidigen fest auf dem Boden des Katechismus der katholischen Kirche KKK stehend. Mit Bedauern und Schmerz sehen wir den Riss, der durch unsere Kirche aber auch durch die Gesellschaft geht. Dabei stehen wir immer auf der Seite des Lebens, wie Jesus es uns in Fülle verkündet hat. Es war und ist schwer den steilen und dornigen Weg zu gehen, der nach oben führt, aber wir werden uns nicht fürchten, weil Jesus Christus dieser Weg selber ist. Wir können und wollen es nicht allen recht machen, aber wir können Sie, unsere Leser um Gebet und Ihre Meinung bitten, und so uns bemühen, des hohenpriesterlichen Gebets unseres Herrn und Heilands (Joh.17) mit gutem Willen gerecht zu werden, dass Gott der Vater uns, die wir Christus folgen, eines Sinnes werden lässt.

Dieser auf unserer Facebook-Seite fixierte Post fand große Zustimmung und Anerkennung.

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Reformer und Wegbereiter in der Kirche: Pater Rupert Mayer SJ

Pater Rupert Mayer, der Apostel von München, war ein Reformer der modernen Großstadtseelsorge. Rupert wurde am 23. Januar 1876 in Stuttgart geboren. In der Schule tat er sich schwer. Er sagte einmal von sich: „Wenn ich auch meine geistige Begabung nicht hoch anschlage, einen gesunden Menschenverstand kann ich mir nicht absprechen.“ Am 2. Mai 1899 wurde er zum Weltpriester geweiht und entfaltete bereits als Pfarrvikar ein bemerkenswertes caritatives Wirken. Am 1. Oktober 1900 begann er das Noviziat bei den Jesuiten. 1912 wurde er von Kardinal Bettinger nach München gerufen, um eine neue Seelsorgearbeit aufzubauen.
München hatte damals 569.000 Einwohner, zählte aber bis zu 20.000 Zuwanderer pro Jahr. Es waren vor allem Arbeiter, Arbeiterinnen und Dienstmädchen, die aus einem dörflichen Milieu nach München kamen. Sie standen in Gefahr, in der Großstadt den Kontakt zur Kirche zu verlieren. Pater Mayer suchte die Hinzugekommenen auf und sprach mit ihnen über ihre Sorgen und Nöte. Er baute einen Stamm von Helfern auf. In einem Faltblatt „Grüß Gott in unserer Stadt“ teilte er in über 30 Pfarreien die Gottesdienstzeiten mit, informierte aber auch über Arbeitsmöglichkeiten, Krankenhausfürsorge und katholische Zeitschriften. Rupert Mayer kannte den antikirchlichen Einfluss, denen die Zugewanderten ausgesetzt waren. Er besuchte selbst antikirchliche Versammlungen und lernte die Argumente kennen, die gegen Christentum und Kirche vorgebracht wurden. Da es Pater Rupert Mayer um „das Wohl der unsterblichen Seelen“ ging, war er unermüdlich tätig. Auf der 60. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands sprach er über seine bisherigen Erfahrungen in der Großstadtseelsorge: „Wir haben jetzt 5.600 Vertrauensleute des Arbeiterstandes mobil gemacht“, aber „all das ist zum großen Teil wertlos, wenn nicht der Hebel auf dem Land angesetzt wird“. Rupert Mayer forderte, dass die Leute besser religiös vorbereitet in die Stadt kommen. 1912 hielt er im Stadtteil Giesing eine Missionswoche, als deren Ergebnis die regelmäßige Monatskommunion der weiblichen Jugend und dann der Männer eingeführt wurde. Dieses Beispiel wurde in ganz München aufgegriffen. Zusammen mit dem Verbandspräses des süddeutschen katholischen Arbeitervereins gründete er die religiöse Gemeinschaft „Die Schwestern der Heiligen Familie“ für erwerbstätige junge Mädchen, um sie auf ein katholisches Familienleben vorzubereiten. Weiterlesen

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Wir brauchen eine Praxis des religiös-existenziellen Helfens

Der Fels: Es gibt die Erfahrung, dass sich Einrichtungen der kirchlichen Caritas kaum von anderen Einrichtungen säkularer Träger unterscheiden.

Prof. Heinrich Pompeÿ: Jedes schwere Leid, so eine irreversible Behinderung, soziale Ausgrenzung als Migrant, Verlust eines geliebten Menschen, die Erfahrung, dass die Kräfte im Alter deutlich nachlassen etc., schlägt nicht nur äußere Wunden sozialer, physischer oder psychischer Art sondern verletzt stets auch innerlich und damit seelisch-existentiell, wie jeder Helfer weiß.
Solche Menschen können oft nicht mehr glauben, dass in ihnen und in ihrem Leben noch irgendetwas Gutes zu finden ist. Der verbliebene Lebensrest ist für sie nur grundschlecht. Sie fühlen sich „Gott-verlassen“, also verlassen von Gott, d. h. von allem Guten verlassen und ihr Glaube an den Beistand Gottes bricht zusammen. Somit können so Betroffene auch nicht mehr hoffen, dass ihnen die Zukunft gelingende Lebensmöglichkeiten schenken wird. Ihre Hoffnung hat kein Glaubensfundament mehr. Alle Lebenschancen und Lebensperspektiven sind für sie aus ihrer Sicht dahin. Ferner können schwer leidende Menschen sich und ihr Leben nicht mehr liebevoll annehmen. Am liebsten möchten sie ihr Leben wegwerfen, d. h. aus diesem Leben scheiden.
Aus diesem Grund ist es für so Verzweifelte Lebens-Not-wendig, dass Mitmenschen stellvertretend im Geist der Enzyklika „Deus caritas est“ den Dienst des Glaubens, Hoffens und Liebens für einen schwer Leidenden leisten und, wie Benedikt XVI. in diesem Zusammenhang sagt, dies mit Demut und Geduld tun (DCE 39). So geht es beim caritativen Dienst der heilenden und helfenden Nähe – insbesondere bei schwer Leidenden, z. B. bei einem irreversibel seelisch, sozial, materiell oder physisch angeschlagenen Menschen – konkret darum, den Glauben an das von Gott geschenkte Gutsein jeden Lebens (Gen 1,1-31) und damit den Glauben an das Gutsein dieses verzweifelten Menschen in das leid-volle, nicht mehr gelingen-wollende Leben eines solchen Menschen hineinzutragen. Für die helfenden Begleiter bedeutet das, stellvertretend an das tiefe Gutsein dieses leidenden Menschen zu glauben, da dieser – angesichts seines Leidens, seiner Lebenskatastrophe – nicht mehr an sich wie an sein Leben und damit an Gottes bleibende Präsenz in seinem Leben glauben kann. Insofern ist es entscheidend, dass der Helfer glaubwürdig ist, und bleibt. Ferner geht es in der christlichen Lebensdiakonie darum, gemeinsam mit dem Verzweifelten und seelisch Gebrochenen auf eine Lebensperspektive für ihn zu hoffen, die angefangen von kleinen, beglückenden Begegnungs- und Lebenserfahrungen der nächsten Stunden und des nächsten Tages bis zur Hoffnung auf die Erfüllung des irdischen Lebens bei Gott reicht. So geht es darum, nicht zu resignieren, sondern sich und den Leidenden Gott anzuvertrauen. Für die christliche Lebensdiakonie soll so der Satz des Petrus aus seinem Ersten Brief gelten (1. Petr 3,15): „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt, aber antwortet bescheiden und ehrfürchtig.“ Weiterlesen

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Wenn die Herrschaft über die Natur zur Tyrannei für den Menschen wird

Benedikt XVI. spricht in seiner Enzyklika „Über die christliche Hoffnung“ über den Menschen, der zu Beginn der Neuzeit „den Sieg der Kunst über die Natur erreichen möchte“ (Ziff.16). Hinter diesem Bestreben steht der Philosoph Francis Bacon, der in seinem Werk das „Interesse an uneingeschränkter Naturbeherrschung“ als Ziel darlegt. Ein solches Verständnis von Natur kann, wenn es den Menschen nur mehr als Teil der Natur sieht, folgenreich sein. In der Genmanipulation am Menschen wird das deutlich.
In Österreich wird nach 1997 ein zweites „Frauen-Volksbegehren“ für Anfang kommenden Jahres vorbereitet. Zu den Forderungen zählen kostenloser und anonymer Zugang zu Verhütungsmitteln mit Schwangerschaftstest und rechtlich bundesweit zulässigem Schwangerschaftsabbruch. Das bedeutet auch eine Vergewaltigung der Natur, wie es Benedikt XVI. in seiner Sozialenzyklika „Liebe in Wahrheit“ (Caritas in veritate) ausdrückt: „Die Offenheit für das Leben steht im Zentrum der wahren Entwicklung. Wenn eine Gesellschaft den Weg der Lebensverweigerung oder -unterdrückung einschlägt, wird sie schließlich nicht mehr die nötigen Motivationen und Energien finden, um sich für das wahre Wohl des Menschen einzusetzen. Wenn der persönliche und gesellschaftliche Sinn für die Annahme für ein neues Leben verlorengeht, verdorren auch andere für das gesellschaftliche Leben hilfreiche Formen der Annahme.“ (Ziff. 28) Die Folgen des „Frauen-Volksbegehrens“ führen in eine inhumane Gesellschaft. Weiterlesen

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Und wenn es dich nicht gäbe?

Nein, du bist nicht gefragt worden, ob du überhaupt existieren und in dieser Welt leben wolltest. Wie solltest du auch gefragt werden, wenn es dich vorher noch gar nicht gab. Soweit du zurückdenken kannst, befandest du dich bereits auf dieser Erde. Du konntest das auch nicht rückgängig machen, dem Leben also nicht mehr entfliehen. Deine Erbanlagen konntest du dir ebenso wenig aussuchen wie die Umweltverhältnisse, in die du hineingeboren wurdest: deine Eltern, Geschwister, Verwandte, die Landschaft und das Klima deiner Heimat, Reichtum, Armut, Hunger, Gesundheit, Krankheit, die politischen Verhältnisse … Alles dies wurde dir vorgegeben und erwartete dich. Da blieb dir nichts anderes übrig, als es anzunehmen und dich darin zurechtzufinden.
Töpfer und Ton
Als junger Mensch habe ich mir schwer getan mit jener Bibelstelle in Römer 9, 20-21, wo es heißt: „Wer bist du denn, dass du als Mensch mit Gott rechten willst? Sagt etwa das Werk zu dem, der es geschaffen hat: ‚Warum hast du mich so gemacht?‘ Ist nicht vielmehr der Töpfer Herr über den Ton …?“ Ich habe viel darüber nachgedacht, auch bin ich immer wieder Menschen begegnet, die Gott den Vorwurf machten: „Warum hast Du mich überhaupt erschaffen? Warum musste ich auf diese Welt kommen? Hast du mich gefragt, ob ich das überhaupt will? Und wenn schon, warum hast Du mich dann nicht besser ausgestattet – schöner, intelligenter, gesünder, weniger anfällig für Krankheiten und Versuchungen …?“ Weiterlesen

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Stirbt Europa lachend?

Als Charles de Gaule starb, sprach der französische Kulturminister Malraux „von Eichen, die man fällt“. Dieses Wort trifft auch auf andere Männer der Politik zu, z.B. auf Konrad Adenauer oder Franz-Josef Strauß. Es gilt aber auch für Männer der Kirche, wie Johannes Paul II. oder den verstorbenen Kardinal Joachim Meisner. Er war eine Säule der Kirche in Deutschland und ein Mann deutlicher Worte, wie sein Ausspruch zeigt: „Der Wachhund, der nicht bellt, verdient sein Fressen nicht“. Meisner war mehr als ein Wachhund. Er hat als Bischof das katholische Leben in Berlin und danach 25 Jahre in Köln geprägt. Manche fragen, ob er den Niedergang der deutschen Ortskirche hätte aufhalten können, wenn er von seinen bischöflichen Mitbrüdern mehr unterstützt worden wäre. Das ist nicht sicher. Was wir aber wissen, ist, dass es in der Kirchengeschichte gelungene Reformen gab und dass die europäischen Ortskirchen ein unterschiedliches Bild bieten, wenn wir z.B. Polen mit Deutschland vergleichen. In jedem Fall ist es, sowohl für die Kirche wie für die profane Welt von Segen oder von Unheil, wenn in Krisenzeiten, wie wir sie durchleben, große Hirten und weitblickende Führungspersönlichkeiten zur Verfügung stehen oder fehlen. Die Krisensituation der Kirche hat Papst Benedikt XVI. angedeutet, als er beim Requiem für Kardinal Meisner, vorgetragen von Erzbischof Gänswein, sagte … „auch, wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist“.
Die Krise in der Politik ist beim sogenannten Weltwirtschaftsgipfel G20 in Hamburg deutlich geworden. Wenn die staatliche Gewalt Leib, Leben und Eigentum der Bürger nicht mehr schützen kann, wie das an den Chaostagen in Hamburg geschah, verliert der Staat seine Legitimation. Der Wert dieses Treffens selber ist darüber hinaus mehr als fraglich: Wenn die mächtigen und reichen Länder keine gerechtere Weltwirtschaftsordnung schaffen können, die den unterentwickelten Regionen, besonders in Afrika, eine faire Entwicklungschance sichert, wird das auch zur Überlebensfrage für Europa. Die Invasion steht vor der Haustür.
Am sogenannten „schwarzen Freitag“, dem 30. Juni, haben die Abgeordneten des Deutschen Bundestages mit 393 – darunter 75 CDU/CSU-Abgeordnete – zu 226 die „Ehe für alle“ beschlossen und „eine zutiefst gesellschaftsverändernde Entscheidung getroffen. Ab jetzt ist unser Land ein anderes geworden. Es ist ausgestiegen aus einer jeweils institutionalisierten Überzeugung vom Wesen der Ehe, die einerseits Jahrtausende alt und andererseits global und universal gewesen ist“ (B. Mihm, 30.6.17). Die SPD, die Grünen und Linken haben das Abstimmungsergebnis mit frenetischem Jubel begrüßt. Wer diesen moralischen Verfall betrachtet, wird an den Priester Salvian erinnert. Er kam wenige Jahrzehnte vor dem Untergang des Römischen Reiches von Marseille nach Rom. Er sah die Korruption, die Unterdrückung der Armen und die Unmoral und kommentierte: „Rom stirbt und lacht.“
In einer müde gewordenen, desillusionierten Gesellschaft ist es zweifellos schwierig, Menschen für eine Änderung ihres Lebensstils und der gewohnten Haltung zu gewinnen. Wenn es aber der einzige Weg zur Rettung ist, ist es wert, alle Energien dafür zu mobilisieren. Helfen wir mit, damit Europa eine Zukunft hat!

Hubert Gindert

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Das Herumeiern um unsere Zukunftsprobleme

Ein Rückblick auf die TV-Debatten vor der Bundestagswahl.
Die Zukunft wird nicht durch Digitalisierung, Glasfaserkabel und Roboter gesichert, sondern durch Kinder. Die nicht mehr auszusitzende Frage, ob die Menschen bis 67 oder 69 Jahre arbeiten müssen, wird nicht durch ein markiges Nein entschieden. „Zahlen kann man nicht anschreien“, hat einmal Franz-Josef Strauß angemerkt. Und Recht hatte er.
Die Kanzlerin, die als Physikerin „alles vom Ende her denkt“, weiß eines genau: Wenn das Problem der fehlenden Kinder („Beitragszahler“) in voller Härte aktuell wird, ist sie nicht mehr im Amt. Sie kann es sich also leisten, keine Wähler, die sie bei der Bundestagswahl noch braucht, zu verprellen. Und sie weiß, die Konkurrenten um die politische Macht, werden ihr nicht in die Parade fahren, weil sie das Zukunftsproblem der fehlenden Kinder nicht aufgreifen können. Denn auch sie haben Jahrzehnte lang – seit 1968 gehen die Geburtenzahlen zu-rück – diese Entwicklung tot geschwiegen. Wenn aber die letzte Mutter vom Kinderzimmer in Arbeit, genannt „Karriere“, gebracht ist, sind die Arbeitskraftreserven aufgebraucht. Dass die Lösung „Frau in Arbeit, Kinder in Kitas“ zu mehr Kinder führt, glauben nur jene, die selber keine Kinder aufgezogen haben. Der Vorschlag, das Problem über ein Zuwanderungsgesetz zu lösen, „wo wir bestimmen, welche Fachkräfte und Ingenieure wir hereinlassen“, stellt eine besonders inhumane Form nachkolonialer Ausbeutung dar, die Entwicklungsländern jene Kräfte wegnimmt, die sie selber am dringendsten brauchen.
Wir haben seit der geltenden Abtreibungsregelung (Angela Merkel: „Es ist doch alles gut geregelt“) Millionen Kinder abgetrieben, die uns fehlen. Darüber gab es in der TV-Debatte kein Wort.
Wenn schon die politischen Verantwortungsträger nicht mehr die Kraft haben „Schaden vom Volk abzuwenden“, würden wir uns von den kirchlichen Verantwortungsträgern nicht ein mainstreamkonformes Schweigen, sondern ein deutliches Wort zur Zukunft unseres Volkes wünschen.

Hubert Gindert

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Kirche verzichtet auf konfessionellen Religionsunterricht

Wie die Presse am 4. September berichtete, haben sich die katholischen Bischöfe Nordrhein-Westfalens mit den im Lande bestehenden evangelischen Landeskirchen darauf geeinigt, künftig einen konfessionsübergreifenden schulischen Religionsunterricht anzubieten. Auf den im Grundgesetz garantierten konfessionellen Unterricht soll verzichtet werden, da die Zahl der christlichen Schüler zurückgehe und der Religionsunterricht schon jetzt vielfach im Klassenverband ohne konfessionelle Akzentuierung erteilt werde. Konfessionelle Besonderheiten sollen durch einen planmäßigen Wechsel katholischer Lehrer mit evangelischen gewahrt bleiben.
Mit dieser Neuregelung, die in allen Diözesen außer Köln ab dem kommenden Schuljahr praktiziert werden soll, verzichtet die katholische Kirche auf eine von Sozialisten und Freimaurern seit Jahrzehnten angegriffene und gegen diese schon bei der Beratung des Grundgesetzes und mehrerer Landesverfassungen tapfer verteidigte Präsenz der von ihr verkündeten ganzen Wahrheit in unseren Schulen. Die verbreitete Verluderung des schulischen Religionsunterrichtes wird geradezu oberhirtlich abgesegnet. Der als Instrument der Wahrung konfessioneller Belange ausgegebene planmäßige Lehrerwechsel befördert nur jenen Relativismus, den Papst Benedikt XVI. als Grundübel unserer Zeit unermüdlich gebrandmarkt hat. Schülerinnen und Schülern wird kein verlässliches Koordinatensystem mehr vermittelt. Der eine Lehrer sagt dies und hat recht. Der andere lehrt jenes und hat auch recht. Und wenn ein Schüler das erkennt und dazu Fragen stellt, hat er auch recht.
Das biblisch begründete Selbstverständnis der Kirche, „Säule und Feste der Wahrheit“ zu sein, wird durch das seichte Motto „seid nett zueinander“ ersetzt.
Dass die Zahl der konfessionell gebundenen Schüler zurückgeht, kann dies alles nicht rechtfertigen. Gewiss gerät dann der schulische Religionsunterricht unter den Druck staatlicher Finanzierungsrahmen und personalwirtschaftlicher Überlegungen. Hier aber sollte sich die Kirche dazu berufen wissen, durch ihre eigenen Ressourcen beizuspringen, zumal die früher zur Schule hinzutretende Gemeindekatechse fast flächendeckend ausfällt. Hier eröffnete sich ein nun wirklich sinnvolles Arbeitsfeld für Laientheologen im kirchlichen Dienst.
Und speziell für Nordrhein-Westfalen stellt sich die Frage, wie die dort noch vorhandenen Bekenntnis-Grundschulen zu halten sind, wenn denn sogar der konfessionelle Religionsunterricht von den Kirchen aufgegeben wird.

Bernhard Mihm, Stadtrat a.D.

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Ökumenische Einheit ist der Wahrheit verpflichtet

Der „Ökumenebischof“ der Deutschen Bischofskonferenz Gerhard Feige hat zu weiteren Schritten gegen die „konfessionelle Spaltung“ aufgerufen. Sie sei „zu einem großen Teil dafür mitverantwortlich, dass das Christliche und Kirchliche in unserer Gesellschaft an Bedeutung und Glaubwürdigkeit verloren hat“ (Konradsblatt, 25/2017, S. 4).
Natürlich kann die konfessionelle Spaltung dazu führen, dass außerkirchliche Beobachter sagen, wenn die christlichen Kirchen selber nicht wissen, was sie wollen, ist Missionierung zwecklos. Es gilt das Wort Christi: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir und ich in dir … damit die Welt zum Glauben komme, dass du mich gesandt hast“ (Joh 1721). Aber diese Einheit gilt für die Wahrheit. Die Einheit unter den Christen muss dem Wort Christi und den Geboten Gottes entsprechen. Eine Überwindung der „konfessionellen Spaltung“ erhöht die Bedeutung und Glaubwürdigkeit der Kirchen nicht, wenn sie z.B. in Fragen von Ehescheidung und Wiederverheiratung, der Homosexualität, der Abtreibung, der Gentechnologie, der Genderideologie, der Euthanasie die gleiche Sprache sprechen, aber nicht mit dem Wort Gottes in Einklang stehen.
Das Gewicht und die Glaubwürdigkeit der Kirchen nimmt auch nicht zu, wenn sie im ökumenischen Gleichklang zu wichtigen Fragen, bei denen man eine Stellungnahme erwarten kann, schweigen oder nur das Echo des Mainstreams wiedergeben.

Hubert Gindert

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