Wie Hochhut die Öffentlichkeit belog und hinters Licht führte.

Wegen der aktuellen Todesmeldung von Rolf Hochhuth ist nun das Drama „Der Stellvertreter“ wieder in allen Gazetten. Dieses Theaterstück aus dem Jahr von 1963 entwickelte sich zur erfolgreichsten literarischen Fälschung der Weltgeschichte. Denn Papst Pius XII. war nicht der kaltherzige Judenfeind, den Rolf Hochhuth frei erfunden hat. Das Gegenteil ist wahr. Der Papst hat gar nicht geschwiegen, wie Hochhuth behauptet. Er hat vielmehr in seiner Weihnachtsansprache 1942 im Radio Vatikan erklärt, dass „Hunderttausende ohne eigenes Verschulden nur wegen Ihrer Abstammung dem Tode geweiht oder der fortschreitenden Verelendung und Vernichtung preisgegeben sind.“ Der Papst hat also gar nicht geschwiegen. Er hat vor allem auch gehandelt. Er hat nach dem Zeugnis des jüdischen Historikers Pinchas Lapide und des römischen Oberrabbiners Israel Zolli Zigtausende von Juden gerettet, indem er sie im Vatikan und in den italienischen Klöstern untertauchen ließ. Vor allem hat er die Kontakte der deutschen Militäropposition mit der britischen Regierung hergestellt. Siehe Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte 22 (1974) Seite 299 – 341) Damit hat der Papst sogar die Existenz des Vatikan-Staates riskiert. Soweit ging der Kampf des Papstes gegen Hitler. Hochhuths Papstankläger Riccardo im Drama ist frei erfunden. Dagegen ist der reale Papsthelfer bei der Judenrettung Pater Pankratius Pfeiffer eine nachweisbare Persönlichkeit. Nach ihm hat der römische Stadtrat aus Dankbarkeit eine Straße benannt. Und der römische Oberrabbiner Israel Zolli schrieb über Papst Pius XII. :“ Im Laufe der Geschichte hat kein Held eine solche Armee befehligt, keine Streitmacht ist je kämpferischer gewesen und keine ist je so bekämpft worden wie die von Pius XII. im Namen der christlichen Nächstenliebe geführte.“ So fasst ein Jude die Judenrettung des Papstes zusammen. Ehe der jüdische Dirigent Leonard Bernstein am Sterbetag des Papstes mit dem New Yorker Philharmonischen Orchester begann, bat er um eine Minute Schweigen „für das Hinscheiden eines sehr großen Mannes, des Papstes Pius XII.“ Und die damalige israelische Außenministerin Golda Me-ir telegrafierte an den Vatikan:“ Wir nehmen an der Trauer der Menschheit über das Hinscheiden seiner Heiligkeit des Papstes Pius XII. teil. In einer von Kriegen und Uneinigkeit bedrückten Welt vertrat er die höchsten Ideale des Friedens und des Mitleids. Als in dem Jahrzehnt des Nationalsozialismus unser Volk ein schreckliches Martyrium überkam, hat sich die Stimme des Papstes für die Opfer erhoben. (Pinchas Lapide in „Rom und die Juden“ S. 204) das Leben unserer Zeit wurde von seiner Stimme bereichert, die über den Lärm der täglichen Streitigkeiten hinweg deutlich die großen sittlichen Wahrheiten aussprach. Wir betrauern einen großen Diener des Friedens.“ Hochhuths Drama ist wohl eine der größten Fälschungen der Weltgeschichte. Man möchte hoffen, dass wenigsten einige Theaterbesucher zwischen einer geschichtswissenschaftlichen Dokumentation einerseits und einer aus Hass erdichteten Fiktion unterscheiden können. Im Übrigen hat der Protest der niederländischen Bischöfe gegen die Judendeportationen vom 26.Juli 1942 genau das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war. Aber das wollte Hochhuth nicht wissen.

Dr. Eduard Werner Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Hoffnung in schwerer Zeit – Wir werden ein Fest feiern. – Bischof Rudolf Voderholzer

Die Zeit wird […] kommen, da wir in uns gehen und uns werden fragen müssen, was wir aus dieser epochalen Krise lernen.
Schon jetzt erfahren wir schmerzhaft, wie hinfällig und gefährdet unser Leben ist, wie sehr wir angewiesen sind auf Gottes Segen und die Kraft von oben. Sicherheiten werden uns aus der Hand geschlagen und Allmachts-Phantasien zertrümmert.
Vielleicht werden tatsächlich dem Land die Sabbate ersetzt, die ihm vom Kult schier grenzenlosen Wachstums geraubt worden waren (vgl. 2 Chr 36,21). Der Sabbat steht dabei nicht nur für eine Unterbrechung des profanen Geschäftsbetriebs, sondern zu allererst für eine bewusste Hinordnung auf Gott. Aber diesen Fragen werden wir uns verstärkt zuwenden müssen, wenn wir das Tal der Tränen durchschritten haben.
Liebe Schwestern und Brüder, in früheren Zeiten haben Menschen in großer Not eine Wallfahrt gelobt als Bußwerk. Selbst dies ist uns jetzt verwehrt. Aber ich lade Sie ein, ein Gebetsanliegen, eine Bitte oder einen Dank, an den Verein der Regensburger Fußwallfahrt nach Altötting zu senden.
Wir wollen den Anliegenrucksack füllen und unser Gebet auch dieses Jahr zum Herzen Bayerns nach Altötting tragen; und wenn es nur eine Gruppe von zwei Pilgern stellvertretend für alle ist.
Wenn die Pandemie dann aber überstanden ist, werden wir ein großes Fest feiern und eine diözesane Dankwallfahrt begehen, zu der ich jetzt schon herzlich einlade! Alle Details werden geklärt und bekanntgegeben, sobald die Zeit dafür gekommen ist.
Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, der Heiligen und Seligen unseres Bistums sowie aller Heiligen segne und bewahre Sie und Euch alle vor aller Krankheit der dreifaltige Gott, der + Vater und der + Sohn und der + Heilige Geist.

Regensburg am Hochfest der Verkündigung des Herrn,
25. März 2020

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Bischöfe zur NS-Zeit. Anmerkungen zum Wort der DBK zum Kriegsende 1945 von Dr. Eduard Werner

In Ihrem Bischofswort zum Kriegsende 1945 erheben die Bischöfe Bätzing und Wilmer pauschale Anschuldigungen gegen ihre Vorgänger in der NS-Zeit. Leider vergessen diese heutigen Bischöfe unter welchen Bedingungen ihre Vorgänger vor 80 Jahren leben und arbeiten mussten. Die Herren Bätzing und Wilmer scheinen auch nicht zu wissen, dass 1932 die damaligen Bischöfe einhellig davor gewarnt haben, die NSDAP zu wählen. Sie wissen offenbar auch nicht, dass die Bischöfe und Priester damals große Schwierigkeiten hatten, in einer ideologischen Diktatur mit einer allmächtigen Geheimpolizei ihr eigenes Leben und das Leben ihrer Gläubigen vor der Geheimpolizei zu retten. Einer der Vorwürfe lautet, die Kirche hätte Hitlers Kriegsführung dadurch unterstützt, dass dem Regime zahlreiche kirchliche Häuser zur Verfügung gestanden hätten. Dass diese kirchlichen Häuser, meistens Klöster, welche das Regime nutzte, aber der Kirche vorher gewaltsam weggenommen worden waren, verschweigen die Herren Bätzing und Wilmer. Den Mönchen und Nonnen, die plötzlich auf die Straße gestellt wurden, blieben meist nur wenige Stunden, um ihre notdürftigsten Sachen einzupacken. Da jetzt den Eindruck erwecken zu wollen, die Kirche hätte dem Nazi-Regime freiwillig ihre Häuser angeboten, ist so verletzend und diffamierend wie die Enteignung damals. Das ist eine parteiische Unwahrheit! Die heutige Bischofskonferenz muss dringend an das Wahrheitsgebot erinnert werden „Du sollst kein falsches Zeugnis geben“. Ein zweiter Vorwurf lautet, die Kirche hätte durch die Militärseelsorge Hitlers Armee stabilisiert. Das ist völlig unbegründet. Die Militärseelsorger konnten nicht und wollten nicht in das Kriegsgeschehen eingreifen. Sie haben unter Lebensgefahr sterbenden Soldaten die Sakramente gespendet. Wie froh war beispielsweise Leutnant Michael Kitzelmann, als er vor seiner Erschießung noch einen Militärpfarrer sah. Kitzelmann hatte in Russland nur die unvorsichtige Äußerung getan: „Daheim reißen sie die Kreuze aus den Schulen und uns macht man hier vor, wir würden gegen den gottlosen Bolschewismus kämpfen.“ Für dieses Bekenntnis zum Schulkreuz wurde er zum Tode verurteilt und hingerichtet. Ähnlich wie Kitzelmann, Jägerstätter und Alfred Heiß wurden 35 000 tausend andere Soldaten zum Tode verurteilt, davon etwa 25 000 tatsächlich hingerichtet. Ebenso viele wurden in so genannte Strafkompanien versetzt, wo sie kaum eine Überlebenschance hatten. Den Bischöfen in der NS-Zeit ging es zunächst einmal darum, Seelsorge ausüben zu dürfen. Entscheidend war die Erlaubnis zur Spendung der Sakramente und zur Erteilung des Religionsunterrichts. Damals glaubten alle Bischöfe und alle Gläubigen an das ewige Leben, an ein Gericht. Das Seelenheil spielte die entscheidende Rolle, was bei heutigen Bischöfen und Gläubigen nicht unbedingt im Vordergrund steht. In der NS-Zeit gingen dagegen Priester wie Laien bis an die Grenzen des Erlaubten. Das zeigen schon die vielen Priester als Häftlinge in den Gefängnissen und in den KZs. Allein im KZ Dachau schmachteten damals 2756 Priester als Häftlinge, im KZ Sachsenhausen waren es etwa 900 Priester. Sie alle hatten trotz Gefahren ihre Gegnerschaft zum Nationalsozialismus bezeugt. Nach Erich Kästner ist Widerstand grundsätzlich keine Frage des Heroismus, sondern eine Frage des Terminkalenders. Denn wenn Ideologen einmal ihre Diktatur errichtet haben, dann bedeutet Widerstand den baldigen Tod. In der Kirche gab es damals keine Anpassung an den Zeitgeist. Diese Anpassung gibt es jedoch bei manchen heutigen Bischöfen. Drei Bischöfe haben ohne Not dem thüringischen Ministerpräsidenten zur Wiederwahl gratuliert, obwohl dieser kurz zuvor behauptet hatte, die ehemalige DDR sei kein Unrechtsstaat gewesen. Das war ein offenes Zudecken von ungeheurem Unrecht und Leid. Zu beklagen und zu benennen ist auch ein beschämendes Leisetreten heutiger deutscher Bischöfe in den Fragen „Ehe für alle“, der Genderideologie, die der Papst dämonisch nennt, und vor allem des Lebensrechts. Dabei haben sie nur die Medien zu fürchten und kein KZ. Heutige Bischöfe werfen ihren Vorgängern auch vor, sie hätten Hitlers Kriegsführung unterstützt, weil sie gefangene Franzosen, Polen und andere Zwangsarbeiter auf kirchlichen Feldern Zwangsarbeit verrichten ließen und sogar Priester im Sanitätsdienst der Wehrmacht arbeiten ließen. Diese Bischöfe wissen offenbar nicht, dass ihre Vorgänger bzw. die Klöster keinerlei Entscheidungsfreiheit über den Einsatz ihrer eigenen Gefolgsleute und den Einsatz der Gefangenen hatten. Eine Ablehnung der damaligen „Fremdarbeiter“ hätte auch die sofortige Enteignung der restlichen Klöster zur Folge gehabt. Überdies war mancher „Fremdarbeiter“ froh darüber, in einem klösterlichen Betrieb statt in einer Fabrik arbeiten zu müssen.

Diese Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zum Kriegsende vor 75 Jahren ist zeitgeistbedingt einseitig und damit wahrheitswidrig.

Veröffentlicht unter Allgemein | 3 Kommentare

Absage des Kongresses „Freude am Glauben“ 2020

An die Mitglieder und Freunde des „Forums Deutscher Katholiken“
Nach unseren Informationen aus der Bayerischen Staatskanzlei zu den Konsequenzen der Corona-Pandemie müssen wir unseren Kongress
„Freude am Glauben“ vom 12.-14 Juni in Ingolstadt leider absagen. Die zu beachtenden Einschränkungen für die Gottesdienste, die Veranstaltung im Stadttheater, bei den Mahlzeiten und bei der Unterbringung der Teilnehmer zwingen uns zu diesem Schritt.
Ein Nachholen des Kongresses ist 2020 nicht möglich, weil keine drei zusammenhängende Tage im Stadttheater zur Verfügung stehen.
Die Absage ist für uns nach der Vorbereitungsarbeit und angesichts eines vorzeigbaren Programmes, sowie der bereits angefallenen Kosten eine herbe Enttäuschung.
Wir möchten den Mitgliedern und Freunden des „Forums Deutscher Katholiken vorschlagen, eine Veranstaltung mit zwei bis drei Referaten oder zwei Referaten und eine Podiumsdiskussion im Spätherbst, evt. ab 10.Oktober ins Auge zu fassen. Ein solcher Tag, unter der Bezeichnung „Regionalkongress Freude am Glauben“ und mit dem Motto „Wer glaubt, überwindet die Angst“ könnte mit einem Gottesdienst beginnen oder damit enden. Die Vorbereitungsarbeit wäre überschaubar. Zudem kann man u.E. davon ausgehen, dass Referenten unseres Kongresses dafür zu gewinnen wären. Das wäre in unserer Situation eine kreative Lösung. Unser Vorbereitungsteam wird den jeweiligen Organisatoren zur Seite stehen.

Unser Kongress „Freude am Glauben“ hat Zukunft: Nach Rücksprache mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer wird unser nächster Kongress .vom 16.-18. Juli 2021 in Regensburg stattfinden.

Ihr Hubert Gindert, Vorsitzender des Forums Deutscher Katholiken.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Christentum light in der Krise?

Noch mitten in der Corona-Pandemie verkündet der Staat gigantische, einmalige Hilfsmaßnahmen in Höhe von 700 Mrd. Euro für Deutschland, um die Wirtschaft nach der Krise wieder in Schwung zu bringen, zumal Experten mit einer Arbeitslosigkeit von 1 Mio rechnen. Sicher geschieht dies auch, um den Bürgern eine wirtschaftliche Perspektive zu geben.
Die Kirche hat den Auftrag, den Menschen zu deuten, was uns Gott mit dieser Epidemie sagen will. Ihre Aufgabe ist es, prophetische Stimme zu sein, die den Menschen Orientierung gibt und nicht nur die Parolen der staatlichen Stellen von Solidarität, Hilfsbereitschaft, Hygienevorschriften, ärztlichen und pflegerischen Hilfen etc. zu wiederholen. Selbstverständlich ist es richtig, wenn die Kirche verstärkt zum Gebet aufruft.
Christen fragen, was will uns Gott mit dieser Epidemie sagen? Es ist nicht die Mehrheit, die fragt. So hat bspw. eine repräsentative Umfrage der Tagespost ergeben, dass nur 11% der Katholiken, trotz der grassierenden Seuche, mehr als sonst darüber nachdenken, was nach dem Tod kommt. Dieser Prozentsatz weicht nicht von dem der übrigen Bevölkerung ab. Die Katholiken sind seit Jahrzehnten in Religionsunterricht, Predigt und Katechese an ein Christentum light gewöhnt, das nicht aneckt. Sie sehnen sich nach der „Normalität des Lebens vor der Krise“ zurück, sind aber kaum zum Umdenken und zur Änderung ihres gewohnten Lebensstils bereit.
Wenn der Abt Johannes Eckert OSB von St. Bonifaz in München auf die Frage, ob die Pandemie als Strafe Gottes gedeutet werden könne, erwidert … „das ist aus meiner Sicht zynisch und eine absolute Anmaßung. Was maße ich mir an, über Gott zu sagen, dass er bestraft oder belohnt? Wer kann den Willen Gottes erkennen? Das ist für mich fast schon blasphemisch ….“. Dann ist das ist zunächst keine Antwort auf die Frage: „Was will uns Gott sagen?“ Vielmehr wird hier die Aufgabe, umzudenken und umzukehren, tabuisiert. Wir kennen das u.a. vom bisherigen Ablauf des „Synodalen Prozesses“. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

PfarrerSteinwenders Kampf für ein freies Österreich

Zwischen den beiden Weltkriegen 1919 und 1939 brachte die wirtschaftliche Not viele Österreicher zur Verzweiflung. Deshalb fielen viele Menschen auf die Lügen und Phrasen Hitlers herein. Sogar der österreichische Sozialistenführer Dr. Karl Renner ließ sich betören. Wer dagegen eine solide christliche Grundüberzeugung hatte, war gegen die nationalsozialistische Infiltration geschützt. Zu den Klarsichtigen gehörten vor allem Priester wie Jakob Gapp und Leonhard Steinwender mit seinen Mitarbeitern Pfarrer Franz Donat, Prälat Michael Neureiter und mit dem Franziskaner Cyril Fischer. Sie warnten von Anfang an vor der neuen Religion des neuheidnischen Nationalsozialismus. In vielen Gesprächen, in Zeitungsartikeln und in Vorträgen versuchten sie das Volk über den wahren Charakter der Nationalsozialisten aufzuklären. Das steigerte den Hass der Nazis gegen die Kirche und ihre Vertreter. Nachdem im März 1938 die Nationalsozialisten auch in Österreich die Macht übernommen hatten, wurden sie daher grausam verfolgt. Auch der als Journalist tätige Priester Leonhard Steinwender wurde in der Nacht vom 11. zum 12. März 1938 in Salzburg von laut schreienden Nationalsozialisten aus dem Schlaf geschreckt mit dem Ruf „Steinwender komm heraus“. Da Steinwender natürlich nicht hinausging, schlugen die Angreifer Fenster kaputt und drangen in das Haus ein. Dort schlugen sie Steinwender blutig und schleppten ihn hinaus. Der Priester wurde verhaftet und zunächst in ein Polizeigefängnis und schließlich in das KZ Buchenwald gebracht. Dort erlebte er Hunger und Kälte, Folterung, Angst und willkürliche Erschießungen von Seiten des Aufsichtspersonals, aber auch Freundschaft und tiefes Gottvertrauen unter den Mitgefangenen. Den Priester-Häftlingen war jede Seelsorge und ganz besonders das Abnehmen der Beichte bei Todesstrafe verboten. Steinwender war vorsichtig und hielt sich an dieses Gebot. Sein Mithäftling Pfarrer Neururer aber fiel auf einen Provokateur herein. Er glaubte einem Schwindler, dass er beichten und wieder in die Kirche eintreten wolle. Daher spendete er dem Provokateur die Sakramente. Sein seelsorgerliches Verantwortungsgefühl ließ ihm keine andere Wahl. Wenige Tage später wurde Neururer in den Verhörbunker befohlen und qualvoll hingerichtet. Der Betrüger aber erhielt für seine Untat die Freiheit. Dagegen passierte dem Pfarrer Steinwender ein seltener Glücksfall. Ein hochrangiger Nationalsozialist, der Pfarrer Steinwender von früher kannte, setzte sich für ihn ein und erreichte seine Freilassung. Nach Kriegsende 1945 arbeitete Steinwender sofort wieder mit am Aufbau der kirchlichen Presse in Salzburg. Als er 1961 starb, schrieb sein Nachfolger als Chefredakteur der Kirchenzeitung: „Sein Leben gehörte der Kirche und dem österreichischen Volk!“ Die Stimmung vieler Priester in den KZs drückte ein Mithäftling so aus: „Unser Innerstes sagte uns, dass wir Verfolgte nicht die Verlierer, sondern die Gewinner sein werden.“ Dieser Satz stimmt, denn diese Priester haben für menschliches und göttliches Recht gekämpft und gelitten. Ihr Zeugnis bleibt immer gültig.

Eduard Werner
Foto: Leonhard  Steinwender: Christus im KZ. Fe-medienverlag 2020. ISBN 978-3-86357-259-4. Seiten 144.  Preis 9;80 Euro.  Hauptstr. 22; D-88353 Kißlegg. www.fe-medien.de

HELDEN UND HEILIGE IN DIKTATUREN
Eduard Werner
Media Maria Verlag, 1. Auflage 2016
Alle Rechte vorbehalten
© Media Maria Verlag, Illertissen 2016
ISBN 978-3-9454013-0-9

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Kongress „Freude am Glauben“ vom 12.-14. Juni 2020

Sehr geehrte Referenten und Podiumsteilnehmer, liebe Mitglieder des „Forums Deutscher Katholiken“, liebe Freunde des Kongresses „Freude am Glauben“, die uns alle bewegende Frage ist, kann der Kongress „Freude am Glauben“, wie geplant stattfinden?
Wir haben uns bereits schriftlich in dieser Angelegenheit an den Ministerpräsidenten von Bayern Dr. Söder gewandt.
Zu klären ist, wie „Großveranstaltungen“ zu definieren sind. Davon hängt die Entscheidung ab, ob unser Kongress möglich ist. Am 4. Mai wird der Ministerpräsident zur Situation der Corona-Krise und über die Konsequenzen, die sich daraus ergeben, Stellung nehmen. Wir werden danach unsere Entscheidung treffen und mitteilen. Wir bitten Sie bis dahin, so schwer das auch fällt, sich noch zu gedulden.
In herzlicher Verbundenheit

Prof. Dr. Hubert Gindert, Sprecher des Forums Deutscher Katholiken
Prof. Dr. Werner Münch, Schirmherr des Kongresses

Veröffentlicht unter Allgemein | 1 Kommentar

Er war Gott gleich – hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein

Der Philipperbriefhymnus – ein Gebet für die Fasten- und Osterzeit.
„Er war Gott gleich, / hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein (…) Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich / und war gehorsam bis zum Tod, / bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht (…) damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde / ihre Knie beugen vor dem Namen Jesu und jeder Mund bekennt: / ‚Jesus Christus ist der Herr‘ 0150 / zur Ehre Gottes, des Vaters.“ (vgl. Phil 2, 6-11).
So heißt es in einem der wohl bekanntesten Hymnen des Neuen Testamentes, dem Christushymnus aus dem Brief des heiligen Paulus an die Philipper. Der Text hat nicht nur eine bedeutende Wirkungsgeschichte in der Theologie, weil er die Grundfragen der Dogmatik von der Göttlichkeit und der Menschwerdung Jesus Christi bis hin zu Kreuzestod und Erhöhung behandelt, er ist auch ein ausgezeichneter Gebetstext für die Passions- und Osterzeit. Und damit macht er zudem deutlich, dass das sogenannte Triduum paschale – die Zeit von Gründonnerstag bis zum Osterfest – Mittelpunkt des Kirchenjahrs und des ganzen kirchlichen Lebens ist.
Die erste entscheidende Aussage des Philipperhymnus ist: Jesus Christus ist Gott. Die meisten Theologen gehen davon aus, dass Paulus den Hymnus nicht gedichtet, sondern bereits vorgefunden hat. Damit ist er ein Bekenntnis der ersten Christen. Und die waren schon davon überzeugt, dass Jesus Christus nicht nur ein jüdischer Rabbi oder ein Prophet, also ein bloßer Mensch war, sondern gottgleich. Dies zu betonen ist gerade in unserer Zeit wichtig, weil – auch in der Theologie und Verkündigung – die Gottessohnschaft Jesu oftmals ignoriert wird. Jesus gilt dann zwar als vorbildlicher Mensch, der ungerecht hat leiden und sterben müssen. Dann wird noch gesagt, dass er eine besonders tiefe Beziehung zu Gott hatte, aber von der Wesenseinheit von Gott und Mensch in ihm ist kaum die Rede. Zuweilen werden Parallelen zur griechischen Mythologie gezogen, wo ja auch die Götter auf Erden wandelten. Aber bei Jesus Christus ist das völlig anders. Denn in ihm ist Gott total Mensch geworden, er hat sogar gelitten und ist am Kreuz gestorben. Dabei hat er aber seine Göttlichkeit nicht abgelegt. Während in der griechischen Mythologie mehr oder weniger verkleidete Götter auf Erden wandelten, ist in Jesus Christus Gott radikal Mensch geworden, er ist aber dennoch Gott geblieben. Auch den Philippern, an die Paulus seinen Brief mit dem Hymnus richtet, war der Glauben an diesen Gott, der so radikal Mensch geworden ist und doch Gott war, vollkommen fremd. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar

Ostergrüße. Zurück ins Jahr 1 des Christentums.

Liebe Mitglieder und Freunde des „Forums Deutscher Katholiken“, liebe Leser,
wenn die schwierigen Zeiten als eine Chance zur Umkehr genutzt werden, kann Segen für die Kirche und die Gesellschaft entstehen. Und wir können dazu beitragen!
Wir können dieses Jahr das Osterfest nicht in der gewohnten Weise feiern. Das führt uns in das Jahr 1 des Christentums zurück, als die Jünger Jesu die Nacht der Auferstehung im Abendmahlsaal hinter verschlossenen Türen ohne Hoffnung und Trost verbrachten.
ER selber brachte ihnen durch sein Erscheinen die Gewissheit seiner Auferstehung, die sie kaum fassen konnten. Von da an waren sie bereit Jesu Botschaft in die Welt hinauszutragen.
Wir glauben daran, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und wir rufen jedem zu: Christus ist wahrhaft auferstanden! Halleluja!
Mit unseren besten Wünschen für ein frohes Osterfest in herzlicher Verbundenheit

Ihr Hubert Gindert

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Der verlorene Kompass

Ostern zeigt uns, dass selbst das schlimmste Ereignis der Geschichte zum Heil führen kann. Der Tod Jesu am Kreuz brachte dem reuigen Sünder das Paradies und den Menschen, die ihre Hoffnung auf ihn setzen, das Leben bei Gott. Der Auferstandene richtete die verängstigten Jünger hinter den verschlossenen Türen wieder auf. Jesus machte ihnen keine Vorwürfe wegen ihrer Feigheit nach seiner Gefangennahme, sondern sprach zu ihnen „der Friede sei mit euch“! Da fassten sie wieder Selbstvertrauen. Nach der Geistsendung brachen sie von Jerusalem auf und trugen die Frohe Botschaft in die Länder der damals bekannten Welt. Sie bezeugten das Evangelium, mit Ausnahme von Johannes, mit ihrem Leben. Seitdem gibt es keine wirklich ausweglose Situation mehr.
Am Samstag dem 1. Februar endeten in Frankfurt die ersten drei Tage des „Synodalen Prozesses“. Die Teilnehmer stellten mit ihren Beschlüssen die Weichen für den Ablauf der Beratungen der vier Themenkreise (Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht- und Gewaltenteilung, Rolle der Frauen). Die mit großer Mehrheit beschlossenen Weichenstellungen werden nicht zu einer Reform führen, wie sie Papst Franziskus in seinem Schreiben an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ mit Glaubensvertiefung und Neu-evangelisierung angemahnt hatte. Denn die Versammlung von Frankfurt beschloss mit 87% der abstimmungsberechtigten Mitglieder, dass selbst über Vorlagen, die nicht im Einklang mit der Lehre der Kirche stehen, abgestimmt werden könne. Papst Franziskus hat mit seinem nach¬apostolischen Schreiben zur Amazonassynode diese Pläne durchkreuzt. Das wäre eine Chance, die Beschlüsse von Frankfurt zu überdenken. Die bisherigen Stellungnahmen aus dem Kreis der enttäuschten Synodenteilnehmer sprechen nicht dafür.
Am Sonntag, dem 16. Februar 2020, brachen 35 Staats- und Regierungschefs, 100 Minister und weitere politische Akteure aus der ganzen Welt von der Münchner Sicherheitskonferenz nach Hause auf. Diese Konferenz sollte einen Beitrag für größere Sicherheit, besonders in der westlichen Welt, bringen. Das Ergebnis wurde in der Presse mit „Ratlosigkeit des Westens“ (Augsburger Allgemeine 17.2.2020) kommentiert. Weiter: „wir stehen in einer Welt, der der Kompass verloren gegangen ist. Wie lässt sich ein Ausweg finden?“ Der Organisator dieser erlauchten Versammlung sprach: „Wie beschreibt man eine Welt, die den alten und bekannten Regeln nicht nachfolgt, die ständig am Abgrund zu taumeln scheint und es nicht mehr schafft, ihre Krisen selbst zu lösen?“ Die „Ratlosigkeit“ führte zur „Sprachlosigkeit“. In München hieß sie „Westlessness“, d.h. „Westlosigkeit“. Die Sicherheitskonferenz produzierte wortreiche Zustandsbeschreibungen, aber keinen Ausweg aus der Krise. Auf der Sicherheitskonferenz spielte Gott keine Rolle. Das Wort fiel nicht. Das ist wohl der „verlorene Kompass“. Entscheidungsträger in Kirche und Gesellschaft können nur dann wieder zu Hoffnungsträgern werden, wenn sie ihren Hochmut ablegen. Ihre Verwirrungen sollen uns unsere Osterfreude nicht nehmen. Wir wünschen unseren Lesern Frohe Ostern!

Hubert Gindert

Veröffentlicht unter Der Fels | Hinterlasse einen Kommentar